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Virtualbox vs. Vmware vs. Hyper-V: Der beste virtuelle PC

26.07.2019 | 08:01 Uhr |

Mit Virtualbox, Vmware Workstation Player, Workstation Pro sowie Hyper-V stehen Windows-Nutzern vier Virtualisierungsplattformen zur Auswahl. Sie unterscheiden sich in Ausstattung und Bedienung.

Windows-Nutzern stehen mehrere professionelle Virtualisierungsplattformen zur Verfügung: Oracle Virtualbox , Vmware Workstation Pro , Vmware Workstation Player und Microsoft Hyper-V . Sie fungieren alle als Laufzeitumgebung und erzeugen als Hypervisor auf dem Haupt-PC eine oder mehrere virtuelle Maschinen, die einen vollständigen Computer mit allen relevanten Hardware-Komponenten emulieren. Für welches Virtualisierungssystem Sie sich entscheiden, ist eine Frage des individuellen Geschmacks. Doch die Windows-Virtualisierer unterscheiden sich auch deutlich hinsichtlich Ausrichtung, Ausstattung, Bedienung und Kosten.

Ein wichtiger Punkt sind Updates: Alle vorgestellten Hypervisoren werden regelmäßig weiterentwickelt. Das ist nötig, denn nur mit entsprechend aktuellen Profilen werden auch ganz neue Versionen von Gastbetriebssystemen wie Windows, Linux oder Mac OS unterstützt.

Siehe auch:  Virtualbox-Tipps für Profis und Fortgeschrittene

Open Source: Virtualbox 6

Durch die umfangreiche Ausstattung und gute Bedienerführung ist die Open-Source-Software Virtualbox für Privatnutzer, Freiberufler und auch Unternehmen interessant. Virtualbox ist zudem der einzige wirklich plattformübergreifende Virtualisierer, der mit nahezu identischem Leistungsumfang kostenlos für Windows, Linux und Mac OS angeboten wird.

Die neue Version 6 frischt die betagte Bedienerführung von Virtualbox auf. Der verbesserte Look mit überarbeiteten Menüs und Schaltflächen ermöglicht eine intuitivere Nutzung. Die Bedienerführung wurde auch an hochauflösende Monitore angepasst. Auf entsprechenden Bildschirmen sind Fensterinhalte nun besser zu erkennen. Weitere Optimierungen betreffen die 3D-Grafikunterstützung bei Verwendung von Windows und Linux als Gastsystem sowie Surround-Lautsprechersysteme.

Eine weitere wichtige Neuerung ist der Dateimanager. Er erlaubt es Ihnen, ins Dateisystem von Gast-PCs zu blicken und Dateien sowie Ordner bequem zwischen dem Host-und Gast-PC zu kopieren. Vorwiegend für Unternehmen interessant ist die Möglichkeit, virtuelle Maschinen auf die Cloud-Server von Oracle zu exportieren.

Virtualbox unterstützt 32-und 64-Bit-Rechner als Host und Gast sowie USB-2.0-und USB-3.0-Anschlüsse, das Einbinden von USB-Laufwerken als virtueller Datenspeicher und verschlüsselte Festplattenabbilder. Die Besonderheiten von SSD-Laufwerken als Speicher für virtuelle PCs werden berücksichtigt. Bidirektionales Drag & Drop von und zum Gastsystem gibt es für Maschinen mit Windows und Linux.

Gut gemacht ist der Assistent zum Erstellen neuer Maschinen, in dem Sie das Medium zum Booten von PCs direkt auswählen können. Beim Einrichten stehen Ihnen als Gastsysteme unter anderem Windows 3.1, 95/98/ME, NT 4, 2000, XP, Vista, Windows 7, 8, 10, Linux-Distributionen ab Kernel 2.4, Mac OS X und Open BSD zur Verfügung. Die Einstellungen für virtuelle PCs werden als XML-Datei gespeichert und lassen sich leicht exportieren und nach Bedarf anpassen oder für neue PCs nutzen.

Virtualbox bietet eine zweckmäßige Snapshot-Funktion, mit der sich der aktuelle Zustand einer virtuellen Maschine einfrieren lässt. So können Sie später alle anschließenden Änderungen widerrufen und den virtuellen Rechner auf den jeweiligen Zustand zurücksetzen. Virtualbox erkennt dabei einen Großteil der an den echten PC angeschlossenen USB-Hardware und kann diese auf Wunsch auch dem virtuellen PC zur Verfügung stellen. Dank gemeinsam genutzter Ordner (Shared Folders) lassen sich Daten zwischen Haupt-und Gast-PC austauschen, und mittels nahtlosem Modus kann der Nutzer das Fenster eines Gastsystems frei auf der Arbeitsfläche des Hauptrechners (Hosts) platzieren. Der Austausch fertiger Maschinen zwischen Hosts mit unterschiedlichen Betriebssystemen klappt zuverlässig.

