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Windows 10 April Update: Schneller Daten übertragen

22.05.2018 | 14:20 Uhr |

Mit Windows 10 April 2018 Update gibt es die neue "In der Nähe"-Funktion, mit der Sie schnell Daten "beamen" können. So geht´s.

Windows 10 April 2018 Update bringt diverse neue Funktionen mit. Dazu gehört auch die neue "Near Share"-Funktion bzw. im deutschen Windows 10 "In der Nähe"-Funktion genannt. Damit lassen sich bequem und einfach Daten ohne direkte Verbindung zwischen zwei Windows-10-PCs austauschen, ähnlich wie mit Apples Air Drop, die seit fast 10 Jahren für macOS und etwa fünf Jahren für iOS existiert. Manches dauert bei Windows 10 und Microsoft nun mal länger.

Die Funktion ist beispielsweise dann praktisch, wenn Sie mit mehreren Personen in einem Raum sitzen, über das gleiche Netzwerk verbunden sind und mal schnell eine Datei austauschen möchten. Mit "In der Nähe" können Sie also quasi ein Dokument von der einen Seite an die andere Seite des Tisches beamen. Der Umweg per Mail, Cloud-Speicherdienst oder gar USB-Stick entfällt.

Die Funktion "In der Nähe" muss zunächst eingeschaltet werden
Vergrößern Die Funktion "In der Nähe" muss zunächst eingeschaltet werden

Um die "In der Nähe"-Funktion verwenden zu können, muss auf den Windows-10-PCs natürlich zunächst Windows 10 April 2018 Update (oder aktueller) installiert sein. Außerdem muss dann auf den Rechnern die Funktion eingeschaltet werden, denn standardmäßig ist sie deaktiviert. Der entsprechende Schalter findet sich in den Windows-10-Einstellungen unter System -> Gemeinsame Nutzung -> In der Nähe freigeben. Dort können Sie auch festlegen, von wem Daten empfangen werden können ("Alle Personen in der Nähe" oder "Nur meine Geräte") und wo auf dem Rechner die empfangenen Daten landen sollen.

Gerätenamen ändern

Ist die Funktion eingeschaltet, dann "sehen" alle Windows-10-Geräte die in der unmittelbaren Umgebung befindlichen anderen Rechner und können via einer Funkverbindung (Bluetooth oder WLAN) mit ihnen über die "In der Nähe"-Funktion in Kontakt treten. Extra-Hinweis in dem Zusammenhang: Der "In der Nähe" befindliche Rechner wird dabei mit seinem sogenannten Gerätenamen angezeigt. Windows 10 vergibt bei der Installation einen Namen, der aus einem festen Bestandteil plus einer zufälligen Zeichen- und Ziffernfolge besteht, also beispielsweise "DESKTOP-R7E5VOD". Sie können den Gerätenamen über die Einstellungen unter System -> Info und einen Klick auf "Diesen PC umbenennen" ändern.

Seien Sie sich dabei allerdings bewusst, dass dieser Gerätename überall künftig angezeigt wird, also bei der Nutzung der "In der Nähe"-Funktion ebenso wie innerhalb eines (Unternehmens-)Netzwerks. Ein Gerätename wie "HeisserHengst" (Leerzeichen sind nicht erlaubt) kann dann schnell in einem Meeting peinlich werden. Wählen Sie also lieber einen passenden Namen, der Rückschlüsse auf Ihre Person zulässt, beispielsweise Ihren Nachnamen oder Ihre Abteilung oder Position.

"In der Nähe"-Funktion verwenden

Sind die Voraussetzungen geschaffen, können Sie nun von jedem "Teilen"-Dialog in den Anwendungen alle in der Nähe befindlichen anderen Windows-10-Rechner sehen. Haben Sie beispielsweise in Edge eine Website aufgerufen und möchten diese URL an einen anderen Rechner schicken, dann klicken Sie auf das "Teilen"-Icon und zwischen den Kontakten und den anderen Teilen-Funktionen werden die Gerätenamen der Rechner in der Nähe angezeigt. Ähnlich verhält es sich auch, wenn Sie im Explorer mit der rechten Maustaste auf eine Datei klicken und dann im Kontextmenü "Freigabe" auswählen.

Mit einem Klick auf einen Gerätenamen können Sie die URL (oder die Datei) an den gewünschten Rechner übertragen. Dabei nutzt Windows 10 sowohl Bluetooth als auch Wi-Fi. Die Verbindung zwischen den Rechnern wird per Bluetooth hergestellt, Wi-Fi wird bei der Übertragung der Daten zu Hilfe genommen. Auf dem Rechner, zu dem die Datei übertragen werden soll, erscheint erst ein Hinweisfenster, in dem der Übertragung zugestimmt werden muss.

Es gibt übrigens auch Anwendungen, bei denen das "Teilen" der Datei nicht automatisch bedeutet, dass Sie die Datei übertragen, etwa bei einem One-Note-Eintrag. Hier geben Sie über die "In der Nähe"-Funktion lediglich dem anderen Nutzer die Möglichkeit, eine Veränderung an der One-Note-Datei vorzunehmen.

Fazit: "In der Nähe"-Funktion ganz praktisch für kleine Dateien, für größere Dateien aber nicht

So weit, so gut: In der Praxis stellt sich heraus, dass die "In der Nähe"-Funktion nur zum Übertragen kleiner Dateien geeignet ist. In der Arbeitsumgebung wird eine viel zu langsame Verbindung zwischen den Rechnern hergestellt, als dass sich das Übertragen größerer Dateien lohnen würde. So kann die Übertragung einer 100 Megabyte großen Datei unter Umständen bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen. Da lohnt sich dann wieder der Umweg über einen Cloud-Dienst oder der Griff zu einem USB-Stick.

Grund dafür scheint zu sein, dass Wi-Fi nur selten oder - eigentlich besser gesagt - fast nie zur Übertragung der großen Dateien verwendet wird, sondern "In der Nähe" fast ausschließlich die langsamere Bluetooth-Verbindung verwendet. Eventuell lag es aber auch bei den Tests an unserer Testkonfiguration (Firewall, Hardware-Ausstattung) und bei Ihnen ist es anders.

Praktisch wäre es natürlich, wenn es mit "In der Nähe" möglich wäre, einen Link oder eine kleine Datei nicht nur an einen Rechner in der Umgebung zu verschicken, sondern gleich an mehrere Rechner. Oder Inhalte direkt aus der Zwischenablage zu versenden. Aber Windows 10 erhält erst mit Windows 10 Redstone 5 (Windows 10 Herbst 2018 Update) eine verbesserte (Cloud-)Zwischenablage, die das Teilen von Informationen noch weiter vereinfachen wird.

Unterm Strich lohnt sich also die Nutzung der "In der Nähe"-Funktion immer dann, wenn Sie eine Datei oder Information mit Ihrem Gegenüber teilen möchten und die Nutzung eines Cloud-Dienstes (oder USB-Stick oder Mail) den Aufwand nicht rechtfertigt.

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