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Windows 10 RS5: Mail-Edge-Zwang sorgt für Ärger

19.03.2018 | 10:17 Uhr |

Windows Insider erhalten einen neuen Redstone-5-Build zum Testen. Eine Änderung sorgt dabei für viel Ärger unter den Fans.

Das Windows 10 Spring Creators Update (Redstone 4) steht in den Startlöchern und wird wohl ab Anfang April an alle Windows-10-Nutzer verteilt. Seit einigen Wochen dürfen die Windows Insider bereits die Redstone-5-Builds testen, also die Windows-10-Versionen, die bereits einen Teil der für Herbst 2018 geplanten Neuerungen und Verbesserungen enthalten. Frisch erschienen ist Windows 10 Insider Preview Build 17623 (RS5). Und eine der darin enthaltenen Neuerungen hat über das Wochenende für ordentlich Wirbel gesorgt, dabei taucht sie in den Veröffentlichungsnotizen nur unter Ferner liefen auf...

Unter "General changes" listet Microsoft die Änderung auf, dass Links in der Windows Mail App nur noch in Microsoft Edge geöffnet werden. Egal also, welcher Browser als Standard-Browser auf dem System ausgewählt wurde, missachtet Windows Mail diese Einstellung und öffnet die Mail-Links in Edge. "Der Edge-Browser", so heißt es in den Veröffentlichungsnotizen, "bietet die beste, sicherste und konstistenste Erfahrung unter Windows 10 und über Ihre Geräte hinweg." In den folgenden Sätzen werden einige weitere Vorzüge von Edge aufgelistet, darunter die Cortana-Integration, der vereinfachte Sharepoint- und Onedrive-Zugriff, die verbesserte Akku-Laufzeit bei Nutzung mobiler Geräte und die Möglichkeit, Notizen auf Websites zu machen.

So schön, so gut. Was haben die von Microsoft propagierten Edge-Vorteile aber mit dem Zwang zu tun, künftig alle Links in Windows Mail in Edge öffnen zu müssen? Herzlich wenig, weshalb viele Windows Insider ihren Unmut in den Windows-10-Foren und in Tweets verkündeten. Der Hauptverdacht: Microsoft will die Nutzer zur Verwendung von Edge zwingen. Selbst wenn Firefox & Co. als Standard-Browser verwendet werden, öffnet sich - bei Nutzung von Windows Mail - ab und zu noch Edge.

Die Aufregung ist groß, allerdings: Bei den ganzen hitzigen User-Kommentaren wurde teils übersehen, dass in den Veröffentlichungsnotizen darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine Änderung handelt, die getestet werden soll. Abzuwarten bleibt also, ob sie ihren Weg in spätere Redstone-5-Vorabversionen oder gar in die finale Version finden wird.

Wir meinen: Microsoft, übertreib´ es nicht!

Wir meinen: So groß unser Mitleid mit Edge ist (guter Browser, der zu Unrecht einen schlechten Ruf genießt), umso mehr sollte sich Microsoft am Riemen reißen und nicht damit anfangen, die Nutzung gewisser Funktionen in Windows 10 vorzuschreiben. Hier sollte weiterhin gelten: Der Nutzer soll entscheiden dürfen, wie er welche Aufgabe auf einem Rechner bewältigen sollte. Ja, Edge würde mehr Anteile bei der Browser-Nutzung verdienen, allerdings kann und sollte man die User nicht zur Nutzung von Edge zwingen.

Windows 10 Build 17623: Die weiteren Neuerungen und Verbesserungen

Bei all dem Lärm um den Mail-Edge-Zwang wären fast die anderen Neuerungen und Verbesserungen untergegangen, die Windows 10 Insider Preview Build 17623 mitbringt. Dazu zählt beispielsweise die Unterstützung für das High Efficiency Image File Format (HEIF).

Bei HEIF handelt es sich um ein sehr flexibles Container-Dateiformat für Bilder (.heif) und Bildersequezen (.heic). Definiert wurde es von der Moving Picture Experts Group (MPEG) und es unterstützt verschiedene Kompressions-Algorithmen. Apple unterstützt das Format seit iOS 11 und macOS High Sierra. Bilder können in höherer Bild-Qualität aber bei geringerem Platzverbrauch im Vergleich zu JPG gespeichert werden. Welche weiteren Vorteile das Format bietet, lesen Sie in diesem Wikipedia-Eintrag. Microsoft aktualisiert unter anderem seine Foto-App um die Unterstützung von HEIF.

Ab der neuen Redstone-5-Vorabversion können auch externe, über Thunderbolt 3 verbundene, GPUs von einem System sicher im laufenden Betrieb entfernt werden. Sollten Applikationen gerade die externe GPU verwenden, dann erscheint ein entsprechender Hinweis mit der Aufforderung zum Schließen dieser Applikationen.

Hinzu kommen einige Verbesserungen beim Windows Defender Application Guard (WDAG), wovon unter anderem dessen Performance profitiert.

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