Tutorial: So funktionieren virtuelle PCs mit Virtualbox

Vmware Workstation Player 15

Der Vmware Workstation Player ist die für Privatanwender kostenlose Variante der Profi-Virtualisierungs-Software von Vmware. Beim Funktionsumfang liegt er hinter Virtualbox zurück. Der Workstation Player kann eingerichtete Maschinen öffnen und neue virtuelle PCs erstellen. Die Software unterstützt fast alle Windows-Versionen und viele Linux-Varianten, beschränkt sich jedoch auf wenige Einstellungen für neu angelegte virtuelle PCs. Neu in Version 15 sind aktualisierte Systemprofile für Windows 10, Windows Server und aktuelle Linux-Kernels.

Die gegenüber Virtualbox und Workstation Pro größte Einschränkung beim Player ist der Verzicht auf Snapshots, mit denen sich der Zustand eines virtuellen PCs speichern lässt, um später wieder darauf zurückzugreifen. Behelfsweise lassen sich virtuelle Festplatten auf ein anderes Laufwerk sichern. Wer jedoch wiederholt Zwischenstände festhalten möchte, wird mit dem Player nicht richtig glücklich werden. Auch die Verwaltungs-und Fernsteuerungsfunktionen für virtuelle Rechner über das Netzwerk aus Vmware Workstation Pro fehlen dem kostenlosen Player.

Als praktisch erweist sich die Schnellinstallationsmethode zum Anlegen virtueller Maschinen mit aktuellen Windows-und Linux-Betriebssystemen in wenigen Klicks. Gehen Sie im Player-Fenster rechts auf „Create a New Virtual Machine“ und wählen Sie eine ISO-Datei als Installationsquelle aus. Der Player analysiert die Datei, erkennt meist das verwendete Betriebssystem und übernimmt die Eingabe von Voreinstellungen wie dem Benutzernamen.

Vmware: Profi-Tricks für Player und Workstation

Vmware Workstation Pro 15

Das rund 250 Euro teure Vmware Workstation Pro ist der große Bruder des Vmware Players. Die Software übertrifft Virtualbox und die Player-Variante bei Ausstattung, Einstellmöglichkeiten, Hardware-Unterstützung, dem Speichern und Verwalten von Schnappschüssen, dem Kopieren und Klonen virtueller Maschinen sowie der Netzwerkkonfiguration. Für die meisten Virtualisierungsaufgaben auf privaten PCs wirkt das auf Firmennutzer zugeschnittene Workstation Pro durch die vielen Einstellungen und Menüfunktionen überdimensioniert.

Vmware Workstation Pro schafft eine vernetzte virtuelle Plattform, in der weitere Betriebssysteme als Gastsysteme eingerichtet und im Fenster oder bildschirmfüllend ausgeführt werden. Erstklassig ist der Snapshot-Manager. Er kann Zwischenstände eines virtuellen Rechners einfrieren, verschachteln und später wieder zum gewünschten Status zurückkehren. In Verbindung mit dem mächtigen Klonen von Maschinen und der erweiterten Möglichkeit, mit verlinkten Kopien (einer Art inkrementeller Sicherung) Speicherplatz zu sparen, lassen sich ausgehend von einem einzigen System verschiedene Anwendungsszenarien auf Knopfdruck erzeugen. Das ist etwa hilfreich für das ausgiebige Experimentieren mit Software.

Größere Neuerungen der Version 15 sind eine verbesserte Darstellung virtueller Maschinen auf hochauflösenden Monitoren und die Unterstützung von DirectX 10.1. Letzteres ist etwa bei der Ausführung von Grafikanwendungen und Spielen in Gastsystemen mit Windows 10 relevant. Neu ist auch das automatische Verbinden von USB-Geräten mit der im Vordergrund laufenden virtuellen Maschine. Diese Funktion erspart Ihnen in Windows-Systemen das manuelle Einbinden von USB-Sticks und USB-Festplatten über das Menü.

Aus Workstation Pro heraus lassen sich virtuelle Maschinen mit anderen Anwendern teilen und im Netzwerk zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen, wovon vornehmlich Business-Nutzer profitieren. Dafür bietet Vmware zusätzlich die Verwaltungsumgebung Vsphere an, in der sich Systeme zentral ablegen lassen. Virtuelle Festplatten können in Vmware Workstation Pro zum Schutz vor unerlaubtem Zugriff mittels AES-Kryptoalgorithmus mit 256 Bit verschlüsselt werden. PC-Einstellungen lassen sich mithilfe eines Kennworts gegen Änderungen schützen. Die Workstation-Pro-Version unterstützt den Austausch von virtuellen Festplatten zwischen verschiedenen PCs und im Netzwerk sowie über das OVA-/OVF-Format. Wie bei Virtualbox ist ein Fernzugriff auf virtuelle Systeme möglich, wobei Vmware auf das freie VNC-Protokoll setzt.

