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Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen im Überblick

17.10.2017 | 09:32 Uhr |

Microsoft liefert mit Windows 10 Fall Creators Update am 17. Oktober das zweite große Update für Windows 10 in diesem Jahr aus. Wir werfen einen Blick auf die neuen Funktionen und Verbesserungen.

Microsoft liefert ab dem 17. Oktober das Windows 10 Fall Creators Update nach und nach an alle Windows-10-Nutzer aus. Auch dieses Mal erhalten nicht alle Nutzer auf einen Schlag das Update, sondern es wird nach und nach in mehreren Wellen verteilt. Die Teilnehmer des Insider-Programms erhalten seit einigen Tagen die finale Version des Herbst-Updates in Form von Windows 10 Insider Preview Build 16299.15. Diese wurde kurze Zeit später auf die Version 16299.19 aktualisiert, mit der noch einige Bugs behoben werden.

Weil es sich um den RTM (Release-to-Manufacturing) handelt, wird nach der Installation der neuen Version  auf dem Desktop nicht mehr wie bei früheren Vorabversion unten rechts ein Windows-10-Versions-Wasserzeichen angezeigt. Außerdem dürfen Windows Insider nun dank des RTM-Status das Insider-Preview-Programm verlassen ohne anschließend eine Neuinstallation vornehmen zu müssen. Es genügt ein Klick auf den Button "Insider Preview-Builds beenden" unter "Einstellungen, Windows-Insider-Programm". Ansonsten erhalten die Windows Insider fortan die Redstone-4-Vorabversionen von Windows 10.

Windows 10 Version 1709 Build 16299.15
Vergrößern Windows 10 Version 1709 Build 16299.15

Nach der Installation des Windows 10 Fall Creators Update trägt Windows 10 die folgende vollständige Versionsnummer: Windows 10 Version 1709 Build 16299.15 btw. 16299.19. Nach dem Frühlingsupdate trug Windows 10 die Versionsnummer 1703 und die Build-Nummer 15063. Die neue Versionsnummer 1709 leitet sich wie gewohnt von dem Jahr (2017) und dem Monat (September) der Fertigstellung ab. Die Build-Nummer 16xxx signalisiert, dass es sich um einen Redstone-3-Build handelt. Alle Vorabversionen, die zu dem Redstone-4-Entwicklungsstrang gehören, tragen eine Build-Nummer 17xxx. Windows 10 Redstone 4 wird mit dem Frühlings-Update 2018 an die Nutzer ausgeliefert.

Für Eilige: Windows 10 Version 1709 (Fall Creators Update) bereits zum Download

Über einen Trick können Sie das Windows 10 Herbst-Update bereits jetzt direkt von Microsoft erhalten und installieren.Wie es funktioniert, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.  Wir empfehlen Ihnen aber noch etwas zu warten, ob es nicht trotz aller Vorabtests nicht doch noch zu Problemen mit der neuen Windows-10-Version kommt. In der Regel trudeln derartige Berichte über Probleme bereits kurz nach dem Start

 

Microsoft hatte im Mai angekündigt, dass auf das Windows 10 Creators Update im Frühjahr das Windows 10 Fall Creators Update im Herbst 2017 für die mittlerweile weit über 500 Millionen Nutzer weltweit folgen wird. Besonders originell ist der Name des unter dem Codenamen Redstone 3 entwickelten Updates sicherlich nicht, aber dafür hat es doch viele interessante Neuerungen zu bieten. Letztendlich handelt es sich also quasi um Teil 2 des Creators Updates. So werden auch einige sinnvolle Funktionen nachgereicht, die noch beim ersten Teil - wohl aus Zeit-, vielleicht aber auch aus Qualitätsgründen - entfernt worden waren.

Viele Neuerungen - es werden aber auch Funktionen entfernt

Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht: Mit Windows 10 Fall Creators Update (Windows 10 FCU) werden auch einige Funktionen aus Windows 10 entfernt oder nicht mehr weiter entwickelt. Konkret trifft dies beispielsweise den Windows-Klassiker Paint, der fortan nicht mehr standardmäßig mit Windows 10 ausgeliefert wird, sondern nur noch über Windows Store erhältlich sein wird. Paint macht damit Platz für Paint3D. Auch die Erstellung von ReFS-Laufwerken wird ab Windows 10 FCU nicht mehr in den Konsumenten-Versionen von Windows 10 möglich sein.

