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Windows 10 S und warum das Rumgeheule im Web nervt

04.05.2017 | 16:45 Uhr |

Microsoft hat Windows 10 S vorgestellt und im Web sind viele Klagen darüber zu hören. Das nervt! Ein Kommentar.

Microsoft hat in dieser Woche das neue Windows 10 S vorgestellt. Wenn ich so durch die Foren, Facebook-Kommentare und anderswo im Web surfe, lese ich viel Kritik. Und ehrlich gesagt: Mich nervt´s gewaltig. Ja - Windows 10 S ist ein abgespecktes Windows 10 Pro ("Pro"! nicht "Home"!). Ja, darauf laufen nur Anwendungen aus dem Windows Store (demnächst wohl Microsoft Store).

Und wer sich darüber aufregt, ist selber schuld. Weil er sich über etwas aufregt, was sowieso nicht für ihn gedacht ist.

Windows 10 S: Alle Infos zum neuen Windows 10 Light

Ich bin der Meinung, dass Windows 10 S der Computer-Welt sogar gut tun wird. Warum? Es gibt auch eine Zielgruppe für Windows, zu der Windows 10 Home und Windows 10 Pro nicht passen. Die sich nicht so gut in der Windows-Welt auskennt und Mühe hat, ihr System auf Dauer sicher und performant zu halten. Weil deren Nutzer eben doch jede Software herunterladen, selbst wenn diese aus eher dubiosen Quellen stammen. Deren Nutzer Angst haben, auf Links in Mails zu klicken, weil dies wieder ein mieser Trick von Internet-Betrügern sein könnte. Oder die vermeintlich harmlose Software installieren, die nicht das tut, was sie verspricht, sondern auch noch bösere Dinge im Schilde führt.

Was spricht denn dagegen, genau dieser Zielgruppe ein zugegeben beschnittenes aber im Gegenzug auch sicheres Windows 10 anzubieten? Exakt dieses Ziel verfolgt Microsoft mit Windows 10 S.

Mittel gegen sinkende PC-Verkäufe

Die PC-Hersteller beklagen sich über sinkende PC-Verkäufe. Da kann doch ein Windows 10 S einen neuen Anreiz schaffen, und neue Geräte an diese bisher vernachlässigte Zielgruppe zu verkaufen. Das Surface Laptop mag mit 1.149 bis 2.499 Euro ein eher teueres Windows-10-S-Gerät der ersten Stunde sein, aber andere Hersteller wollen zu deutlich niedrigeren Preisen (ab etwa 200 Euro) mit entsprechenden Geräten an den Start gehen. Sie zahlen wohl auch deutlich niedrigere Lizenzkosten für Windows 10 S an Microsoft als bei Windows 10 Home oder gar Windows 10 Pro. Und dürfen ihre Rechner nicht mehr vollgebläht mit unnötiger, und schwer deinstallierbarer Software an die Kundschaft ausliefern.

Wichtig ist, dass die Händler diese Geräte auch entsprechend an die passende Kundschaft verkaufen. Aber selbst wenn man sich es sich später überlegt und fitter in der Windows-Welt unterwegs ist: Für rund 50 Euro holt man sich dann halt Windows 10 Pro als Upgrade. Klar profitiert davon Microsoft. Aber unterm Strich auch die gesamte Windows-Plattform.

Windows 10 S ist auch ideal für Schulen

Und da sind noch die Schulen und andere Bildungseinrichtungen. In den USA ist man weiter. Dort werden die Schüler bereits früh an die Nutzung von Rechnern herangeführt und der Unterricht entsprechend gestaltet. Entsprechend wird auch ein Betriebssystem benötigt, dass sich leicht administrieren lässt und bei dem die Schüler nicht binnen Minuten alles verkonfigurieren können. Und das eben auch günstig ist. Auch hier besteht also der Bedarf nach ein einem Betriebssystem wie Windows 10 S.

Windows RT war schlecht... Microsoft hat dazu gelernt

Mit Windows 10 S hat Microsoft auch aus der Vergangenheit gelernt. Immerhin ist es ja nicht so, dass wie bei Windows RT nur bestimmte Arten von Apps laufen. Unter Windows 10 S laufen schließlich auch alle herkömmlichen Win32-Anwendungen. Windows RT war ein Fehler und die Geschichte hat gezeigt, dass ich mit dieser Meinung recht hatte.

Bei Windows 10 S hebt Microsoft überflüssigen Windows-RT-Regeln auf. Klar, die Entwickler sind gezwungen, ihre Anwendungen von Microsoft für den Store freigeben zu lassen. Andererseits wirft dadurch auch eine weitere Instanz einen genaueren Blick auf die Anwendung und kontrolliert, ob sie wirklich sicher ist und das macht, was die Entwickler verspricht. Die Zertifizierung ist kostenlos, wenn man die entsprechenden Entwickler-Werkzeuge von Microsoft nutzt. Im Gegenzug lässt sich Microsoft natürlich das Ganze über einen Anteil an den Einnahmen von kostenpflichtigen Anwendungen entlohnen. Das machen aber Apple und Google genauso, wenn man seine App über deren Marktplätze anbieten will.

Web, beruhige dich...

Ich finde also, dass man - im Web - auf Windows 10 S deutlich entspannter reagieren sollte. Wer unsere FAQ zu Windows 10 S liest, und negative Gedanken zu Windows 10 S hat, sollte sich einfach sagen: "Hey - das ist eh nicht für mich gedacht."

Ich finde auch das Smartphone XYZ zu teuer, rege mich aber nicht darüber auf, dass der Hersteller es wagt, zu verkaufen. Ich mag keine Pizza mit Thunfisch und meide deshalb trotzdem nicht Restaurants, die diese auf der Karte stehen haben. Und mir ist es egal, ob jemand Veganer ist. Mehr Tolaranz und Ruhe hilft in vielen Bereichen im Leben. Und es gibt wichtigere Dinge, über die man sich aufregen oder Sorgen machen sollte...

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