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Vibrator-Hersteller entschädigt Kunden

17.08.2017 | 16:03 Uhr |

Standard Innovation muss Käufern von We-Vibe-Vibratoren aufgrund von Datenschutz-Verstößen eine Entschädigung zahlen.

Das kanadische Unternehmen Standard Innovation hat mit seinen We-Vibe-Modellen smarte Vibratoren im Sortiment. Die Sexspielzeuge können sich über Bluetooth mit einem iOS- oder Android-Smartphone verbinden und per „Connect Lover“-Funktion vom Partner oder der Partnerin gesteuert werden.

Ob Standard Innovation bei den beworbenen smarten Funktionen auch den Datenschutz berücksichtigt, nahmen die beiden Sicherheitsforscher followr und g0ldfisk im vergangenen Jahr genauer unter die Lupe. Die beiden Experten fanden heraus, dass die zugehörige We-Vibe-App unterschiedliche vertrauliche Daten auf die Server des Herstellers hochlädt . Die Nutzer werden darüber jedoch nicht informiert. Die We-Vibe-App überträgt zusammen mit der E-Mail-Adresse des Vibrator-Nutzers unter anderem die Nutzungsdauer, die gewählten Einstellungen sowie Temperatur und Akkustand des Geräts.

Standard Innovation hatte die Datensammlung nach der Enthüllung der Sicherheitsexperten unter anderem mit Marktforschungszwecken und der Hardware-Überwachung für einen einwandfreien Betrieb des Vibrators erklärt. Damit ließ sich eine verärgerte Kundin jedoch nicht beschwichtigen. Im September 2016 reichte sie zusammen mit anderen Kunden eine Sammelklage gegen Standard Innovation ein.

Im März 2017 einigten sich die Kläger und der Vibrator-Hersteller schließlich auf einen Vergleich, der in dieser Woche von der zuständigen Richterin in Illinois gebilligt wurde . Kunden, die ein We-Vibe-Modell gekauft und die zugehörige App genutzt haben, werden jeweils mit 10.000 US-Dollar entschädigt. Wer nur den Vibrator, nicht aber die App benutzt hat, erhält 199 US-Dollar.

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