Auch der Windows Media Player wird entfernt. Wie Sie diese Änderung rückgängig machen können, erläutern wir hier. Einen Überblick über alle mit Windows 10 FCU gestrichenen Funktionen liefern wir Ihnen in diesem Beitrag.

Microsoft Fluent Design System: Oberfläche erhält neues Design

Mit Microsoft Fluent Design System spendiert Microsoft der Windows-10-Oberfläche eine neue Designsprache, die auch stärker berücksichtigen soll, dass Windows 10 auf den unterschiedlichsten Gerätetypen im Einsatz ist und bedient werden will. "Entwicklern ermöglicht das durchgängige Design, zukünftig noch effizientere Anwendungen zu programmieren", verspricht Microsoft. Wer nun eine Revolution im Design der Windows-Oberfläche erwartet, der dürfte enttäuscht werden. Vielmehr handelt es sich um die - auch dringende benötigte - Modernisierung.

Die wichtigsten Grundprinzipien des Fluent Design System (Codename: Neon) sind "light", "depth", "motion", "materials" und "scale". Die Designsprache ist so konzipiert, dass Entwickler Oberflächen für ihre Anwendungen anbieten können, die optimal für den Einsatz auf dem betreffenden Gerät geeignet sind. Eben weil es ein Unterschied ist, ob eine App auf einem Desktop-Rechner, auf einem Smartphone und/oder in einer VR-Umgebung verwendet wird.

Zu den ersten Apps, die die neue Design-Sprache bereits verwenden und die öffentlich getestet werden, gehört die neue Windows-10-Standard-App Windows Story Remix, die auch seit Windows 10 Insider Preview Build 16193 mitgeliefert wird. Wie die Animationen von Elementen künftig aussehen, zeigt folgendes Video. Direkt danach folgt ein Video, in dem weitere Eigenschaften der neuen Designsprache zu sehen sind:

Taskmanager: Blick auf den neuen Eintrag "GPU"
Vergrößern Taskmanager: Blick auf den neuen Eintrag "GPU"

Neuer GPU-Eintrag in Taskmanager

Dem Task Manager wird der neue Bereich „GPU“ spendiert, der Infos zur Leistung der physischen GPUs anzeigt. Dabei wird der GPU-Name für jede GPU angezeigt und die  Performance-Grafiken zeigen die Leistung der GPU in den Bereichen „3D“, „Copy“, „Video Decode“ und „Video Processing“ an. Direkt darunter werden einige weitere GPU-Infos angezeigt und es wird auch eingeblendet, welche höchste Version von DirectX die GPU unterstützt.

Taskmanager deckt auf, welche Websites besonders viel RAM und CPU auslasten
Vergrößern Taskmanager deckt auf, welche Websites besonders viel RAM und CPU auslasten

Die Nutzer können im Taskmanager außerdem genau erkennen, wie viel Speicher und CPU eine in Microsoft Edge geöffnete Website in Anspruch nimmt. Besonders aufgeblähte Websites lassen sich so schneller ermitteln und mit einem Mausklick „abschießen“.

Onedrive: Platzhalter-Funktion kehrt zurück

Mit dem Herbst-Update kehrt die Platzhalter-Funktion von Onedrive in Windows 10 zurück. Die Funktion hatte Microsoft in Windows 8 eingeführt, dann aber beim Nachfolger gestrichen. Eine Entscheidung, die bei vielen Windows-Nutzern auf Unverständnis stieß. Ab dem Fall Creators Update können wieder auf jedem Windows-10-Gerät alle bei Onedrive abgelegten Dateien eingesehen werden, ohne dafür auf dem lokalen Gerät Speicherplatz belegen zu müssen. Erst wenn eine Datei tatsächlich gebraucht wird, wird sie auch lokal heruntergeladen und kann dann in der entsprechenden Anwendung oder App bearbeitet werden. Anschließend wird die Datei wieder mit allen Änderungen hochgeladen.

