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Wie sinnvoll sind mehrere Grafikkarten?

20.06.2017 | 13:46 Uhr |

Eine zweite Grafikkarte sorgt nicht automatisch für doppelt so viel 3D-Leistung. Der Tipp erläutert die Vor- und Nachteile.

Sobald eine neue Grafikkarten-Generation auf den Markt kommt, sinken die Preise für die Vorgängermodelle. Genau dann überlegen sich viele PC-Gamer, ihre aktuelle Grafikkarte um ein zweites Modell zu ergänzen, um noch mehr 3D-Leistung für vergleichsweise wenig Geld zu erhalten. Wenn mehrere Grafikbeschleuniger im Rechner arbeiten, dann hört diese Technik bei AMD auf den Namen CrossfireX, bei Nvidia nennt sie sich SLI (Scalable Link Interface). Allerdings sollten Sie sich vorab die Frage stellen, inwieweit es tatsächlich für Sie persönlich Sinn macht, auf ein Multi-GPU-Setup zurückzugreifen. Denn es gibt ein paar Punkte zu beachten, bevor Sie einfach eine weitere Grafikkarte ins System einbauen.

Volles Tempo! Mehr Leistung für die Grafikkarte

Wenn sich Nutzer für mehrere Grafikkarten entscheiden, dann erhoffen sie sich davon einen immensen Leistungsschub in Sachen 3D-Performance. Tatsächlich ist die wirkliche Leistungsfähigkeit aber stark abhängig von der Anwendung oder dem Spiel. Das bedeutet, dass eine zweite GPU nicht automatisch für schnellere Berechnungen oder höhere Bildraten sorgt. Das erreichen Chip-Hersteller nur, wenn sie den jeweiligen Grafiktreiber auf die jeweilige Software und Grafikkarte optimieren - sprich Multi-GPU-Profile einbetten. Fehlen diese Profile, dann ist es nicht unüblich, dass die Spiele-Performance trotz Crossfire oder SLI sogar unter einer einzelnen Grafikkarte liegt. Doch selbst vorhandene Profile garantieren nicht immer einen tadellosen Betrieb. Denn der Anteil an Nutzern mit mehreren Grafikkarten ist im weltweiten Vergleich extrem gering, was vermutlich auch ein Grund dafür ist, dass die Entwickler keinen allzu starken Fokus auf Multi-GPU-Optimierungen legen.

Auf der anderen Seite kann die Leistung im Zwei-Grafikkarten-Betrieb sogar um bis zu 80 Prozent steigen. Parallel dazu erhöht sich auch der Stromverbrauch des PCs. Während ein guter Gaming-PC mit einer einzelnen Nvidia Geforce GTX 1080 unter Last auf insgesamt 446 Watt kommt, zieht ein System mit zwei Geforce GTX 1070 unter der gleichen Last über 498 Watt aus der Steckdose. Also sollten Sie sich erst einmal den Verbrauch vor Augen halten. Gleichzeitig müssen Sie für ein ausreichend dimensioniertes Netzteil sorgen. Das kann im Zweifelsfall mit weiteren Kosten verbunden sein, wenn Sie ein neues Modell kaufen müssen.

So wechseln Sie Ihre PC-Hardware aus

Ein PC mit mehreren Grafikkarten kann durchaus an Tempo gewinnen. Der Geschwindigkeitsgewinn ist jedoch kein Automatismus. Gegen den Betrieb von zwei Grafikkarten sprechen ein höherer Stromverbrauch und oft nur schlecht auf Multi-GPUs optimierte Anwendungen. Hinzu kommen weitere Kosten, wenn das Netzteil nicht genügend Energiereserven bietet.

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