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Weltraumaufzug: Japan testet Alternative zur Rakete

03.09.2018 | 16:38 Uhr | Michael Söldner

Mit einem Testlauf auf der ISS wollen die Japaner die Möglichkeiten eines Mini-Weltraumaufzugs ausloten.

Der Transport von Satelliten oder Ausrüstung in den Weltraum ist durch die hierzu notwendigen Raketen sehr teuer. Die Japaner wollen daher ein aus Science-Fiction bekanntes Konzept näher erforschen: Ein Aufzug soll den Weltraum mit der Erde verbinden und den Transport deutlich günstiger möglich machen. Als Testlauf soll hierzu in den nächsten Wochen ein Mini-Weltraumaufzug zur Internationalen Raumstation ISS gebracht werden. Dabei werden zwei Cubesats mit einem zehn Meter langen Stahlseil verbunden, zwischen ihnen kann ein per Motor angetriebener Container hin und herwandern. Am 11. September soll der Aufzug mit einem japanischen Raumfrachter zur ISS aufbrechen. 

Langfristig soll ein Weltraumaufzug in Äquatornähe realisiert werden, der über ein 100.000 Kilometer langes Kabel mit einer Station im Weltraum verbunden ist. Ein Gegengewicht im Weltraum soll das Seil durch die Ausnutzung der Fliehkraft straff halten. Die Kostenersparnis im Vergleich zu einer klassischen Rakete hat jedoch ihren Preis: Der Aufstieg am Seil soll mindestens eine Woche dauern. Noch stellt auch das Material für das Seil ein Problem dar. Ein Stahlseil würde schon unter dem hohen Eigengewicht reißen. Wissenschaftler arbeiten daher an einem Seil aus Diamanten oder Kohlenstoffnanoröhrchen. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts soll der Fahrstuhl einsatzbereit sein.

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