Zunächst wird der komplette Inhalt der bei Onedrive abgelegten Ordner angezeigt. Über ein Icon bei der Datei ist erkennbar, ob diese auch lokal auf dem Rechner gespeichert ist (grüner Haken) oder die Datei nur in der Cloud vorliegt (Wolke). Bei einem Doppelklick auf die Datei im Explorer wird erkannt, dass ein Zugriff auf die Datei gewünscht wird und diese, falls sie noch nicht lokal vorliegt, heruntergeladen und dann geöffnet. Alle Änderungen werden anschließend mit der Cloud synchronisiert. Das funktioniert natürlich nicht nur im Explorer, sondern aus jeder Anwendung heraus, die auf Dateien zugreifen kann.

Speicherplatz freigeben erweitert

Der Vorteil von der neuen Onedrive Platzhalter-Funktion liegt auf der Hand: Sie haben stets einen Überblick über alle Ihre Dateien, egal wo sie liegen. Auf Systemen mit wenig Speicheplatz lassen sich so viele wertvolle Gigabyte sparen. Apropos Speicherplatz sparen: In Einstellungen, System und Speicher finden sich neue Optionen für die Speicheroptimierung, die zunächst per Schalter eingeschaltet werden muss. Über "Freigeben von Speicherplatz ändern" können nun neuerdings beispielsweise auch automatisch Dateien im Ordner "Download" gelöscht werden, die 30 Tage nicht geändert wurden. Außerdem können nun auch vorherige Windows-Versionen, die auf dem Rechner nach einem größeren Windows-10-Update noch Platz verschwenden, nach 10 Tagen automatisch gelöscht werden.

Windows 10 kann mit einem Handy gekoppelt werden
Vergrößern Windows 10 kann mit einem Handy gekoppelt werden

Windows 10 mit Android und iOS koppeln

Windows 10 erlaubt es den Nutzern ab Windows 10 Fall Creators Update ihr Smartphone (Android oder iPhone) mit Windows 10 zu koppeln. Dazu befindet sich in den Einstellungen der neue Eintrag "Handy". Microsoft will die dadurch möglichen neuen Funktionen nach und nach ausliefern.

Zum Verknüpfen des Windows-10-PCs mit dem Smartphone wird eine SMS an das Gerät gesendet, über die dann die "Microsoft App"-App unter iOS oder Android installiert werden kann. Diese muss dann wiederum mit dem Microsoft-Konto verbunden werden, das man auch unter Windows 10 am Desktop-PC verwendet.

Eine im mobilen Browser geöffnete Website können Sie nun über den "Teilen"-Befehl an den PC schicken. Dabei können Sie entscheiden, ob die Seite sofort im PC-Browser geöffnet werden soll oder erst später. Bei der Auswahl von "sofort" öffnet sich automatisch auf dem PC der Browser mit der gewünschten Seite. Bei der Auswahl von "später" landet die Website im Action Center von Windows 10 und kann dann von dort aus mit einem Klick geöffnet werden. 

Auch eingehende SMS-Nachrichten müssen nicht mehr am Smartphone beantwortet werden, während man an dem Rechner sitzt. Im Action-Center wird der Nutzer über eingehende Kurznachrichten informiert und kann diese dann einfach direkt am PC bequem und via Tastatur beantworten.

Über die "Koppeln"-Funktion erscheint unter Windows 10 im Action-Center ein Hinweis, wenn Sie beispielsweise in der Word-App auf dem Android-Smartphone eine Datei bearbeitet haben. Sie können diese Datei dann direkt auf dem PC öffnen und daran weiterarbeiten. Allerdings springt Office (noch) nicht automatisch an die Stelle des Dokuments, an der Sie zuletzt gearbeitet hatten. Das ist derzeit noch ein nerviges Manko.

Unterm Strich machen noch alle Funktionen einen eher unausgereiften Eindruck. Hier sollte Microsoft also dringend nachbessern...

Bahnschrift in Windows 10
Vergrößern Bahnschrift in Windows 10
© Microsoft

Bahnschrift in Windows 10

Die neue Schriftart Bahnschrift ist Teil von Windows 10 Fall Creators Update. Es handelt es sich dabei um den ersten OpenType Variable Font, den Microsoft in Windows 10 integriert. Dieser hält sich an dem OpenType Standard 1.8.

