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Virtual Reality mit Windows 10 selbstgemacht

19.05.2017 | 10:40 Uhr |

Das kommende Update für Windows 10 setzt voll auf Virtual Reality. Doch schon jetzt können Sie VR-Inhalte ganz einfach selbst erstellen, betrachten und verteilen.

Seit mehreren Jahrzehnten wird PC-Anwendern Virtual Reality als kurz vor dem Durchbruch stehende Technologie angepriesen, die die Art und Weise, wie man mit Computern interagiert, revolutionieren wird. In der Realität ist davon bis heute nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: Die Rechner wurden immer schneller, die Betriebssysteme von Version zu Version moderner und das VR-Zubehör kleiner und günstiger – durchgesetzt hat sich die virtuelle Realität hingegen immer noch nicht. Lediglich die sogenannte Augmented Reality (AR) hat sich inzwischen halbwegs etabliert. Unter dieser erweiterten Realität versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Zum Einsatz kommt das etwa bei Handy-Spielen wie Pokémon Go.

Dem gegenüber steht die virtuelle Realität (VR) – die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung. Zusammen mit Zubehör wie Oculus Rift, Samsungs Smartphone-Lösung Gear VR, Googles Project Cardboard (siehe Kapitel „VR-Brille im Eigenbau für wenig Geld“ unten), HTC Vive und Playstation VR ist das nett anzusehen, definitiv unterhaltsam, aber nicht weltbewegend.

Tipp: Die besten VR-Apps für Handy und Cardboard

Virtual und Mixed Reality jetzt auch für den Massenmarkt

Microsofts Hololens ist ein ausgereiftes Produkt, das zudem für die Zusammenarbeit mit Windows 10 optimiert wurde. Wer 3.299 Euro übrig hat, kann zugreifen.
Vergrößern Microsofts Hololens ist ein ausgereiftes Produkt, das zudem für die Zusammenarbeit mit Windows 10 optimiert wurde. Wer 3.299 Euro übrig hat, kann zugreifen.
© Microsoft

Nun startet Microsoft einen neuen Versuch. Im Windows 10 Creators Update finden sich gleich mehrere Apps, die sich um Mixed Reality (MR), Virtual Reality (VR) und 3D drehen. Wir stellen Ihnen diese Apps in diesem Beitrag kurz vor und informieren Sie, was sich in Sachen VR-Zubehör aktuell tut.

Auf der diesjährigen Games Developer Conference Anfang März in San Francisco hat Microsoft eine Mixed-Reality-Plattform angekündigt. Im Windows 10 Creators Update (1703) war die App „Mixed-Reality-Portal“ bereits integriert, allerdings ließen sich die Funktionen nicht nutzen. Dass Microsoft aber vorhat, Windows 10 zur bevorzugten Plattform für Mixedund Virtual-Reality-Anwendungen auszubauen, ist ein offenes Geheimnis.

Unterstützung erhält das Unternehmen durch Firmen wie Asus, Dell und Hewlett-Packard, die bereits angekündigt haben, günstiges VR-Zubehör auf den Markt zu bringen. Günstig bedeutet im Zusammenhang mit VR-Brillen zwischen 300 und 500 Euro.

Zum Vergleich: Hololens , des VR-Gadget, das Microsoft bereits 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt hat, kostet aktuell exakt 3.299 Euro. Klar, dass der x-te Versuch, Virtual Reality massenmarkttauglich zu machen, nicht erneut scheitern soll. Daher ist es unumgänglich, schnell sinnvolle Apps und Anwendungen zu entwickeln. Deswegen hat Microsoft ein neues Mixed-Reality-Portal auf die Beine gestellt. Hier können sich interessierte Anwendungsentwickler anmelden, um Informationen zu neuen Geräten und Developer-Kits zu erhalten. Games-Entwickler werden ebenfalls dazu ermuntert, virtuelle Spielewelten zu erschaffen. Dazu hat Microsoft das Programm „ID@Xbox“, das unabhängigen Spieleentwicklern die Möglichkeit bietet, ihre Titel für Xbox One und Windows 10 zu programmieren und zu vertreiben, um MR- und VR-Inhalte erweitert.

