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Windows 10 Update: Die neue Zwischenablage

18.01.2019 | 08:07 Uhr |

Microsoft hat sich über 30 Jahre Zeit gelassen, die Zwischenablage von Windows funktional zu erweitern. Doch endlich kann das aktualisierte Betriebssystem das, was zahlreiche Freewaretools schon seit Jahren beherrschen.

Die Zwischenablage ist eines der am meisten gebrauchten Werkzeuge von Windows – die Hotkeys Strg-C, Strg-X sowie Strg-V zum Kopieren, Ausschneiden und Einfügen sollten jedem Windows-Anwender vertraut sein. In der Zwischenablage landet übrigens auch jeder Screenshot, den Sie mit der Drucktaste angelegt haben. Das mit Abstand größte Funktionsdefizit der bisherigen Zwischenablage ist allerdings, dass sie immer nur einen Eintrag sichern kann. Sobald dann ein neues Element mittels Strg-C im Clipboard landete, wurde das vorherige Element ohne Rückfrage überschrieben. Bei Arbeiten in umfangreichen Dokumenten konnte es somit durchaus vorkommen, dass auf diese Weise einzelne Sätze oder sogar komplette Absätze im Datennirvana gelandet sind, weil man einmal zu wenig Strg-V gedrückt hatte.

Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Windows-Nutzer zu Gratis-Programmen wie etwa Clipboard Master gegriffen haben. Damit ist es möglich, mehrere Textelemente, Bilder oder auch Dateien in der Zwischenablage zu speichern. Ditto ist ebenfalls ein kostenloses Tool, das dem Anwender eine prinzipiell unbegrenzte Anzahl an Zwischenablage-Einträgen erlaubt. Einsetzen lässt sich das Programm sowohl für unformatierten als auch für formatierten Text und für Bilder. Einen derartigen Weg geht auch die neue, erweiterte Zwischenablage von Windows 10 Version 1809.

Siehe auch: Das Windows Oktober-Update im Überblick

Die erweiterte Zwischenablage behält mehrere Elemente

Die Optionen der neuen Zwischenablage sind in der „Einstellungen“-App zu finden.
Vergrößern Die Optionen der neuen Zwischenablage sind in der „Einstellungen“-App zu finden.

Das neue Clipboard vom Oktober-Update kann bis zu 25 Einträge aufnehmen und zeigt dann etwa Text und Bilder nach dem Aufruf der Tastenkombination Strg-V in einer Historie untereinander an. Die neuesten Dateien werden dabei immer an den Anfang gesetzt. Mit einem Klick auf einen Eintrag wird die Auswahl wieder aktiv und zum Beispiel automatisch an der aktuellen Cursor-Position in Word in ein Dokument eingefügt. Per Klick auf das „X“ rechts bei einem Eintrag wird das Element aus der Zwischenablage entfernt.

Praktisch ist die Fixieren-Funktion, die Sie mit einem Klick auf das Pin-Icon rechts neben dem Eintrag aktivieren. Damit behalten Sie die Einträge in der Zwischenablage, auch bei einem Windows-Neustart oder wenn Sie den Zwischenablageverlauf mit einem Klick auf „Alles löschen“ beziehungsweise unter „Einstellungen –› System –› Zwischenablage“ löschen. Hier lässt sich der Zwischenablageverlauf auch komplett abschalten.

Unser Fazit: Trotz der neuen Funktionen zwiegespalten

Einerseits ist es löblich und gut, dass die Windows-Entwickler die Zwischenablage renoviert haben. Andererseits kann die neue Zwischenablage den zahlreichen Freewaretools auch weiterhin nicht annähernd das Wasser reichen. Wir würden uns beispielsweise wünschen, dass sich einzelne Einträge gruppieren und direkt als Textdatei speichern lassen. Hoffentlich dauert es nicht wieder 30 Jahre, bis die nächste große Änderung kommt.

Tipp: Der erste Start von Windows 10.6

Zwischenablage mit Onedrive über die Cloud teilen

Die neue Zwischenablage kann mit der Tastenkombination Win-V jederzeit eingeblendet werden.
Vergrößern Die neue Zwischenablage kann mit der Tastenkombination Win-V jederzeit eingeblendet werden.

Die erweiterte Zwischenablage von Windows steht via Cloud auf anderen Geräten zur Verfügung, die über Onedrive und dasselbe Benutzerkonto verbunden sind. So lassen sich dann Inhalte zwischen Desktop-Rechner, Notebook und Surface austauschen, sofern auf allen Geräten Windows 10 Version 1809 installiert ist und diese über dasselbe Benutzerkonto laufen. Die Cloud-Zwischenablage des neuen Windows 10 unterstützt reinen Text bis 100 KB Größe und Bilder bis zu einer maximalen Größe von einem Megabyte. Microsoft nutzt für die geteilte Zwischenablage übrigens die gleiche Technik wie für die Timeline-Funktion.

Standardmäßig ist die geteilte Zwischenablage noch nicht aktiv. Um sie einzuschalten, gehen Sie als Nächstes bitte zu „Einstellungen –› System –› Zwischenablage“ und schalten anschließend die Option „Auf allen Geräten synchronisieren“ ein. Wenn Sie die Cloud-Zwischenablage demnächst auch auf einem Android-Mobilgerät nutzen wollen, klicken Sie in der „Einstellungen“-App auf den Link „App installieren, mit der Elemente aus der Zwischenablage mit Ihrem Telefon synchronisiert werden.“ Jetzt öffnet sich ein neues Fenster. Geben Sie die Mobilfunknummer des Android-Smartphones ein und klicken Sie auf „Senden“. Sie erhalten auf dem Smartphone eine SMS mit einem Link, der den Google Play Store öffnet. Installieren Sie dann die erforderliche App Swiftkey. Nach dem Start aktivieren Sie auf Ihrem Telefon die neue App, nehmen die geforderten Einstellungen vor und verbinden sich mit dem Microsoft-Konto, das Sie auch für Ihre Windows-Geräte verwenden. Anschließend ist die Cloud-Zwischenablage aktiv und Sie können mithilfe von Swiftkey Inhalte einfügen.

Die Datenschutzeinstellungen für die Cloud-Zwischenablage

Beachten Sie, dass bei der geräteübergreifenden Cloudnutzung sämtliche Informationen in der Zwischenablage an Microsoft übermittelt werden, also auch kopierte Zugangsdaten und Passwörter. Falls Sie das nicht generell freigeben möchten, klicken Sie in der Einstellungen-App von Windows auf „System –› Zwischenablage“. Im Abschnitt „Automatische Synchronisierung“ wechseln Sie von „Meinen kopierten Text automatisch synchronisieren“ zu „Meinen kopierten Text nie automatisch synchronisieren“. Mit der Tastenkombination Win-V öffnen Sie die Zwischenablage und wählen den Text explizit aus, den Sie anderen Geräten zur Verfügung stellen möchten.

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