Franz jagt... nun auch in Bahnschrift
Vergrößern Franz jagt... nun auch in Bahnschrift

Im Gegensatz zu statischen Schriftarten können variable Schriftarten für eine bliebige Anzahl von Schriftart-Stilen verwenden werden. Bisher waren dafür jeweils eigene Schriftarten in Windows notwendig, die auch Platz vergeuden.

Bei Bahnschrift hält sich Microsoft an der DIN-Schrift, die unter anderem auch in Deutschland bei Verkehrszeichen zum Einsatz kommt. Das Bild oben zeigt, dass variable Schriftarten unter anderem mehr Grade zur Fettung anbieten, ohne dafür jedes Mal eine eigene Schriftart benötigen zu müssen.

Windows 10: Die Kommandozeile erhält ein Farb-Update
Vergrößern Windows 10: Die Kommandozeile erhält ein Farb-Update
© Microsoft

Windows-Kommandozeile erhält historisches Update

Die Windows-Konsole in Windows 10 erhält das erste Farbupdate in ihrer Geschichte. Die Entwickler hatten der Windows Konsole bereits mit dem Creators Update die Unterstützung für 24-Bit Farbtiefe spendiert. Davor lag das Limit für die maximal in der Konsole darstellbaren Farben bei 256. Mit dem Fall Creators Update erhält nun das Standard-Farb-Schema die erste Aktualisierung in der Geschichte von Windows und damit nach mehr als 20 Jahren.

Die Standard-Farbwerte sind geändert worden, um die Lesbarkeit von dunkleren Farben auf modernen Bildschirmen zu verbessern. Außerdem erhält die Konsole dadurch auch ein moderneres "Look & Feel". "Das ursprüngliche Farbschema war nicht für moderne Displays gebaut worden und wird nicht so gut auf moderneren, kontrastreicheren Display dargestellt", so die Entwickler. Das neue Farbschema der Konsole ist nur nach einer Neuinstallation von Windows 10 aktiv, ansonsten werden die bisherigen Einstellungen nach einem Update übernommen. Wer das neue Farbschema nutzen möchte, muss es dann also manuell aktivieren.

View 3D in Windows 10 FCU
Vergrößern View 3D in Windows 10 FCU
© Microsoft

View 3D für Mixed-Reality Inhalte

Mit Paint 3D oder anderen Werkzeugen erstellte Mixed-Reality-Inhalte können in der View 3D App betrachtet werden. Letztendlich handelt es sich um eine Art Foto-App für 3D-Objekte. Entsprechende Modelle sind beispielsweise auch über Remix3D.com erhältlich.

Windows 10: TruePlay Funktion unter "Spiele" ist ein Anti-Cheat-System
Vergrößern Windows 10: TruePlay Funktion unter "Spiele" ist ein Anti-Cheat-System

Windows 10 Trueplay - Windows 10 erhält Anti-Cheat-Mechanismus

Mit dem Windows 10 Fall Creators Update führt Microsoft ein Anti-Cheat-System in Windows 10 ein. Microsoft betont immer wieder, wie wichtig der PC als Spieleplattform ist und hatte zuletzt mit dem Creators Update einige Neuerungen, wie etwa den Game Mode, eingeführt. Der PC als Gaming-Plattform leidet in vielen Online-Spielen aber auch unter den vielen Schummlern. Nach Steam und diversen anderen Technologien, könnte ihnen nun auch Microsoft direkt auf Betriebssystem-Ebene den Kampf ansagen.

Denn unter Windows 10 befindet sich nach dem Fall Creators Update in den Einstellungen unter "Spiele" die neue Funktion "TruePlay". "Mithilfe von TruePlay werden Systeminformationen für Spiele bereitgestellt, um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß abläuft", heißt es dort. Wahrscheinlich müssen Spiele die Funktion unterstützen und Spieler zur Nutzung von Mulitplayer-Modi dann die Funktion aktivieren. Genauere Details liegen uns aber zu TruePlay noch nicht vor...

Eye Control in Aktion
Vergrößern Eye Control in Aktion
© Microsoft

Windows per Augen steuern - Eye Control macht es möglich

Mit Eye Control kann Windows 10 mit den Augen gesteuert werden. Die in Windows 10 integrierte neu Eye-Tracking-Unterstützung. soll Nutzern die Bedienung von Windows 10 erleichtern, die an der heimtückischen Nervenerkrankung ALS oder an Querschnittslähmungen leiden und daher keine Maus oder Tastatur verwenden können. Mehr Details zu den Hintergründen, die zur Entwicklung der Funktion führten, lesen Sie in diesem PC-WELT-Beitrag.