Darüber hinaus hat Microsoft bereits Entwickler-Kits zusammen mit einem Prototyp-Headset von Acer ausgeliefert. Damit sollen Programmierer recht einfach Mixed-Reality-Anwendungen entwickeln können. Die Acer-Brille besitzt zwei Displays mit einer Auflösung von 1.440 x 1.440 Bildpunkten und einer Bildwiederholfrequenz von 90 Hz. Mikrofon und Kopfhörer lassen sich am Headset anstecken. Im einzigen Anschlusskabel sind HDMI-2.0-Signal und USB-3.0-Datenstrom zusammengefasst.

Zwei 3D-Apps sind in Windows 10 Creators Update integriert

Die neue App 3D-Viewer in Windows 10 Creators Update zeigt dreidimensionale Objekte an und gibt sie auf Wunsch zur weiteren Bearbeitung an die Apps Paint 3D und 3D-Builder weiter.
Vergrößern Die neue App 3D-Viewer in Windows 10 Creators Update zeigt dreidimensionale Objekte an und gibt sie auf Wunsch zur weiteren Bearbeitung an die Apps Paint 3D und 3D-Builder weiter.

Mixed Reality und Virtual Reality sind aber nicht die beiden einzigen Neuerungen, die in Windows 10 Creators Update stecken. Auch die 3D-Unterstützung wurde deutlich erweitert. Neben Paint 3D, dem neuen Malprogramm, das wir Ihnen auf Seite 30 im Detail vorstellen, finden sich im Creators Update zwei weitere 3D-Apps: Der neue 3D-Viewer und das in der Rubrik „Windows-Zubehör“ untergebrachte Tool 3D-Builder, das bereits seit Längerem in Windows 10 integriert ist.

Der 3D-Viewer ist ein einfach gehaltener Bildbetrachter, der vier gängige Dateitypen unterstützt: 3MF, FBX, OBJ und STL. Die beiden erstgenannten Formate stehen übrigens auch beim Speichern in Paint 3D zur Auswahl, OBJ und STL werden von vielen 3D-Programmen unterstützt. Interessant ist, dass Sie direkt aus der Anwendung heraus auf das Microsoft-eigene Portal Remix3D.com zugreifen und von anderen Nutzern mit Paint 3D gestaltete 3D-Objekte herunterladen können. Darüber hinaus können Sie die im 3D-Viewer geöffnete Elemente über die jeweiligen Menübefehle direkt an die beiden Windows-Apps Paint 3D sowie 3D-Builder übergeben.

Der 3D-Builder deckt gleich zwei Funktionen ab. Zum einen lassen sich damit dreidimensionale Objekte ausdrucken – sofern das entsprechende Equipment zur Verfügung steht. Alternativ dazu können Sie den Druckauftrag aber extern vergeben. Nach einem Klick auf „Online bestellen“, bestätigen Sie den Hinweis mit „Weiter“ und landen auf der Homepage von i.materialise.de . Hier können sie das gewünschte Material auswählen, Farbe und Veredelung festlegen, die Größe angeben und den 3D-Druck in Auftrag geben.

Darüber hinaus ist 3D-Builder in der Lage, mit der im Gerät integrierten Kamera erfasste 2D-Motive in dreidimensionale Objekte umzuwandeln. Das funktioniert in der Praxis aber nur unter optimalen Bedingungen reibungslos. Mehrfarbige Hintergründe, schwierige Lichtverhältnisse und ganz besonders Reflexionen sorgen dafür, dass die 3D-Versionen extreme Verwerfungen sowie tiefe Risse aufweisen, und somit unbrauchbar sind. Man muss Microsoft dennoch zugutehalten, dass das Unternehmen wirklich viel investiert, um den Themen MR, VR und 3D doch noch zu ihrem Durchbruch zu verhelfen. Wer weiß, möglicherweise klappt es ja diesmal.

