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Voice-over-IP auf allen Endgeräten nutzen

06.02.2018 | 09:12 Uhr |

Klassische leitungsvermittelte Telefonanschlüsse wird es schon bald nicht mehr geben, das Telefonieren über das Internet (Voice-over-IP oder kurz VoIP) hat sich durchgesetzt. Neben den wesentlich geringeren Kosten für die Telefon- und die Netzprovider bietet es auch für die Kunden verschiedene Vorteile.

Darunter den, dass man nicht nur zu Hause, sondern im Prinzip „überall“ unter seiner Festnetznummer erreichbar ist, eine Internetverbindung natürlich vorausgesetzt. So plant die Deutsche Telekom als größter Telefonanbieter in Deutschland, noch in diesem Jahr sämtliche herkömmliche Telefonanschlüsse auf All-IP-Technik und damit auf VoIP umzustellen. Dabei beschränken die großen Provider, die zugleich als Internet- und als Telefonprovider agieren, die Benutzung solcher Telefonanschlüsse allerdings auf den persönlichen Hausanschluss oder auf ihre eigenen Netze. Obwohl die VoIP-Nummer sich prinzipiell überall verwenden ließe, wird dies durch künstliche Sperren unterbunden.

Zoiper ist als Mobil- und PC-App erhältlich. Das Tool kann alles, was mit VoIP und Internet-Telefonie zu tun hat.
Vergrößern Zoiper ist als Mobil- und PC-App erhältlich. Das Tool kann alles, was mit VoIP und Internet-Telefonie zu tun hat.

Das ist bei den Telefondiensten, welche an jedem Breitbandanschluss sowie über das mobile Internet funktionieren, anders. Hier sind Telefon- und Internetanschluss entkoppelt – deshalb spricht man von „nomadischer Nutzung“. Beispiele für solche Anbieter sind etwa Bellsip , Callavista , Easybell , Sipgate , Sipload oder Vortel . Alle diese Unternehmen bieten Tarife ohne Grundgebühr. Einmal registriert und angemeldet, bezahlt man also nur für die tatsächlich geführten Telefonate. Ins deutsche Festnetz betragen die Kosten zwischen ein und zwei Cent pro Minute, ins Mobilnetz zwischen drei und 15 Cent. Ein weiterer Vorteil dieser entkoppelten Telefoniedienste ist, dass sie sich zusätzlich neben dem normalen Telefonanschluss benutzen lassen. Umgekehrt sind Sie über Ihre „Festnetznummer“ – mit der Vorwahl Ihres Wohnortes – ganz normal aus dem weltweiten Telefonnetz erreichbar. Da stellt sich natürlich die Frage, welche Hard- und gegebenenfalls Softwarevoraussetzungen man für VoIP benötigt. So viel vorneweg: VoIP funktioniert mit jedem Internetanschluss – das heißt leitungsgebunden, im WLAN oder über Mobilfunk – und damit also praktisch überall dort, wo Sie online sind. Am Windows-Rechner und -Notebook ist eine VoIP-Software wie etwa Phoner Lite oder X-Lite schnell eingerichtet. Am mobilen Rechner benötigen Sie nicht einmal ein Headset, denn schließlich stecken Mikrofon und Lautsprecher ja bereits im Gerät. Für Android-Smartphones und -Tablets gibt es viele VoIP-Apps, Zoiper und Csip Simple haben sich besonders bewährt.

Zu Hause am Internetrouter mit Telefoniefunktion, wie zum Beispiel an der Fritzbox, lassen sich die VoIP-Zugangsdaten ergänzen, sodass die angeschlossenen Telefone in der Folge auch mit der zusätzlichen VoIP-Rufnummer funktionieren. Schließlich können Sie ein echtes IP-Telefon nutzen. Äußerlich sieht es wie ein gewöhnliches schnurgebundenes Gerät aus, doch anstatt eines Telefonsteckers besitzt es eine Netzwerkbuchse (RJ45), über die es per Kabel mit einem Router oder Switch an ein Netzwerk mit Internet angeschlossen wird. Weil die VoIP-Zugangsdaten im Telefon gespeichert sind, funktioniert es auch nach dem Einstecken in ein anderes Netzwerk gleich und ohne weitere Konfiguration. Günstige IP-Telefone fangen bei 35 bis 40 Euro an.

Tipp: Telefonieren Sie noch, oder „VoIPen“ Sie schon? Über kurz oder lang wird auch Ihr Anschluss auf IP-Telefonie umgestellt, wenn er es noch nicht ist. Welche Vor- und Nachteile das für Sie hat, lesen Sie hier.

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