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USB Type C - einfacher, schneller, stärker, flexibler

08.02.2020 | 11:10 Uhr | Michael Schmelzle

USB Typ C bietet viele Verbesserungen für den USB-Standard: Einen genial einfachen Anschluss plus mehr Tempo und Funktionen sowie eine kräftigere Lade-Power.

Der neue USB-Standard Typ C bringt vier wesentliche Verbesserungen für die bewährte und weit verbreitete USB-Schnittstelle mit: Geräte mit Typ C sind leichter anzuschließen, erlauben höhere Datenübertragungsraten, können Mobilgeräte schneller aufladen und Protokoll-fremde Audio- und Video-Datenströme transportieren.

Universelle Anschlussbuchse

Jeder weiß, wie schnell die Micro-USB-Buchse des Smartphones oder Tablets ausleiert -  weil wir zu häufig versuchen, das Ladekabel zuerst falsch herum einzustecken. Mit USB C gehört das hilflose Herumfummeln der Vergangenheit an: Die neuen USB-C-Stecker kennen kein oben und unten, sondern lassen sich beidseitig einstecken. Deswegen soll eine USB-Typ-C-Buchse auch sieben mal so viel aushalten wie ein herkömmlicher Anschluss vom Typ A:
Laut USB Implementers Forum (USB-IF) muss eine Typ-C-Anschluss nämlich für mindestens 10.000 mechanische Steckvorgänge ausgelegt sein. Rein rechnerisch sollten Sie Ihr Smartphone mit Typ-C-Anschluss also einmal täglich mindestens 27,4 Jahre aufladen können.  Dank der geringen Fläche (8,4 x 2,6 mm) eignet sich eine USB-C-Buchse zudem gleichermaßen für flache Mobilgeräte als auch stationäre Rechner und Geräte der Unterhaltungselektronik.

USB Typ C: Querschnitt einer Anschlussbuchse
Vergrößern USB Typ C: Querschnitt einer Anschlussbuchse
© USB-IF

Maximales Tempo nur mit USB 3.2 Gen 2x2

Im idealfall sollte der  USB-C-Verbindung auch das aktuell beste Datenübertragungs-Protokoll zugrunde liegen: USB 3.2 Gen 2x2 mit Datenraten von bis zu 20 Gigabit/s (2,5 Gigabyte/s). Bei USB 3.2 nutzt das Datenübertagungs-Protokoll zwei Adernpaare mit je 10 Gbit/s pro Richtung. Allerdings sind unter der Bezeichnung "USB 3.2" auch geringere Geschwindigkeiten erlaubt: USB-3.0-Anschlüsse, die nur auf 5 GBit/s kommen, laufen jetzt unter dem Label USB 3.2 Gen 1 und Geräte mit USB-3.1-Anschluss (maximal 10 GBit/s) bekommen die Bezeichnung USB 3.2 Gen 2. Achten Sie also auf die genaue technische Angabe und dem Logo auf der Verpackung. Maximales Tempo bekommen Sie nur unter der Bezeichnung "SUPERSPEED++" sowie "20 Gbps", siehe auch die folgende Abbildung.

USB-C ist nicht gleich USB-C
Vergrößern USB-C ist nicht gleich USB-C
© USB-IF

Im realen Leben gibt es sogar noch einige Smartphones mit Typ-C-Buchse, die an einen lahmen USB-2.0-Controller angeschlossen sind, etwas das Samsung Galaxy  A40 oder das Xiaomi Mi 9T Pro . Das gilt auch für die Lightning-auf-USB-C-Adapter für iPhones bis zur einschließlich 7. Generation - inklusive Camera-Adapter. Selbst aktuellen Modelle wie das Samsung Galaxy S10, Huawei P30 Pro,  Google Pixel 4 oder OnePlus 7T Pro sind mit USB 3.2 Gen 1 nicht auf dem Stand der Technik.

Bärenstarke Ladefunktion

In den letzen Jahren hat sich USB auch zur universellen Schnittstelle für das Aufladen von Mobilgeräten gemausert - einzig Apple mauert noch. Bei Smartphones und Tablets ist der USB-C-Anschluss schon sehr weit verbreitet, nur im unteren Preissegment "leisten" sich die Hersteller noch Micro-USB. Die maximale Leistungsaufnahme, die die Spezifikation USB Battery Charging hier erlaubt, liegt bei 7,5 Watt. Um aber auch den Stromhunger von ausgewachsenen Notebooks zu stillen und um die Ladezeiten von Smartphones und Tablets spürbar zu reduzieren, legt USB C auch an dieser Stelle noch eine Schippe drauf:

Zunächst einmal ist Typ-C-Geräten bei der Standard-Spannung von 5 Volt eine Stromstärke von bis zu 3 Ampere gestattet, sodass hier schon einmal bis zu 15 Watt zur Verfügung stehen. Daneben erlaubt die USB Power Delivery Specification ( USB PD ) eine variable Versorgungsspannung über die USB-Schnittstelle - und erhöht obendrein die maximal zulässige Stromstärke auf 5 Ampere.