Mit dem Creators Update fügt Microsoft Windows 10 jede Menge neue Funktionen hinzu. Unter anderem den Game Mode, der die Spiele-Performance verbessern soll, die rudimentäre 3D-Software Paint 3D, Verbesserungen im Edge-Browser und vieles mehr. Wir haben die wichtigsten Neuerungen der Build 15019 in diesem Video zusammengefasst.

VR-Brille im Eigenbau für wenig Geld

Sie müssen nicht Hunderte von Euro ausgeben, wenn Sie in virtuelle Welten eintauchen möchten. Die Voraussetzung ist allerdings, dass Sie ein halbwegs aktuelles Smartphone besitzen. Abgesehen davon benötigen Sie eigentlich nur Pappe, zwei bikonvexe Linsen, zwei kleine Magnete und einen Klettverschluss sowie natürlich eine Anleitung für den Zusammenbau – schon ist die kostengünstige VR-Brille fertig.

Google Cardboard nutzt das Smartphone als VR-Abspieler und lässt sich somit kostengünstig selbst basteln.
Vergrößern Google Cardboard nutzt das Smartphone als VR-Abspieler und lässt sich somit kostengünstig selbst basteln.
© Google

Die populärste Anleitung kommt von Google. Das sogenannte „ Project Cardboard “ wurde bereits im Sommer 2014 der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und möchte möglichst vielen Menschen den Zugang zu Virtual-Reality-Anwendungen ermöglichen, weil das gesamte Projekt Open Source ist und sich dadurch von jedermann ohne Kosten benutzen lässt. Unter vr.google.com/cardboard steht der Bausatz als Gratis-Download bereit und bietet detaillierte Pläne und Blaupausen, damit Sie tatsächlich jedes einzelne Teil selbst herstellen können.

Wer nicht selbst basteln möchte, der kann sich auch einfach ein bereits fertiges Cardboard-Modell bestellen. Los geht es bei rund 15 Euro. Die Auswahl ist groß und natürlich unterscheiden sich viele Versionen bei der Materialwahl sowie beim Tragekomfort. Doch das Prinzip bleibt das Gleiche: VR-Lösungen auf der Basis von Project Cardboard sind Halterungen, die nur im Zusammenspiel mit dem Smartphone funktionieren. Dennoch ist das VR-Erlebnis schon in dieser Stufe recht beeindruckend – insbesondere für Menschen, die Virtual Reality vorher noch nie ausprobiert haben. Intensiver wird das Mittendringefühl, wenn Sie noch einen Kopfhörer aufsetzen.

Tipp: Die besten VR-Brillen im Vergleich

Beim Cardboard handelt es sich um eine Halterung für das Smartphone: Das Gerät wird quer vor die Linsen eingelegt und dient fortan als VR-Abspieler. Denn aktuelle Handys sind standardmäßig mit Bewegungs-und Beschleunigungssensoren ausgestattet. Damit können sie erkennen, wie Sie Ihren Kopf bewegen, um es in VR umzusetzen. Doch auch die Auflösung der Bildschirme der smarten Telefone liegt teils jenseits von Full-HD (1920 mal 1080 Pixel). Und bei Virtual Reality gilt: Je schärfer das Display auflöst, desto weniger grobkörnig erscheint die virtuelle Welt. Eine Mindestvoraussetzung ist das nicht, allerdings macht es das Erlebnis fürs Auge viel angenehmer.

Ein fertiges Google Cardboard mit eingelegtem iPhone – das funktioniert, obwohl der Karton von Google und das Phone von Apple kommt.
Vergrößern Ein fertiges Google Cardboard mit eingelegtem iPhone – das funktioniert, obwohl der Karton von Google und das Phone von Apple kommt.

