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Videospielsucht offiziell von der WHO als Krankheit anerkannt

08.02.2018 | 15:40 Uhr |

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Videospielsucht in ihren offiziellen Katalog für psychische Krankheiten aufgenommen. Betroffen sind aber nicht die Menschen, die einfach nur stundenlang spielen, sondern diejenigen, deren Gesundheit durch die Sucht nachhaltig beeinträchtigt wird.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Videospielsucht in ihren offiziellen Katalog von psychischen Krankheiten aufgenommen. Der neue Katalog wird im Juni aufgelegt und wird von Gesundheitsbehörden und Versicherungen genutzt werden.

Die Diagnose „Gaming Disorder“ beschränkt sich jedoch nicht einfach nur auf Menschen, die mehrere Stunden am Tag Videospiele konsumieren. Vielmehr sind nachhaltige Beeinträchtigungen der Gesundheit gemeint, die durch die Sucht entstehen. Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte hierzu: „Diese Sucht beeinträchtigt auch körperliche Funktionen“. So können etwa das Augenlicht oder die Fitness stark beeinträchtigt werden.

Stundenlanges Spielen ist noch keine Sucht

Das stundenlange Spielen allein reiche für die Diagnose also nicht aus. Betroffen sind Menschen, die ihr Spielverhalten kaum kontrollieren können, die dem Spielen einen höheren Stellenwert einräumen als anderen Aktivitäten und die negative Konsequenzen ausblenden. Zu den weiteren Suchtmerkmalen gehört es, wenn es zu deutlichen Problemen in einem oder mehreren Lebensbereichen führt, etwa Familie, Ausbildung, Freizeit und dieses Verhaltensmuster seit mindestens einem Jahr bestehe. Die WHO betont: Nur ein kleiner Teil von Gamern ist von diesen Problemen betroffen.

Die Aufnahme der Krankheit in den Katalog sei ein erster Schritt. Darauf basierend möchte die WHO dann Richtlinien für Behandlungsmöglichkeiten der Sucht entwickeln.

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