Damit nicht jeder Hersteller sein eigenes Ladesüppchen kocht, hat das USB-IF fünf Profile definiert, die von 5 Volt bei 2 Ampere bis zu 20 Volt bei 5 Ampere reichen (siehe auch folgende Abbildung rechts). USB C erlaubt also eine Leistungsaufnahme von bis zu 100 Watt - genug Saft, um auch die Akkus von leistungshungrigen Notebooks flott aufzutanken.

Bärenstarke Ladefunktion: Mit USB Typ C steigt die maximal mögliche Leistungsaufnahme auf bis zu100 Watt.
Vergrößern Bärenstarke Ladefunktion: Mit USB Typ C steigt die maximal mögliche Leistungsaufnahme auf bis zu100 Watt.
© USB-IF

Da durch die höhere Spannung und Stromstärke auch die Anforderungen an die Adapter, Kabel und Steckverbindungen steigen, sollen auch hier neue Logo-Elemente auf den USB-C-Buchsen Otto Normalverbraucher Orientierung geben: Nur wenn das Tempo-Logo in eine Batterie mit schwarzem Hintergrund eingebettet ist beherrscht der USB-C-Anschluss USB PD. Die schnellste Datenverbindung und maximalen Ladestrom bekommen Sie also nur, wenn auf dem USB-Adapter respektive -Kabel das ganz rechte Logo in der folgenden Abbildung prangt.

Das Batterie-Symbol verrät, welches Tempo die USB-C-Buchse beherrscht und ob sie USB Power Delivery unterstützt
Vergrößern Das Batterie-Symbol verrät, welches Tempo die USB-C-Buchse beherrscht und ob sie USB Power Delivery unterstützt
© USB-IF

Aufgebohrte Datenleitung 

Auch beim Funktionsumfang verbessert Typ C die USB-Schnittstelle auf geradezu revolutionäre Weise: Über eine USB-C-Verbindung lassen sich nun auch Audio- und Videodaten übertragen - und das parallel zum USB-Daten- und -Ladestrom. Dabei unterstützt USB C die Übertragungsprotokolle von DisplayPort, PCI Express & Thunderbolt. Sie haben es schon geahnt, auch für die Zusatzfunktionen von USB C gibt es weitere Logos. Beherrscht der Anschluss, Adapter oder das Kabel die parallele Übertragung via DisplayPort, sollte das entsprechende Logo (rechts im untenstehenden Bild) auf der USB-C-Steckverbindung prangen, bei Thunderbolt 3 ist es das Blitz-Symbol.

Thunderbolt (links) oder DisplayPort: USB C kennt auch Logos für zusätzliche Protokolle für die parallel Audio- und Videoübertragung.
Vergrößern Thunderbolt (links) oder DisplayPort: USB C kennt auch Logos für zusätzliche Protokolle für die parallel Audio- und Videoübertragung.
© USB-IF

Einen Haken haben die ganzen USB-C-Logos allerdings: Die Symbole lassen sich zwar beliebig kombinieren, sodass eine glasklare Information über alle Fähigkeiten eines USB-C-Ports möglich wäre. Allerdings schreibt das USB-IF nicht verbindlich (oder besser: zwingend) eine Verwendung aller Logos vor. Von daher müssen Sie davon ausgehen, dass die Hersteller von USB-C-Gerätschaften mit magerem Funktionsumfang auch sparsam mit den Logos umgehen werden.

In diesem Falle bleibt Ihnen also nichts anderes übrig, als sich die Gerätespezifikation ganz genau anzuschauen. Die einzige Ausnahme macht Thunderbolt: Ein Blitz auf einer USB-C-Verbindung garantiert das volle Programm aus Thunderbolt-3-Tempo inklusive "SuperSpeed++"-Geschwindigkeit und DisplayPort- sowie Power-Delivery-Unterstützung.

Blick in die nahe Zukunft: USB 4

Nachdem Intel im März 2019 die Lizenz für Thunderbolt 3 freigab verabschiedete im September die USB-IF die finale USB-4-Spezifikation - sie basiert auf dem Protokoll von Thunderbolt 3. Dabei geht die Rückwärtskompatibilität zu USB 2.0 bis USB 3.2 nicht verloren. Das Tempo bei USB 4 verdoppelt sich nochmals auf bis zu 40 Gigabit/s (5 Gigabyte/s), allerdings nur, wenn "USB 4 Gen 3x2" draufsteht. Denn laut der Spezifikation muss USB-4-Hardware nur die akteulle maximale Geschwindigkeit (USB 3.2. Gen 2x2) von 20 GBits/s erreichen. Was auf jeden Fall Bestand hat ist die Anschlussverbindung: USB Type C.

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