Die restlichen Voraussetzungen für die Verwendung eines Smartphones in einem Cardboard sind schnell aufgezählt: Handelt es sich um ein Android-Gerät, dann muss das Betriebssystem mindestens in der Version 4.1 oder höher vorliegen. Und selbst Apple-Nutzer dürfen ihre iPhones in die VR-Halterung einlegen, sofern sie iOS ab Version 8.0 installiert haben. Zudem muss das Gerät mit einem Gyroskop ausgestattet sein. Obligatorisch beim Cardboard selbst ist ein Schalter, der auf den Touchscreen drückt. Auf diese Weise erfolgt die Navigation in der virtuellen Welt. Es gibt freilich noch einige optionale Zusätze, die den Umgang mit der Halterung etwas einfacher gestalten: Ein aufgeklebtes NFC-Tag kann zum Beispiel die Funktion übernehmen, beim Kontakt mit dem Handy eine schon vorab definierte VR-Anwendung zu starten. Mit einem verstellbaren Kopfband müssen Sie das Cardboard außerdem nicht mit den Händen vor den Kopf halten.

Augen auf beim Linsenkauf für VR-Brillen

Der Mensch hat dank seiner beiden Augen grundsätzlich die Möglichkeit, räumlich zu sehen. Und tatsächlich unterscheidet sich das Sichtfeld, wenn wir nacheinander zuerst das eine und dann das andere Auge schließen und dabei ein Objekt betrachten. Aus dieser Differenz, die aus den verschiedenen Blickwinkeln entsteht, errechnet unser Gehirn die räumlichen Eigenschaften. Dieses „stereoskopische“, also doppelte Sehen ist die Basis für dreidimensionale Wahrnehmung. Deshalb stellt das Smartphone innerhalb vom Cardboard auch zwei getrennte Sichtflächen dar, die sich leicht voneinander unterscheiden. Das Darstellungsprogramm simuliert dabei auch noch eine stereoskopische Differenz und spielt damit unserem Gehirn die tatsächlich fehlenden Informationen vor. Auf diese Weise erhalten wir den räumlichen Eindruck.

Doch auch die Linsen spielen eine wichtige Rolle. Laut Google müssen diese unter anderem „bikonvex“, also beidseitig gewölbt sein. Dadurch erfolgt eine stärkere Bündelung des Lichtes und der Nutzer profitiert von einem größeren Sichtfeld. Wenn Sie also selbst ein Cardboard basteln möchten, achten Sie auf dieses Detail. Denn günstige Linsen oder auch preiswerte, Cardboard-ähnliche Alternativen nutzen häufig nur einfach konvexe Linsen. Somit ist das Sichtfeld in der Regel kleiner und die Darstellung insgesamt etwas dunkler. Im Download des Cardboard-Bausatzes sind die empfohlenen Linsen sehr genau beschrieben.

Apps für VR: Spaziergang in Versailles

Natürlich darf hier auch eine App nicht fehlen, die von Google selbst kommt: Die Cardboard-App gibt es für die beiden großen, mobilen Betriebssysteme. Sie ist für den Betrieb der VR-Brille notwendig. Nach der Einführung, die Ihnen die Bedienung und Möglichkeiten von Cardboard erläutert, hält die App noch einige weitere Anwendungen bereit. Dazu zählt beispielsweise ein Reiseführer, der Sie durch das Schloss Versailles begleitet. Dort können Sie dank Cardboard die Räume in einer 360-Grad-Sicht selbst erkunden. Doch auch Apps wie etwa Google Earth, Street View oder Spiele und Videos lassen sich mit aufgesetztem Cardboard nutzen. Überdies gibt es zahlreiche Programme von Drittanbietern. Achten Sie hierbei auf die sogenannte WWGC-Zertifizierung („Works with Google Cardboard“): Dadurch wird sichergestellt, dass die Anwendung sich definitiv für die Nutzung mit Cardboard eignet.