Für die Verwendung von Eye Control muss man im Besitz des Tobii Eye Tracker 4C sein. Die Unterstützung für weitere Eye-Tracking-Hardware wird ab nach und nachhinzugefügt. Nach der Aktivierung können dann die Eingaben mit einem Blick auf die neuen eingeblendeten Bedienelemente durchgeführt werden. Über Eye Control Mouse kann der Mauszeiger über Augenbewegungen gesteuert werden. Eye Control Keyboard erlaubt Tastatureingaben per Augensteuerung.

Per Cortana können Begriffe aus Epub-Dokumenten nachgeschlagen werden
Vergrößern Per Cortana können Begriffe aus Epub-Dokumenten nachgeschlagen werden
© Microsoft

Microsoft Edge wird immer besser

Zu den Neuerungen bei Microsoft Edge gehört die Möglichkeit, die Einstellungen und Cookies von Chrome zu importieren. Der "X"-Button bei Tabs sollte nun auch dann funktionieren, wenn der Website-Betreiber versucht, durch Tricks ein Schließen seiner Seite zu verhindern.

Werden Epub-Dokumente oder -Bücher in Edge geöffnet, dann darf nun eine Textpassage markiert und die "Frag Cortana"-Funktion im Kontextmenü ausgewählt werden, um beispielsweise einen Begriff in Cortana nachschlagen zu lassen. Wer einen Rechner mit Stifteingabe verwendet, darf nun auch Textpassagen in Epub-Dokumenten seine Notizen hinzufügen. Bei allen Büchern aus dem Windows Store werden der Lesefortschritt, Lesezeichen und Notizen über alle Windows-10-Geräte hinweg synchronisiert.

Die in Edge gespeicherten Favoriten werden (nun endlich) in einer Baumstruktur angezeigt. Das erleichtert die Verwaltung und das Ablegen neuer Favoriten immens. Außerdem darf nun (ebenfalls endlich!) die URL eines bereits gespeicherten Favoriten geändert werden.

Cortana wird cleverer, verbesserte Handschriften-Erkennung, virtuelles Keyboard

Hinzu kommen auch zahlreiche Verbesserungen für Cortana und bei Nutzung der Handschrift-Erkennung. Die persönliche Assistentin Cortana erhält - aktuell nur in der US-Version - mehr Intelligenz. Sollte der Nutzer Cortana den Zugriff auf seine Fotosammlung erlauben, dann erkennt Cortana Event-Plakate oder Flyer auf den in der Cloud abgelegten Fotos und empfiehlt dem Nutzer entsprechende Termine anzulegen.

Neu hinzu kommt auch Cortana Lasso: Windows-10-Anwender, die den Rechner in Verbindung mit einem Stift nutzen, können Infos auf dem Bildschirm per "Lasso" einfangen, an die sie gerne von Cortana erinnert werden möchten. Cortana analysiert dann die innerhalb des Lassos befindlichen Informationen und macht passende Vorschläge, wie beispielsweise eine Terminerinnerung zu einem bestimmten Zeitpunkt einzurichten.

Der Handschrift-Erfahrung spendieren die Windows-10-Entwickler auch zahlreiche weitere Verbesserungen. Unterm Strich soll dadurch insbesondere das Schreiben von Texten per Stifteingabe deutlich angenehmer werden. Zunächst nur in der englischsprachigen Version wurde hierzu die Erkennung der Handschrift verbessert. Hinzugefügt wird auch die Möglichkeit, während der Handschrifteingabe auch Emojis zu verwenden.

Über die "Find my Pen"-Funktion können die Besitzer eines Eingabestifts auch jederzeit den Standort des Stifts ermitteln. Dabei verwenden die Entwickler einen kleinen Trick, denn schließlich besitzt der Stift ja keinen GPS-Sender. Windows 10 merkt sich einfach den Ort, an dem zuletzt der Stift für die Eingabe an dem Rechner verwendet wurde.

