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Windows 10: Mehr Privatsphäre im Creators Update

09.06.2017 | 13:22 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Microsoft hat mit dem Creators Update die Einstellungen zur Privatsphäre kräftig überarbeitet. PC-WELT stellt die Änderungen vor und verrät, wie Sie sich besser schützen können.

Seit Erscheinen von Windows 10 im Sommer 2015 wurde Microsoft für seine „Datensammelwut“ im neuen Betriebssystem kritisiert. Zum einen waren die Einstellungen zum Datenschutz nicht an einer zentralen Stelle in Windows zusammengefasst, zum anderen dürften viele Nutzer bei der Installation einfach auf die Schaltfläche „Express-Einstellungen“ geklickt haben, ohne diese zu hinterfragen. Drittens schließlich legte der Software-Konzern nur sehr eingeschränkt offen, welche Nutzerdaten über die Windows-PCs und -Tablets abgegriffen und wie sie genutzt werden.

Mit dem Erscheinen des neuen Creators Updates im April hat das Unternehmen die Windows-Einstellungen zu Datenschutz und Privatsphäre geändert. Zudem werden die übertragenen Details nun sehr viel offener und transparenter kommuniziert.

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„Express-Einstellungen“ gelöscht

Installiert man Windows 10 in der neuen Version 1703, also einschließlich Creators Update, frisch, so gibt es die bisherigen „Express-Einstellungen“ zum Datenschutz während des Setups nicht mehr. Vielmehr erscheint vor der ersten Nutzungsmöglichkeit ein Menü, das mit „Wählen Sie die Datenschutzbestimmungen für Ihr Gerät aus“ überschrieben ist. Standardmäßig sind hier zwar alle Optionen aktiviert, aber sie sind sichtbar und lassen sich per Maus einfach abschalten.

Den Datenschutz können Sie aber auch im laufenden Betrieb sowie nach dem nachträglichen Aufspielen des Creators Updates detailliert einstellen und anpassen. Dazu tippen Sie unten im Such-/Cortana-Feld „Datenschutz“ ein und scrollen dann in der Datenschutz-App links in der Liste herunter zum Eintrag „Feedback und Diagnose“. Hier stehen mit „Einfach“ und „Vollständig“ nur noch zwei Optionen zur Auswahl. Bei der Einstellung „Einfach“ werden laut Microsoft nur solche Daten erfasst, die für den sicheren Betrieb und die Geräteaktualisierung erforderlich sind. Sehr viel mehr sind es bei der Option „Vollständig“: Eine kurze deutsche Auflistung erhalten Sie über den an dieser Stelle sichtbaren Link „Datenschutzbestimmen“. Mehr Informationen zu den „Diagnostic Data“ gibt es auf einer englischsprachigen Webseite : Die übertragenen Informationen reichen von Hardware-und Software-Details bis zu den geladenen Filmen, E-Books und Songs.

Privacy-Details einzeln einstellbar

Neben den Feedback-Einstellungen an Microsoft können Sie in der neuen Datenschutz-App von Windows 10 viele weitere Details festlegen: zum Beispiel, welche Apps auf Ihre Position, auf die eingebaute Kamera, auf das Mikrofon, Ihre Kontakte und vieles mehr zugreifen dürfen. Die Auswahlliste umfasst fast 20 Einträge, die Einstellmöglichkeiten sind zudem einfach und transparent gestaltet. Wichtig ist, dass Sie an dieser Stelle individuelle App-Freigaben beziehungsweise -Verbote nur für Apps aus dem Windows-Store machen können, nicht dagegen für die gewöhnlichen Desktop-Programme. Als Fazit lässt sich feststellen, dass Microsoft auf die Kritik von Nutzern reagiert hat: Der Konzern legt nun offen, welche Daten er sammelt, und Sie als Windows-Nutzer können detailliertere Einstellungen zu Ihrer Privatsphäre vornehmen.

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