Mit der Cardboard-Brille führt Sie Google durch Schloss Versailles. Dank VR müssen Sie sich nicht auf einen Bildausschnitt beschränken, sondern haben einen kompletten Rundumblick.
Vergrößern Mit der Cardboard-Brille führt Sie Google durch Schloss Versailles. Dank VR müssen Sie sich nicht auf einen Bildausschnitt beschränken, sondern haben einen kompletten Rundumblick.

Ganz einfach per App: Eigene Aufnahmen für die VR-Brille

Mit den richtigen Apps können Sie mit Ihrer Handykamera selbst 360-Grad-Fotos aufnehmen und diese in VR betrachten: So lässt sich beispielsweise der letzte Urlaub noch einmal intensiv durchleben. Hierfür müssen Sie die Urlaubsfotos mit der App Cardboard Camera knipsen, die es gratis als Download gibt. Mit dieser alternativen Kamera-App lässt sich sogar der Ton vor Ort aufnehmen, um noch intensiver eintauchen zu können. Bei der Aufnahme selbst nimmt Google Sie an der Hand: Sobald Sie den Aufnahmeknopf gedrückt haben, drehen Sie sich quasi im Kreis. Idealerweise verlassen Sie nicht die angezeigte Ideallinie – die App informiert Sie aber ebenfalls darüber und moniert auch eine zu schnelle Drehbewegung. Danach wird die 360-Grad-Aufnahme verarbeitet und steht bereit, damit Sie sie mit Ihren Freunden teilen können.

Selbst Gamer haben inzwischen die Möglichkeit, durch das Bilderfassungsprogramm Nvidia Ansel 360-Grad-Screenshots von kompatiblen Spielen anzufertigen. Bekannte Spiele wie etwa Witcher 3 oder Watch Dogs 2 unterstützen Ansel: Die Kamera lässt sich im Geschehen komplett frei positionieren. Des Weiteren gibt es noch zahlreiche Bildbearbeitungsoptionen wie Filter und eine EXR-Erfassung für den Profi-Export in Adobe Photoshop. Die in Ansel aufgenommenen Ausschnitte lassen sich überdies in Photo Sphere und somit auch via Google Cardboard betrachten.

Mit der Panorama-App Cardboard Camera nehmen Sie selbst 360-Grad-Fotos auf und können Sie verteilen.
Vergrößern Mit der Panorama-App Cardboard Camera nehmen Sie selbst 360-Grad-Fotos auf und können Sie verteilen.

Doch auch das Aufnehmen von Videos ist möglich, allerdings stößt die Smartphone-Kamera hier an ihre Grenzen. Denn dafür sind besondere Kameras erforderlich, die jedoch mittlerweile erschwinglich sind. Dazu zählen die Kodak Pixpro SP360 4K für rund 499 Euro und die Samsung Gear 360 für etwa 350 Euro. Dieses Modell beinhaltet zwei Fischaugen-Linsen, die jeweils einen Bereich von 180 Grad abdecken, sowohl horizontal wie vertikal. Die beiden Aufnahmen fügen das Smartphone oder der Rechner dann zu einem 360-Grad-Video zusammen. Mit der zugehörigen App lässt sich das Video in Echtzeit auf dem Smartphone anzeigen und aufnehmen, alternativ bietet das Modell von Samsung die Aufnahme ohne aktive Verbindung und speichert die Videos auf der eigenen Speicherkarte. Außer mit der hauseigenen App lassen sich 360-Grad-Videos zudem auf Facebook und Youtube hochladen, damit Sie diese mit Freunden teilen können.

Siehe auch: Die besten VR-Apps für Handy und Cardboard

3D-Druck ist zu Hause angekommen

3D-Drucker waren vor einigen Jahren lediglich der Industrie und Forschung vorbehalten. Dort stellten sie von den Unternehmen designte, dreidimensionale Objekte her, wie beispielsweise maßstabsgetreue Modelle oder erste Entwürfe von Einzelteilen. Die Kosten für derartige Geräte beliefen sich auf mehrere tausend Euro. Während der letzten Jahre sind allerdings immer mehr Drucker auf den Markt gekommen, die kompakter, einsteigerfreundlicher und vor allem günstiger sind.

