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Windows 10: So nehmen Sie am Insider-Programm teil

30.10.2017 | 14:30 Uhr | Thorsten Eggeling,

Für Insider liefert Microsoft vor den Finalversionen wie dem Fall Creators Update ständig neue Upgrades mit verbesserten Funktionen. Auch Sie können davon ohne lange Wartezeiten auf die Finalversionen profitieren.

Windows 10 soll die letzte Windows-Version sein, jedenfalls wenn es bei den bekannten Plänen von Microsoft bleibt. Aktualisierungen, die Fehler und Sicherheitslücken beseitigen, kommen regelmäßig über das automatische Windows-Update. Neue Funktionen sind darin in der Regel jedoch nicht zu finden. Wenn es auch in Zukunft so läuft, wie aktuell beim Fall Creators Upgrade und zuvor beim Anniversary Update beziehungsweise beim Creators Update, muss das komplette Betriebssystem aktualisiert werden, damit Sie von den Neuerungen vollumfänglich profitieren können. Persönliche Daten und installierte Programme bleiben dabei erhalten. Der Upgrade-Vorgang dauert jedoch einige Zeit.

Das nächste große Windows-Upgrade ist im Frühjahr 2018 zu erwarten. Es trägt den Codenamen „Redstone 4“. Sie können diese neue Version in verschiedenen Entwicklungsstufen bis hin zum finalen Release schon jetzt selbst ausprobieren, indem Sie am offiziellen Windows Insider-Programm von Microsoft teilnehmen. Wie Sie die Vorabversionen entweder auf Ihrem PC oder in einer sicheren Umgebung ausprobieren können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Tipp: Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen im Überblick

So nehmen Sie am Insider-Programm von Microsoft teil

Das Insider-Programm für Windows 10 ermöglicht es, einen frühen Blick auf die Windows-10-Entwicklung zu werfen und neue Funktionen schon Monate vor dem offiziellen Release auszuprobieren. Voraussetzung für die Teilnahme am Insider-Programm ist eine aktivierte Installation von Windows 10 Home oder Pro und ein gültiges Microsoft-Konto.

Bevor Sie sich für die Teilnahme am Insider-Programm entscheiden, sollten Sie sich über die Folgen im Klaren sein. Es gelangt Software auf Ihren Rechner, die unter Umständen noch nicht ausgereift ist, sich mitunter in einem frühen Entwicklungsstadium befindet und noch nicht vollständig auf deutsch lokalisiert ist. Vor allem in Kombination mit anderer Software kann es durchaus zu Problemen kommen. Ein Betriebssystem in der Probephase ist daher auf produktiv eingesetzten PCs nicht zu empfehlen.

Außerdem unterscheiden sich die Lizenz-und Datenschutzbestimmungen teilweise erheblich von denen der Release-Versionen.

Wie Sie neue Windows-10-Versionen testen, ohne die Funktion Ihres Computers zu beeinträchtigen, lesen Sie im Abschnitt „Insider-Downloads für eine Neuinstallation verwenden“ auf der rechten Seite.

Sie sind jedoch nicht gezwungen, stets die neueste Version von Windows 10 sofort zu installieren. Standardmäßig ist in den Update-Einstellungen „Verzögerte Anzeige“ gewählt („Slow Ring“). Ein Update wird dadurch erst einige Tage nach Erscheinen auf Ihrem PC installiert. Wenn Sie dagegen „Schnellanzeige“ („Fast Ring“) wählen, erhalten Sie neue Builds früher. Sie gehören dann zu den Testern, die Problemberichte an Microsoft senden und andere Nutzer vor der fehlerhaften Version bewahren. Erst wenn bei den Testern der frühen Windows-Versionen keine oder nur wenige Ausfälle zu beobachten sind, erhalten auch die Teilnehmer des „Slow Ring“ das Upgrade. Neuerdings stellt Microsoft mit den „Release Previews eine dritte Option zur Verfügung, über die Insider-Teilnehmer vorab auf eine neue Version aktualisieren können, die kurze Zeit später auf allen PCs verteilt wird.

Für das Insider-Programm bei Microsoft anmelden

Den Download der Vorabversionen aktivieren Sie bei den Einstellungen für das Windows-Update.
Vergrößern Den Download der Vorabversionen aktivieren Sie bei den Einstellungen für das Windows-Update.

Gehen Sie in die „Einstellungen“ (Aufruf mit der Tastenkombination Win-I) und auf „Update und Sicherheit -> Windows Update“. Klicken Sie auf „Erweiterte Optionen“. Unter „Insider Preview-Builds herunterladen“ drücken Sie die Schaltfläche „Los geht‘s“ und danach auf „Anmelden“. Klicken Sie auf „Microsoft Konto“, und melden Sie sich dort an. Wenn Sie noch keines besitzen, klicken Sie auf „Erstellen Sie ein Konto!“ und folgen den weiteren Anweisungen. Ist der Vorgang abgeschlossen, starten Sie Windows neu. Gehen Sie erneut in den Einstellungen auf „Update und Sicherheit -> Windows Update“, und klicken Sie auf „Erweiterte Optionen“. Ihr Anmeldename für das Microsoft-Konto taucht jetzt unter „Insider Preview-Builds herunterladen“ auf. Mit der Auswahl können Sie zwischen „Senden Sie mir einfach frühzeitig Updates“, „Die nächste Version von Windows“ und „Skip ahead to the next release“ wählen. Bei der zweiten Option entscheiden Sie sich dann zwischen „Verzögerte Anzeige“ und „Schnellanzeige“. Ihrer Wahl entsprechend, wird dann über das Windows-Update ein neuer Build angeboten. Wenn Sie per Klick auf „Insider Preview-Builds beenden“ das Programm verlassen, erhalten Sie nur noch die üblichen Windows-Updates. Sie können aber jederzeit wieder Insider-Builds beziehen, indem Sie die Anmeldung erneut durchführen.