Weitere Verbesserungen betreffen die virtuelle Tastatur, die bei Eingaben auf Touch-Geräten eingeblendet werden. Das Touch-Keyboard wurde neu gestaltet. Was auch Zeit wurde... Das neue Keyboard ist so gestaltet, dass es auf Wunsch auch komplett nur mit einer Hand zum Tippen von Texten verwendet werden kann. Über den neuen Mikrofon-Button kann jederzeit die Spracherkennung eingeschaltet werden, die auch Tastatur-Kommandos erkennt und entsprechend umsetzt. Wie etwa "Lösche das", womit der aktuell markierte Text gelöscht wird.

Cortana zeigt Suchergebnisse nun direkt an
Vergrößern Cortana zeigt Suchergebnisse nun direkt an
© Microsoft

Cortana ist auch in der Lage, Suchergebnisse aus dem Web direkt im aufklappenden Cortana-Fenster anzuzeigen, ohne wie bisher immer einen Browser öffnen zu müssen. Dazu wird nach den passenden Suchanfragen das Cortana-Fenster automatisch verbreitert.

Auch Videos, Wetter- und Börseninformationen kann Cortana damit - endlich - direkt anzeigen. Sollte Cortana mal keine passende Antwort wissen, dann wird auch das Cortana-Fenster nicht verbreitert.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, über einen Sprachbefehl an Cortana einen Rechner neu zu starten, auszuschalten, sich abzumelden oder den Rechner zu sperren. Nach dem Sprachkommando "Hey, Cortana, schalte den Rechner ab" kümmert sich also Cortana um das Ausschalten des Rechners, ohne dass man dafür Maus oder Tastatur bemühen muss. Bei einigen der neuen Sprachbefehle fragt Cortana nochmal zur Sicherheit nach, ob der Befehl wirklich ausgeführt werden soll. Der Nutzer muss dies dann mit dem Sprachbefehl "Ja" bestätigen oder mit einem "Nein" ablehnen. Diese Funktion ist aktuell nur in der englischsprachigen Windows-10-Vorabversion verfügbar. Für weitere Sprachversionen wird die Funktion später freigeschaltet.

Windows Update und Boot-Vorgang werden verbessert

Mit der neuen Version verbessert Microsoft auch Windows Update und den Boot-Vorgang nach größeren Windows-10-Updates. Windows 10 kann sich nach solchen größeren Updates automatisch mit den Anmeldeinformationen des Nutzers anmelden und die Installation des Updates inklusive der App-Einrichtungen abschließen. Bisher erschien dann immer der "Hallo"-Bildschirm und der Nutzer musste nach einem Anmelden noch den Abschluss des Updates abwarten.

In den Einstellungen zur Privatsphäre findet sich auch ein neuer Schalter, über den man die Funktion deaktivieren kann.  Es gibt auch zwei neue Kommandozeilen-Optionen für den Neustart des Rechners:

  • shutdown /sg fährt den Rechner herunter, und beim nächsten Start des Rechners werden alle Anwendungen registriert.

  • shutdown /g fährt den Rechner herunter und startet ihn dann neu, wobei alle Anwendungen registriert werden.

Windows Story Remix
Vergrößern Windows Story Remix
© Microsoft

Neue App: Windows Story Remix

Mit Windows Story Remix erhält Windows 10 mit dem Fall Creators Update eine neue App. Dabei handelt es sich um eine Universal Windows App, die künstliche Intelligenz und Deep Learning nutzt, um Fotos und Videos aus unterschiedlichen Plattformen zu organisieren und zu einer Geschichte zusammenzufügen. Die Kreationen können durch die Anwender mit diversen Elementen unterlegt und mit 3D-Objekten angereichert werden. Dabei wird auch die Stifteingabe via Windows Ink unterstützt.

Windows Story Remix nutzt Deep Learning und eine KI, um Personen, Orte und andere Dinge automatisch zu taggen
Vergrößern Windows Story Remix nutzt Deep Learning und eine KI, um Personen, Orte und andere Dinge automatisch zu taggen
© IDG

Die künstliche Intelligenz und Deep Learning nutzt Story Remix, um beispielsweise alle Inhalte des Anwenders automatisch zu taggen. So kann der Anwender nach abgebildeten oder gefilmten Personen, Orten oder Gegenständen suchen, um die gefundenen Inhalte dann in seiner Kreation zu verwenden.