Sketchup eignet sich gut dazu, um eigene 3D-Objekte anzufertigen, ohne dass Sie sich zuvor erst stundenlang einarbeiten müssen.
Vergrößern Sketchup eignet sich gut dazu, um eigene 3D-Objekte anzufertigen, ohne dass Sie sich zuvor erst stundenlang einarbeiten müssen.

Selbst Vorlagen für den 3D-Drucker designen

3D-Drucker gewinnen also immer mehr an Popularität. Das liegt vor allem daran, dass im Prinzip jeder zu Hause eigene Kreationen entwerfen und sie ausdrucken kann. Diese Kreationen sind natürlich nicht auf künstlerische Objekte beschränkt. Ersatz-und Bauteile oder auch nützliche Dinge für den Haushalt lassen sich ebenfalls selbst designen und herstellen: Tassen, Löffel, Teller – Ihrer Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Neben einem 3D-Drucker benötigen Sie für die heimische Produktion außerdem eine entsprechende Software. Das Programm Sketchup Make ist für die private Verwendung kostenlos und verfügt in den ersten 30 Tagen nach der Installation sogar über die Funktionen der rund 700 US-Dollar teuren Pro-Version. Doch auch die kostenfreie Variante bringt eine ordentliche Zahl von Gestaltungswerkzeugen sowie ein Plug-in für den Export Ihrer Entwürfe in das sogenannte STL-Format (Surface Tesselation Language) mit. Das ist notwendig, damit der 3D-Drucker den Entwurf lesen und danach entsprechend drucken kann. Das Programm arbeitet vom Start weg in der dritten Dimension, sehr einsteigerfreundlich ist es also nicht. Aus diesem Grund empfehlen wir Laien, sich zunächst einmal die Hilfestellungen und Videoanleitungen anzusehen. Sie finden diese unter www.sketchup.com/de/learn , allerdings sind die Videos dort lediglich in englischer Sprache verfügbar.

Nach dem ersten Start fragt Sie das Programm nach der Vorlagenauswahl. Für unser Beispiel wählen wir „Einfache Vorlage -> Meter“. Um die wichtigsten Werkzeuge direkt auswählen zu können, klicken Sie in der oberen Leiste auf „Ansicht“ und anschließend auf „Symbolleisten“ und setzen ein Häkchen bei „Großer Funktionssatz“. „Erste Schritte“ lassen Sie am besten auch ausgewählt, denn dadurch erhalten Sie Tipps zur Bedienung auf der rechten Seite. Im nächsten Schritt blendet Ihnen Sketchup eine neue Werkzeugleiste auf der linken Seite ein. Im Editor sehen Sie eine blaue, grüne und rote Achse. Diese dienen als Orientierungshilfe, um Ihr Objekt aus verschiedenen Blickrichtungen zu betrachten. Darüber hinaus helfen Ihnen die Achsen bei der Ausrichtung, da sich die gezogenen Formen automatisch durch ein „Snapping“ jeweils daran ausrichten. Jetzt starten wir mit der Erstellung von 2D-Formen. Auf der linken Seite befinden sich die grundlegenden 2D-Zeichnungstools wie etwa „Rechteck“ oder auch „Kreis“. Einen tassenähnlichen Gegenstand fertigen Sie beispielsweise wie folgt an: Wählen Sie zunächst das Kreis-Werkzeug an und bestimmen Sie den Radius des Kreises, indem Sie mittels gedrückter linker Maustaste vom Mittelpunkt nach außen ziehen. Dies wiederholen Sie vom selben Mittelpunkt aus, lassen den Radius aber kleiner als vorher, sodass ein Rand entsteht. Klicken Sie auf das „Drücken/Ziehen“-Werkzeug, bei dem es sich um die Funktion handelt, die bei 2D-Elementen Volumen hinzufügt oder entfernt. Wählen Sie den äußeren Kreis an und ziehen Sie ihn mit gedrückter Maustaste nach oben. Dann erhalten Sie einen tassenähnlichen Gegenstand.

