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Viren mithilfe eines USB-Sticks jagen - so klappt's

08.12.2018 | 09:01 Uhr | Arne Arnold & Peter-Uwe Lechner

Wenn Sie einen virenverseuchten Rechner reinigen müssen, dann ist ein USB-Stick mit bootfähigen Antivirensystemen Gold wert! Wie Sie einen solchen Stick selbst erstellen und welches die besten Systeme sind, erfahren Sie hier.

Eigentlich sollte ja das installierte Antivirenprogramm alle Schädlinge und auch nervige Adware blockieren, bevor sie sich auf dem Rechner festsetzen können. Doch leider klappt das nicht immer. Denn entweder ist der Virus brandneu und äußerst raffiniert, oder die Antivirensoftware konnte sich keine neuen Updates besorgen und hat den Schädling deshalb durchgelassen. Wenn Sie dann feststellen: Mit meinem Rechner stimmt etwas nicht, ist ein Virenscan fällig. Das können Sie zum Beispiel unter Windows mit einem Zweitscanner erledigen. Empfehlenswert ist da etwa Kaspersky Security Scan. Das Tool lässt sich parallel zu einem vorhandenen Antivirenprogramm nutzen. Besser ist aber eine gründliche Virensuche mit einem bootfähigen Antivirensystem. Diese Systeme gibt es von vielen Antivirenherstellern kostenlos, auch für einen USB-Stick. Der Vorteil: Sie booten den PC direkt vom Stick aus. Das verseuchte Windows muss nicht gestartet werden. Der Virenscanner hat damit vollen Zugriff auf alle Dateien des Rechners und kann diese genau untersuchen.

USB-Sticks - Das gibt es beim Kauf zu beachten

Antivirensystem auf den USB-Stick übertragen

Mit einem Tool wie Rufus schreiben Sie eine CD/DVD-Abbilddatei auf einen USB-Stick.
Vergrößern Mit einem Tool wie Rufus schreiben Sie eine CD/DVD-Abbilddatei auf einen USB-Stick.

Einige Antivirenhersteller bieten für ihr Antivirensystem zusätzlich einen Installer, der das System per Klick auf den USB-Stick bringt. Sie müssen also nur einen USB-Stick anschließen und den Installer starten. In wenigen Fällen müssen Sie im Installer die ISO-Datei mit dem zugehörigen Antivirensystem auswählen, aber das war es dann auch schon. In der Regel genügt ein Stick mit 1 GB Kapazität. Das Erstellen dauert wenige Minuten, und schon ist Ihr Antiviren- USB-Stick einsatzbereit.

Bei Antivirensystemen, die ohne einen Installer für den USB-Stick kommen, liegt das System als ISO-Datei vor. Dieses müssen Sie selber bootfähig auf Ihren USB-Stick bringen. Verwenden Sie dafür Tools wie Rufus oder Yumi . Das einzige Manko der Programme ist, dass sie keinen Multiboot-Stick erstellen können. Wer das möchte, greift zu dem Tool Sardu . Doch wenn Sie ohnehin nur ein einziges System auf Ihren USB-Stick bringen möchten, beispielsweise die empfehlenswerte Kaspersky Rescue Disk , sind Rufus oder Yumi empfehlenswert. Laden Sie die ISO-Datei auf Ihren PC herunter. Sie können alternativ auch die Antivirensysteme anderer Hersteller wie AVG, Avira, Bitdefender, Comodo, Dr. Web, Eset, F-Secure, Panda und Sophos verwenden. Am schnellsten kommen Sie zur jeweiligen Download-Seite wenn Sie in Google nach dem Herstellernamen und dem Zusatz „Rescue CD“ suchen. Stecken Sie Ihren USB-Stick an den PC. Installieren Sie Rufus und starten Sie das Tool. Wählen Sie im Aufklappfeld unter „Laufwerk“ den USB-Stick aus. Weiter unter klicken Sie auf das CD-Icon und wählen danach für unser Beispiel die Kaspersky Rescue Disk aus, die als ISO-Datei vorliegt. Sie heißt kav_rescue_10.iso. Die übrigen Einstellungen können Sie belassen. Vorhandene Daten auf dem Stick werden gelöscht. Um die Erstellung zu beginnen, klicken Sie abschließend auf „Start“.

