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Verfassungsschutz: China spioniert angeblich über LinkedIn

11.12.2017 | 16:35 Uhr |

Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz nutzen chinesische Geheimdienste LinkedIn zur Quellenwerbung. China weist die Vorwürfe zurück.

Chinesische Geheimdienste sind zunehmend in sozialen Netzwerken wie LinkedIn unterwegs. Dort schöpfen sie Informationen ab und werben neuen Spione an. Das bestätigte am vergangenen Wochenende Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). Bei der vermehrten Nutzung von chinesischen Fake-Profilen bei LinkedIn handle es sich laut Maaßen „um den breit angelegten Versuch der Infiltration von Parlamenten, Ministerien und Behörden“. Wie die Behörde vermutet, seien bereits mehr als 10.000 Deutsche per LinkedIn von chinesischen Fake-Profilen angesprochen worden. Die Dunkelziffer könnte jedoch weitaus höher liegen.

Die gefälschten Profile würden sich dabei als Unternehmensberater, Wissenschaftler und Headhunter ausgeben, um mit Bundestagsabgeordneten und Wissenschaftlern in Kontakt zu treten. Sie geben vor, ein Interesse am fachlichen Austausch zu haben, verlangen Probearbeiten und laden die Nutzer zu Treffen nach China ein. Über den persönlichen Kontakt werden dann sensible Informationen verlangt. Bei hochrangigen Zielpersonen zahle der chinesische Geheimdienst den Angaben zufolge mehrere zehntausend Euro.

Besonderes Interesse hätten die Geheimdienste an Angehörigen der Bundeswehr, den Bankenverbänden und Stiftungen sowie an Abgeordneten des EU-Parlaments und des Bundestages. Über LinkedIn – das in China nicht gesperrt ist – lässt sich bereits viel über den beruflichen Werdegang der Zielpersonen herausfinden. Bekannte oder Kollegen liefern dann bei Zustandekommen einer Zusammenarbeit sensible Details. Die Spionage über LinkedIn ist für die chinesischen Geheimdienste zudem ungefährlich.

China weist jegliche Vorwürfe von sich. Laut Außenamtssprecher handle es sich dabei um „grundlose Anschuldigungen“ ohne jegliche Beweise. Die deutsche Regierung und die Behörden sollten laut China „verantwortungsvoller“ handeln.  

Xing, Linkedin und Facebook für die Karriere richtig nutzen

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