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VW und Siemens lassen Ampeln mit Autos sprechen

09.10.2018 | 15:16 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Volkswagen und Siemens testen Ampeln, die via Funk den Autos vorab mitteilen, wann sie auf Rot, Gelb oder Grün stehen. Damit sollen Wartezeiten vor der Ampel verkürzt und die Grün-Phasen effektiver genutzt werden.

Volkswagen und Siemens erproben eine Lösung, bei der Ampeln via Funk den Autos vorab mitteilen, wann sie auf Rot, Gelb oder Grün stehen. Damit sollen Wartezeiten vor der Ampel verkürzt und die Grün-Phasen effektiver genutzt werden. Und der Verkehr insgesamt besser fließen.

Weniger Staus und Wartezeiten vor Ampeln: Das Gesamtsystem basiert auf der Car2X-Technologie WLANp (ITS-G5) und wird jetzt im Wolfsburger Stadtverkehr getestet. In einem Gemeinschaftsprojekt errichten die Stadt Wolfsburg, Volkswagen und Siemens auf einer Hauptverkehrsstraße in Wolfsburg derzeit einen Testabschnitt, in dem zehn Verkehrssignalanlagen die Ampelphasen im lokalen Umfeld mittels WLANp (ITS-G5) aussenden. Künftige Car2X-Fahrzeuge (als Car2X wird die Kommunikation zwischen Infrastruktur wie  Ampeln und Autos bezeichnet; Car2Car wiederum wird die Kommunikation zwischen Autos genannt) können diese Informationen verarbeiten und den Fahrer beispielsweise über „grüne Wellen“ informieren. So lässt sich unnötiges Bremsen und Beschleunigen vermeiden. Assistenzfunktionen sollen dies in naher Zukunft auch ohne das Zutun des Fahrers übernehmen. Die vorausschauenden Ampelfunktionen im Fahrzeug sollen den innerstädtischen Verkehrsfluss verbessern.

Mehr Sicherheit: Darüber hinaus soll das Projekt vor allem zur Verkehrssicherheit beitragen. Dafür werden zwei Wolfsburger Straßenkreuzungen mit moderner Sensorik ausgestattet, um Fußgänger und Radfahrer zu erfassen. Manfred Fuhg, Leiter Siemens Mobility Deutschland, sagt dazu: „Kreuzungen, die mit Radarmess-Sensorik ausgestattet sind, besitzen die Möglichkeit, die Detektionsgenauigkeit von Fußgängern und Radfahrern deutlich zu erhöhen. Insbesondere an komplexen Kreuzungen und Unfallschwerpunkten werden Informationen bereitgestellt, die die Fahrzeuge selbst nicht erfassen können.“

Die Informationen der Ampelanlagen werden mit den Umfeld-Informationen der Kreuzungen ergänzt. Diese Daten gelangen mit der Car2X-Technologie in die Fahrzeuge, die Volkswagen im Jahr 2019 einführen will. Diese sogenannten kooperativen Sicherheitsfunktionen greifen etwa in Situationen ein, in denen der Fahrer oder das Fahrzeug die umgebenden Verkehrsteilnehmer mit eigener Sensorik nicht oder erst sehr spät erkennen können. Insbesondere Fußgänger und Radfahrer sollen dadurch noch besser geschützt werden.

Aus heutiger Sicht bietet die Nutzung von Verkehrsinfrastruktur insbesondere in Städten entscheidende Vorteile gegenüber anderen Car2X-Ansätzen, erläutert Gunnar Koether, Leiter der Fahrzeugsicherheit von Volkswagen: „Anders als die vergleichsweise ungenauen Positionsdaten eines Smartphones bietet die Verwendung von Sensorik analog zum Fahrzeug hochgenaue Daten eines kritischen Bereiches. Eine wesentliche Bedingung, um Fehlwarnungen zu vermeiden. Neben den technischen Hürden ist der Datenschutz ein weiterer Aspekt, der bei der Nutzung privater Smartphones abschrecken könnte.“

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