Tipp: Sicherheit für USB-Sticks - Was Sie wissen müssen

PC mit dem Notfall-Stick starten

Kaspersky Rescue Disk enthält einen empfehlenswerten Virenscanner.
Vergrößern Kaspersky Rescue Disk enthält einen empfehlenswerten Virenscanner.

Nachdem Sie den USB-Stick mit dem Rescue-System beschrieben haben, starten Sie den Computer neu. Damit der Scanner Ihres Antiviren-Sticks sich nach dem Starten des PCs mit neuen Updates versorgen kann, benötigt der betroffene Rechner eine Internetverbindung. Problemlos funktioniert das, wenn Sie den PC mit dem LAN-Kabel an den Router anschließen. Wir empfehlen diese Methode, denn so kommen die vorgestellten Systeme zuverlässig ins Internet.

Nach dem Neustart wird auf dem Bildschirm die Meldung „Press any key to enter the menu“ erscheinen. Drücken Sie eine beliebige Taste. Mithilfe von Pfeiltasten wählen Sie „Deutsch“ als Sprache der grafischen Benutzeroberfläche aus. Drücken Sie dann die Eingabetaste. Lesen und bestätigen Sie den Lizenzvertrag mit der Taste 1. Anschließend wählen Sie als Bootmodus „Kaspersky Rescue Disk – Grafikmodus“ aus. In diesem Modus lädt das grafische Teilsystem – das ist die Empfehlung für die meisten Nutzer. Drücken Sie die Eingabetaste und warten Sie, bis das System gestartet ist. Anschließend können Sie Kaspersky Rescue Disk 10 nutzen. Aktualisieren Sie die Datenbanken des Programms im Register „Update“ und starten Sie danach im Register „Untersuchung von Objekten“ den Virenscan. Standardmäßig untersucht Kaspersky Rescue Disk Laufwerksbootsektoren und versteckte Autostart-Objekte des Betriebssystems. Klicken Sie auf „Untersuchung von Objekten starten“. Haben Sie nun etwas Geduld – die Untersuchung kann einige Zeit dauern.

Sollte der Virenscanner schädliche Objekte gefunden haben, werden Sie nach dem Abschluss der Untersuchung vom Programm zu einer Aktion aufgefordert: Bei einem Klick auf „Desinfizieren“ kann das Objekt weiter genutzt werden. Verschieben Sie ein Objekt in die Quarantäne, wenn die Untersuchung nicht zweifelsfrei feststellen konnte, ob das Objekt infiziert oder nicht ist. In diesem Fall können Sie das Objekt aus der Quarantäne wiederherstellen. Wenn ein Objekt als Virus erkannt wird und nicht desinfiziert werden kann, können Sie dieses Objekt löschen. Informationen über das Objekt werden im Bericht über erkannte Bedrohungen gespeichert.

Systeme für Ihren Anti-Viren-Stick

Beim letzten Test der Antivirentools unter Linux durch AV-Test haben mehrere Programme gut abgeschnitten. Entscheidend ist der Test der Linux-Scanner, da die vorgestellten Antivirensysteme fast alle unter Linux laufen. Trotzdem finden die Tools natürlich Windows-Viren. Die Suche nach diesen wurde auch getrennt von Linux-Viren getestet. Gut abgeschnitten haben in dieser Kategorie die Scanner von Eset, Kaspersky, AVG, Avast, Sophos, F-Secure und Bitdefender. Wir empfehlen eines oder mehrere dieser Systeme für Ihren Antiviren-Stick.

Für mehr Details: Antivirus-Software für Windows 10 im Test

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