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Webinterface bietet keinerlei Zugriff auf Nachrichten

05.09.2018 | 09:05 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Als IMAP konfigurierte Mailkonten bieten die Möglichkeit, E-Mails sowohl über ein auf dem PC installiertes Programm wie Outlook oder Thunderbird als auch über das Webinterface des Mailproviders zu empfangen. Was tun, wenn die Webseite des Mailproviders im Browser nach dem Einloggen Mails teilweise nicht anzeigt?

Vorausgesetzt, die Mailkonten sind als IMAP (Internet Message Access Protocol) konfiguriert, hat man normalerweise die Wahl: Die elektronischen Nachrichten lassen sich dann sowohl über ein auf dem PC installiertes Programm wie Outlook oder Thunderbird empfangen, lesen, schreiben und verwalten oder über das Webinterface des Mailproviders. Und anders als beim früheren POP3-Protokoll sind dank der Synchronisierung in beide Richtungen die Mails im installierten Client und über den Webzugriff stets auf dem gleichen Stand. Wie gesagt, normalerweise.

Was aber ist der Grund, wenn die Webseite des Mailproviders im Browser nach dem Einloggen außer einem Hinweis auf manche der neu eingegangenen Nachrichten die Mails selbst nicht anzeigt? Stattdessen gibt es eine nichtssagende Fehlermeldung. Lahmgelegt ist darüber hinaus die Mailverwaltung, darunter die Steuerung des Spam-Ordners. Der Nachrichtenempfang und -versand mit installiertem Thunderbird dagegen laufen im konkreten Fall völlig problemlos.

Keine Mails im Browser: „Ups, hier hat sich ein Fehler eingeschlichen …“. Monatelang bot der Provider keine Lösung für das einfach zu lösende Problem.
Vergrößern Keine Mails im Browser: „Ups, hier hat sich ein Fehler eingeschlichen …“. Monatelang bot der Provider keine Lösung für das einfach zu lösende Problem.

Sämtliche Support-Anfragen beim Provider laufen ins Leere, viele Monate sucht der Kunde vergeblich eine Lösung. Erst als er schließlich mit der Kündigung seines kostenpflichtigen Mailvertrags droht, kommt Bewegung in die Sache, und es meldet sich ein Mitarbeiter, der des Rätsels Lösung kennt. Es waren zu viele Ebenen bei den Unterordnern im Posteingang eingerichtet. Über den Mailclient ließen sich die Nachrichten in der untersten Verzeichnisebene schnell verschieben, der Ordner selbst wurde gelöscht und das Problem war damit nicht mehr vorhanden.

Doch wie viele Unterordner beziehungsweise Ebenen sind denn maximal zulässig? Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn bei der IMAP-Konfiguration ist sie abhängig vom Mailprovider und damit unter Umständen auch vom Vertrag. Unverständlicherweise kommunizieren nicht einmal alle Mailanbieter, wie viele Ebenen sie zulassen. So nennt GMX zwar beispielsweise, wie viele Verzeichnisse in welchem Vertrag insgesamt möglich sind, zur Struktur aber gibt es keine Infos. Bei Web.de wiederum verhält es sich, obwohl wie GMX ebenfalls zu 1&1 gehörend, hinsichtlich der Ordner wieder ganz anders.

Drei Postfächer, drei Provider. Im Idealfall weiß Thunderbird, welcher Maildienst welche Ordnerstruktur zulässt, doch das funktioniert nicht immer zuverlässig.
Vergrößern Drei Postfächer, drei Provider. Im Idealfall weiß Thunderbird, welcher Maildienst welche Ordnerstruktur zulässt, doch das funktioniert nicht immer zuverlässig.

Im Zweifel sollten Sie also gezielt bei Ihrem Provider zu Ihrem Tarif nachfragen. Denn auch hier offenbart sich im Detail Kurioses: Obwohl das auf dem PC installierte Mailprogramm über Ihre Mailadresse einige providerspezifische Daten kennt und verarbeitet, ist leider auch darauf nicht hundertprozentig Verlass.

So unterband Thunderbird in unseren Tests bei bestimmten Providern, mehr als die zulässige Anzahl an Unterordnern anzulegen. Doch so wirklich zuverlässig funktionierte das nicht. Wichtig ist, von der Existenz des Ebenenproblems zu wissen, denn dann können Sie bei Problemen schnell eine Ebene herausnehmen.

Tipp: Outlook & Co.: Mailkonten von POP3 auf IMAP umstellen

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