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Vorsicht vor falschen Kinox-Abmahnungen (Update!)

20.12.2017 | 12:55 Uhr |

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnte vor Fake-Abmahnungen einer Kanzlei. Update: Reaktion der Kanzlei!

Update, 20.12.2017: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hatte erst kürzlich vor Fake-Abmahnungen der Rechtsanwaltskanzlei Hofmann gewarnt (siehe Meldung unten). Am Mittwoch kontaktierte uns nun Rechtsanwalt Jürgen Hofmann und stellte im Telefongespräch klar: Sein Name und der Name seiner Kanzlei wurden von Betrügern missbraucht. Die Abmahnungen wurden nicht von seiner Kanzlei versendet und in Wahrheit wird auch 20th Century Fox von der Münchner Kanzlei Waldorf Frommer vertreten. Auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat mittlerweile ihre Warnung aktualisiert und entsprechend korrigiert.

Im Gespräch mit der Redaktion erklärte Hofmann, dass die falschen Vorwürfe auch negative Auswirkungen für ihn und seine Kanzlei gehabt haben. So habe es etwa Anrufe gegeben. Die in der gefakten Abmahn-Mail genannte Telefonnummer und die Adresse seien zwar nicht korrekt gewesen, die Anrufer hätten aber die richtige Telefonnummer herausgefunden.

Besonders ärgerlich sei aber, dass unter einer .de-Domain noch immer eine Kopie einer Website mit seinem Namen und Kanzlei-Namen sei, bei der sich um eine Kopie einer echten Kanzlei aus Greifswald handelt. Wir verzichten auf die Nennung der Domain, die vorgibt der Kanzlei Hofmann zu gehören. Eine Denic-Abfrage zeigt, dass die betreffende Domain unter Angabe einer postalischen Adresse in Berlin registriert wurde, bei der die Straße in Berlin allerdings gar nicht existiert. Die bei der Anmeldung angegebene Mail-Adresse endet mit ".ru", also einer russischen Domain.

Bisher weigert sich aber offenbar die Denic, die Domain vom Netz zu nehmen. Trotz der gefälschten Registrar-Angaben und auch der kopierten Website-Inhalte. Rechtsanwalt Hofmann selbst hat einen Kollegen beauftragt, sich mit der Angelegenheit zu befassen und den Betrügern auf die Spur zu kommen.

Ursprüngliche Meldung vom 15.12.2017: Im Internet macht aktuell eine neue Betrugsmasche die Runde, vor der sich Nutzer in Acht nehmen sollten. Die Kanzlei ((NAME gelöscht)) aus Berlin verschickt dabei eine Abmahnung per E-Mail , der zufolge der Empfänger das Urheberrecht von 20th Century Fox verletzt haben soll. In dem Schreiben erklärt die Kanzlei, dass der E-Mail-Empfänger die Streaming-Website kinox.to besucht und dort illegal einen Film des Studios angeschaut habe.

In den „Details zur Straftat“ versteckt sich nicht nur ein Rechtschreibfehler, sondern die Betrüger wollen auch die IP-Adresse, den Browser, das Betriebssystem und den Internetanbieter ihres Opfers herausgefunden haben. Laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen ist das nicht ungewöhnlich, da derartige Informationen sowohl vom PC als auch von mobilen Endgeräten stets mit übertragen werden. Diese Daten könnten die Betrüger also überall abgegriffen haben.

Nachfolgend werden eine Schadenersatzforderung, Rechtsanwaltskosten sowie Auskunfts- und Ermittlungskosten aufgeführt, die in der Summe fast 370 Euro ergeben. Diesen Betrag soll der E-Mail-Empfänger auf ein Bankkonto in Großbritannien überweisen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät dringend davon ab, auf die Forderungen der Betrüger einzugehen. Wer diese E-Mail bekommt, sollte auf keinen Fall überweisen und sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

Laut der Verbraucherzentrale geben die Kinox-Betreiber die IP-Adressen ihrer Nutzer nicht weiter. Aktuell sei es zudem noch sehr aufwändig, einzelne Verbraucher herauszufinden, die den Streamingdienst nutzen. Dennoch sollten Nutzer laut der Verbraucherzentrale illegale Angebote lieber meiden und auf legale Streaming-Dienste zurückgreifen.

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