Aufgrund einer großen Community lassen sich auch vorgefertigte Modelle herunterladen und ausdrucken.
Vergrößern Aufgrund einer großen Community lassen sich auch vorgefertigte Modelle herunterladen und ausdrucken.

Wichtig sind dabei die Abmessungen: Rechts unten im Fenster macht die Software in Echtzeit Angaben dazu, in diesem Fall zum Radius. Die Maßeinheit entspricht der der Vorlage, in unserem Beispiel sind das Meter. Zusätzlich können Sie mit dem Tool „Abmessung“ auf der linken Seite auch noch einmal Radien sowie Abstände selbst messen, indem Sie die Start-und Endpunkte wie gewünscht legen. Um das Objekt von allen Seiten zu betrachten, benutzen Sie das Werkzeug „Handfunktion“, um den Bildausschnitt zu verschieben, und die mittlere Maustaste, um die Perspektive zu ändern.

Im nachfolgenden Schritt geht es nun an den Druck: Dafür laden Sie sich zunächst einmal das Plug-in für den STL-Export von der Sketchup-Webseite herunter und installieren es im Anschluss daran über „Fenster“ und „Erweiterungs-Manager“, indem Sie den Pfad des Plug-ins auswählen. Der Export erfolgt sodann unter „Datei“. Darüber hinaus fragt Sie das Programm noch nach der Maßeinheit, also beispielsweise Millimeter oder Zentimeter. Beim Dateiformat selbst haben Sie die Wahl zwischen ASCII und binären Dateien. Letztere nehmen allerdings weniger Speicherplatz ein.

Wer es da lieber einfacher haben möchte, der kann sich auch vorgefertigte, kostenlose Modelle von verschiedenen Anwendern und Firmen herunterladen. Diese Modelle können Sie sich über „Datei“ und „3D Warehouse“ heraussuchen. Sämtliche Modelle lassen sich mithilfe des Farbeimers bezüglich Farbe, Muster und Beschaffenheit verändern. Weitere Vorlagen, die beispielsweise auch Spielfiguren und Ersatzteile umfassen, stehen für Sie unter www.thingiverse.com zum Download bereit.

3D-Drucker wie der Makerbot Replicator eignen sich wegen des relativ günstigen Preises auch für den Heimgebrauch. Sie benötigen zum Herstellen eigener Gegenstände dann noch eine passende Software.
Vergrößern 3D-Drucker wie der Makerbot Replicator eignen sich wegen des relativ günstigen Preises auch für den Heimgebrauch. Sie benötigen zum Herstellen eigener Gegenstände dann noch eine passende Software.

Bevor das Modell schlussendlich in den Druck gehen kann, sollten Sie die STL-Datei nochmal auf Fehler hin überprüfen. Hierfür bietet sich das Freewaretool Netfabb Studio Basic an. Es beinhaltet eine automatische Reparatur, speichert die Dateien allerdings in einem proprietären Format ab. Lassen Sie sich die problematischen Stellen anzeigen und überarbeiten sie sie in Sketchup oder erwerben Sie die kostenpflichtige Version des Programms.

Wenn Sie sich einen 3D-Drucker anschaffen wollen, dann legen wir Ihnen unseren Online-Beitrag „ 3D-Drucker im Vergleich: Pearl gegen Makerbot “ ans Herz.

Das Alcatel Idol 4S hat viele spannende Extras: Eine im Lieferumfang enthaltene VR-Brille, die Möglichkeit, beidseitig zu Telefonieren und eine "Boom-Taste". Wozu sie da ist, und was das Android-Smartphone insgesamt auf dem Kasten hat, erfahren Sie in diesem Hands-on-Video unseres Partner-Kanals mobiwatch.

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