Hyper-V gratis in Windows 10

Mit der Bordfunktion Hyper-V können Sie in Windows 10 virtuelle Maschinen erstellen, sofern Sie Windows 10 Pro oder Enterprise in der 64-Bit-Version verwenden. Hyper-V ist auf Windows als Gastsystem optimiert und muss als Zusatzfunktion nachträglich unter „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ installiert werden. Drücken Sie Win-R, geben Sie Windows-Features ein und gehen Sie auf den ersten Treffer. In Win 10 Home 64 Bit lässt sich die Funktion über Umwege aktivieren.

Hyper-V ist mit einer minimalistischen Bedienungsoberfläche namens Hyper-V-Manager ausgestattet, auf technische Raffinessen verzichtet das Programm zugunsten einer schnörkellosen, aber gewöhnungsbedürftigen Handhabung. Die Palette möglicher Betriebssysteme hat Microsoft dabei auf Windows ab XP eingeschränkt. An Linux-Distributionen unterstützt Hyper-V offiziell nur Suse Linux Enterprise Server, Red Hat Enterprise Linux und Cent OS, einige weitere Distributionen lassen sich dennoch als virtuelles Gastsystem einrichten.

Pluspunkt von Hyper-V gegenüber den Virtualisierungsplattformen von Oracle und Vmware ist die dynamische Arbeitsspeicherverwaltung. Beim Starten eines virtuellen PCs wird der zugewiesene Arbeitsspeicher nicht sofort in einem Stück belegt, sondern es wird nur so viel vom echten Arbeitsspeicher beansprucht, wie der virtuelle PC tatsächlich benötigt. So können mehrere VMs parallel laufen, ohne dass es zu spürbaren Leistungseinbrüchen kommt.

Virtualbox Portable:   Virtueller PC für den USB-Stick  

Hardware-Emulation

Die von Virtualbox, Vmware und Hyper-V nachgebildeten Rechner nutzen ältere Hardware. Damit soll die bestmögliche Kompatibilität von virtueller Hardware und Gastbetriebssystem sichergestellt werden. So kommen viele Betriebssysteme ohne größere Anpassungen mit der Hardware zurecht, denn passende Gerätetreiber finden sich meistens in der Grundausstattung des jeweiligen Betriebssystems.

Durch Gasterweiterungen (Additions) für die Virtualisierungsprogramme von Oracle und Vmware lässt sich das Gastbetriebssystem auf die bereitgestellte Hardware und die Zusammenarbeit mit dem Hauptbetriebssystem optimieren. Die Installation der mitgelieferten Erweiterungen ist Voraussetzung für den flüssigen Wechsel des Mauszeigers zwischen Hauptbetriebssystem und virtueller Maschine. Für Hyper-V steht kein solches Treiberpaket bereit.

Virtuelles PC-Bios

Ein virtueller PC verfügt wie ein echter Rechner über ein eigenes Bios, das für das Gastbetriebssystem die grundlegende Kommunikation mit der Hardware übernimmt. Beim Starten einer Maschine meldet sich das Bios des virtuellen PCs und über die F12-Taste (Virtualbox) beziehungsweise die Taste F2 (Vmware) kommen Sie wie bei einem echten PC in das Bios-Setup.

Gast-PCs anpassen

Virtuelle Maschinen lassen sich in Virtualbox, Vmware und Hyper-V gleichsam jederzeit umkonfigurieren, beispielsweise, um den bereitgestellten Hauptspeicher zu vergrößern oder zu verkleinern und Schnittstellen oder weitere Laufwerke hinzuzufügen. Was den Komfort bei Konfigurationsänderungen betrifft, liegen Vmware Workstation Pro und Virtualbox vorne.

Die Festplatten der virtuellen Rechner speichern Virtualbox, Vmware und Hyper-V in Containerdateien auf der echten Festplatte. Dabei geben Sie die maximale Größe der Platte vor, die dann dynamisch anwächst. Die Datei belegt also nur ungefähr so viel Platz wie das Gastsystem samt installierten Anwendungen, Daten und Temporärdateien gerade groß ist.

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Fazit

Virtualbox 6 ist mit der überarbeiteten Bedienerführung für Privatanwender der beste systemübergreifende Allrounder mit guter Ausstattung und intuitiver Nutzung. Der Vmware Workstation Player empfiehlt sich vor allem dann, wenn Sie fertige virtuelle PCs im Vmware-Format nutzen möchten. Überaus zuverlässig ist der Player auch in Verbindung mit dem Vcenter Converter von Vmware. Die rund 250 Euro teure Vmware Workstation Pro glänzt mit einer breiten Hardware-Unterstützung, einem Netzwerk-Editor, Gruppenfunktionen und vielen Extras, die vor allem für Unternehmensnutzer interessant sind.

Wer deutliche Abstriche beim Bedienkomfort akzeptiert und nur virtuelle Rechner mit Windows einrichten möchte, der sollte Hyper-V ausprobieren.

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