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Video: Abgefeuerte Mörser-Granate fällt Soldaten auf den Rücken

18.06.2018 | 15:27 Uhr |

Ein krasses Youtube-Video zeigt, wie ein 120-mm-Mörser der Bundeswehr eine Granate abfeuert – und diese dem ladenden Bundeswehrsoldaten auf den Rücken fällt. Der Vorfall soll sich vor wenigen Tagen ereignet haben.

Bereits seit einigen Tagen macht unter Wehrexperten die Meldung die Runde, dass es beim Abfeuern einer Mörsegranate (oder Mörserpatrone - die Quellen verwenden beide Begriffe) auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken am 25. Mai 2018 zu einem ernsten Vorfall gekommen ist: Ein Bundeswehrsoldat ließ eine Mörsergranate in den 120-mm-Mörser gleiten, der Mörser feuerte – und die abgefeuerte Granate fiel dem Soldaten mit einem trockenen Geräusch auf den Rücken. Was sich wie Slapstick liest und im Video auch ziemlich kurios aussieht, hätte tödlich ausgehen können.

Auf Youtube können Sie den ungewöhnlichen Vorgang nachverfolgen:

Das ist passiert! Laut dem Wehrblog Hartpunkt entzündete sich lediglich die Anzündladung (Grundladung) für die Treibladung. Nicht aber die eigentliche Treibladung der Patrone. Deshalb hob die Mörsergranate/Patrone nicht wirklich ab, sondern fiel dem Soldaten – dem Ladeschützen des Mörsers – auf den Rücken. Ob der Soldaten dadurch verletzt wurde, ist unbekannt. Wirklich wichtig in diesem Zusammenhang ist aber: Der laut hartpunkt.de korrekt funktionierende Zünder der Granate löste nicht aus. Sonst wäre die gesamte Mörserbesatzung getötet worden.

Der Grund für das Nichtzünden der Treibladung dürfte vermutlich darin zu suchen sein, dass die Mörsermunition der Bundeswehr hoffnungslos veraltet ist. „Die für die 120-mm-Mörser des Heeres heute noch verwendete Munition stammt zum Großteil aus den 1980er und frühen 1990er Jahren“, wie hartpunkt schreibt. Und weiter: „Die Treib- und Grundladungen sind überaltert, es besteht das Risiko von Fehlfunktionen.“ Ob tatsächlich das hohe Alter der Treibladung der Grund für die Fehlfunktion war, steht offiziell zwar noch nicht fest, gilt Experten aber als sehr wahrscheinlich. Wie das Wehrblog augengeradaus schreibt, galt die kritisierte Mörsermunition bereits 2008 als veraltet.

Noch gefährlicher als nicht zündende Treibladungen und damit verbundene „Kurzschüsse“: Viele Mörsergranaten sollen bei dem Übungsschießen sogar zu früh explodiert sein. Somit scheinen auch die Zünder überaltert und deshalb fehlerhaft geworden zu sein, wie augengeradeaus schreibt.

Die Bundeswehr hat die betroffene Mörsermunition 120 mm DM61 (Sprengpatrone mit Annährungszünder DM61) jetzt für den weiteren Gebrauch gesperrt. Womit die Bundeswehr an einem weiteren Waffensystem, nämlich den Mörsern, nicht mehr ausbilden kann. Zahlreiche andere Waffensysteme der Bundeswehr wie zum Beispiel die U-Boote lassen grüßen…

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