Windows Story Remix soll den Anwendern damit neue Möglichkeiten bieten, um Geschichten - auch für Mixed-Reality-Umgebungen - zu erzählen.

iTunes kommt in den Windows Store

Microsoft hat angekündigt, dass gegen Ende des Jahres Apples iTunes auch über den Windows Store erhältlich sein wird. Das dürfte vor allem die Nutzer freuen, die Windows 10 S einsetzen. Unter Windows 10 S sind nur Apps aus dem Windows Store lauffähig. Auch die Office-Anwendungen sind daher im Windows Store vertreten.

Linux-Distributionen wird es übrigens künftig ebenfalls im Windows Store geben. Den Anfang wird Ubuntu machen. Dadurch, so heißt es seitens Microsoft, soll die Installation von Ubuntu erleichtert werden. Zusätzlich befindet sich Microsoft auch in Gesprächen mit Vertretern anderer populärer Linux-Distributionen, wie etwa SUSE Linux und Fedora Linux. Auch die könnten dann also künftig über den Windows Store verbreitet werden.

Windows Timeline in Aktion
Vergrößern Windows Timeline in Aktion

Timeline: Windows 10 erhält eine Zeitmaschine - aber erst im Frühjahr 2019

Mit Windows 10 Fall Creators Update wollte Microsoft ursprünglich die neue Zeitleisten-Funktion. Die Fertigstellung der Funktion verzögert sich allerdings. Die Funktion soll nun erst mit dem Frühjahrs-Update 2019 erscheinen.

Die neue Zeitleisten-Funktion für Windows 10 wird es den Anwendern ermöglichen, jederzeit zu einem beliebigen Punkt in der Vergangenheit zurückspringen, um dann dort auf den seinerzeit gültigen Zustand von Dateien, Anwendungen oder Websites zuzugreifen. Eine einmal angefangene Tätigkeit kann außerdem auf einem Windows-10-Gerät und einer Anwendung jederzeit unterbrochen und auf einem anderen Gerät fortgesetzt werden. Das funktioniert bei Anwendungen über alle Geräte mit den Betriebssystemen Windows, iOS und Android hinweg.

Die Cloud-Zwischenablage ist Teil von Timeline und speichert die in der Zwischenablage abgelegten Inhalte in der Cloud, von wo sie dann aus auf jedem Gerät und mit allen unterstützen Anwendungen weiterverwendet werden können. Ein im Browser am Desktop-PC in die Zwischenablage kopierter Text steht dann auch beispielsweise in der Word-App für iOS zur Weiterverwendung zur Verfügung. Auch die Cloud-Zwischenablage gibt es erst mit dem Frühlings-Update 2019...

Wir lieben jedes Gerät - so die Aussage von Microsoft
Vergrößern Wir lieben jedes Gerät - so die Aussage von Microsoft

Windows 10 plattformübergreifend nutzen

Ermöglicht wird Timeline durch Microsoft Graph, einer intelligenten Schnittstelle, die Daten von Kontakten, Gesprächen, Projekten und Inhalten über die Microsoft Cloud in Verbindung setzen kann. Das bedeutet auch: Eine einmal angefangene Tätigkeit auf einem Windows-10-Gerät und einer Anwendung, kann jederzeit unterbrochen und auf einem anderen Gerät fortgesetzt werden. Das funktioniert bei Anwendungen über alle Geräte mit den Betriebssystemen Windows, iOS und Android hinweg. Letztendlich wird es also beispielsweise möglich sein, auf dem iPad in der Word-App ein neues Dokument zu beginnen und dann die Arbeit daran am Desktop-PC in der Word-Applikation exakt an der Stelle fortzusetzen, wo man sie unterbrochen hatte.

Das gilt natürlich auch für Cortana , wenn die persönliche Sprachassistentin auf unterschiedlichen Geräten und Plattformen ausgeführt wird, dann ist Cortana immer auf dem aktuellen Stand der Informationen über den Anwender.

Die in der Zwischenablage abgelegten Inhalte werden ebenfalls über alle Geräte und Gerätetypen hinweg synchronisiert. Eine Möglichkeit wird also sein: Sie fügen aus einer Mail auf dem Desktop-PC einen Text in die Zwischenablage ein und können diesen Text dann auf dem Smartphone aus der Zwischenablage in eine beliebige Anwendung kopieren.

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