Sollte ein bestimmter Build Probleme bereiten, gehen Sie in den Einstellungen auf „Update und Sicherheit -> Wiederherstellen“. Unter „Zu früherem Build zurückkehren“ klicken Sie auf „Los geht‘s“.

Windows 10: Die besten Tipps & Tricks

Insider-Downloads für eine Neuinstallation verwenden

Je nach Wunsch erfolgt das Update auf die nächste Build-Version früher oder später.
Vergrößern Je nach Wunsch erfolgt das Update auf die nächste Build-Version früher oder später.

Nach den Erfahrungen der vorherigen großen Versions-Updates wird Microsoft ISO-Dateien für die Neuinstallation des „Redstone 3“-Updates erst nach der Veröffentlichung für alle Windows-Nutzer bereitstellen. Offiziell müssen Tester immer den Weg über das Windows-Update gehen. Im Prinzip sind die Tests auch in einer virtuellen Maschine möglich. Da aber ein aktiviertes Windows nötig ist, benötigen Sie dafür eine eigene Windows-Lizenz. Das Gleiche gilt für einen extra Test-PC. Interessierte Privatanwender werden aber in der Regel kein Geld für eine weitere Windows-10- Lizenz ausgeben wollen.

Es gibt jedoch einen Ausweg. Aktivieren Sie den Bezug von Insider-Builds wie beschrieben. In den Einstellungen gehen Sie auf „Update und Sicherheit -> Windows Update“ und klicken Sie auf „Erweiterte Optionen“. Stellen Sie „Zur Planung eines Neustarts benachrichtigen“ unter „Installationsart für Updates auswählen“ ein. Warten Sie, bis der Download eines neuen Insider-Builds abgeschlossen ist, starten Sie den PC aber nicht neu. Öffnen Sie den Windows-Explorer. Gehen Sie auf „Ansicht -> Optionen“ und die Registerkarte „Ansicht“. Aktivieren Sie die Option „Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen“. Auf Laufwerk „C:“ sehen Sie dann den versteckten Ordner „$Windows.~BT“. Hier liegt im Verzeichnis „Sources“ die Datei „Install.esd“, die Sie in einen anderen Ordner verschieben. Löschen Sie aus dem Ordner „$Windows.~BT“ alles, so weit möglich, und deaktivieren Sie den Bezug von Insider-Builds.

ISO-Datei erstellen: Jetzt müssen Sie nur noch unter Verwendung der „Install.esd“ ein neues Installationsmedium zusammensetzen. Dafür verwenden Sie das Tool ESDtoISO herunterladen. Entpacken und kopieren Sie den Inhalt des ZIP-Archivs beispielsweise nach „C:\ESD“. Darin liegt jetzt das Batchscript ESDtoISO.cmd, das alle notwendigen Tools beim ersten Aufruf direkt bei Microsoft herunterlädt. Kopieren Sie die Datei „Install.esd“ ebenfalls nach „C:\ ESD“, und starten Sie ESDtoISO.cmd. Drücken Sie 1, um eine Standard-Install.wim zu erstellen. Nach Abschluss des Vorgangs finden Sie im gleichen Ordner eine ISO-Datei, die Sie zur Installation von Windows 10 über eine Virtualisierungs-Software Ihrer Wahl verwenden können. Unter Windows 10 Pro etwa in einer virtuellen Maschine, die Sie mit Hyper-V erstellen. Oder Sie verwenden die kostenlose Software Virtualbox .

Die ISO-Datei eignet sich auch für eine Neuinstallation auf demselben PC auf einer zweiten Festplatte, beispielsweise parallel zu einer anderen Windows-10-Version. Hier lässt sie sich auch aktivieren. Auf anderen PCs funktioniert das nicht, außer diese wurde zuvor auf Windows 10 aktualisiert und ist damit bei Microsoft bekannt und für ein entsprechendes Upgrade berechtigt.

Die Themen in Tech-up Weekly #102: +++ Oculus Go: Günstige, autonome VR-Brille vorgestellt +++ Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen +++ Kommt die GeForce GTX 1070 Ti Ende Oktober? +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche: Google Home Mini zeichnet ungewollt alles auf

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► Oculus Go: Günstige, autonome VR-Brille vorgestellt: (0:28):
www.pcwelt.de/2305137

► Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen (2:11):
www.pcwelt.de/2264171
► Windows 10 Herbst-Update per Trick früher zum Download:
www.pcwelt.de/2305098

► Kommt die GeForce GTX 1070 Ti Ende Oktober? (5:19 ):
www.pcwelt.de/2304964

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Quick-News (6:38):

► Pornhub-Nutzer von Malware-Angriff betroffen:
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► Oneplus-Smartphones übertragen heimlich Nutzerdaten:
www.pcwelt.de/2304891

► Bundesnetzagentur warnt vor Ping-Anrufen:
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► Färöer Inseln starten Google-Translate-Konkurrenten:
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► Studie: 90 Prozent der Deutschen sind online:
www.pcwelt.de/2304949

► RIP AIM: AOL Instant Messenger stirbt am 15.12.2017:
www.pcwelt.de/2304197

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Kommentar der Woche (8:25)

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Fail der Woche (9:27):

► Google Home Mini zeichnet ungewollt alles auf:
www.pcwelt.de/2304795


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