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Vodafone übernimmt Unitymedia: Neuer Gigant greift Deutsche Telekom an

09.05.2018 | 11:05 Uhr |

Vodafone übernimmt den Kabelnetzanbieter Unitymedia, sofern die Kartellbehörden zustimmen. Der neue Riese wird 31 Millionen Mobiltelefonkunden, 7 Millionen Breitbandanschlüsse sowie rund 14 Millionen TV-Haushalte auf seiner eigenen Infrastruktur haben.

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Vodafone übernimmt vom englischen Unternehmen Liberty Global das Tochterunternehmen Unitymedia und dessen Kabelnetze in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien. Damit entsteht ein neuer Gigant auf dem deutschen Breitbandmarkt.

Vodafone hatte bereits 2014 Kabel Deutschland übernommen und war dadurch zum größten Kabelnetzanbieter in Deutschland geworden. In 13 Bundesländern besitzt Vodafone damit die Kabelnetze: Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.

Unitymedia ist der zweitgrößte Kabelnetzanbieter, es besitzt die Kabelnetze in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Zum 31. März 2018 abonnierten 7,2 Millionen Kunden bei Unitymedia über 13 Millionen TV-, Internet- und Telefonie-Dienste, wie Unitymedia mitgeteilt hat.

Die Nummer 3 auf dem Kabelnetzmarkt ist Pyur (unter anderem mit dem ehemaligen Tele Columbia) mit Netzen in verschiedenen Bundesländern, vor allem in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Neben diesen drei großen Playern gibt es noch viele kleinere, regionale Kabelnetzanbieter wie Netcologne oder R-Kom.

Vodafone zahlt 18,4 Milliarden Euro an Liberty Global für Unitymedias Kabelnetze in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien. Wichtig: Der Zusammenschluss steht unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. Die Übernahme ist also noch nicht in trockenen Tüchern.

Mit der Übernahme entsteht für die Deutsche Telekom, die den DSL-Markt beherrscht, ein mächtiger Gegenspieler mit eigener Netz-Infrastruktur. Durch den Zusammenschluss von Vodafone und Unitymedia entsteht ein Unternehmen, das 2017 in Deutschland zusammengerechnet einen Pro-Forma-Umsatz von 13 Milliarden Euro erreicht hat. Die gemeinsame Gesellschaft wird rund 31 Millionen Mobiltelefonkunden, 7 Millionen Breitbandanschlüsse sowie rund 14 Millionen TV-Haushalte auf seiner eigenen Infrastruktur haben.

Vodafone verspricht werbewirksam: „Wir bauen 25 Millionen Gigabit-Anschlüsse für 50 Millionen Menschen bis 2022.“ Und weiter: „Schon in vier Jahren wollen wir bereits zwei Drittel aller Deutschen mit Gigabit-Geschwindigkeiten versorgen“. Dafür will Vodafone in den nächsten vier Jahren insgesamt etwa 12 Milliarden Euro in den Wirtschaftsstandort Deutschland investieren.

Vodafone bietet bereits jetzt Breitband, Mobilfunk, Festnetz und TV-Dienste unter einem Dach an.





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