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USA: Provider dürfen Nutzerdaten an Unternehmen verkaufen

24.03.2017 | 14:35 Uhr |

US-Provider können künftig wieder Nutzerprofile erfassen und diese an andere Firmen verkaufen.

Der US-Kongress hat eine frühere Regelung zum Schutz von Nutzerdaten gekippt . Damit dürfen große IT-Service-Provider aus den USA das Surf-Verhalten ihrer Nutzer wieder überwachen und die so gesammelten Daten an andere Dienstleister veräußern. Zur Verabschiedung der Resolution fehlt noch die Zustimmung des Repräsentantenhauses.

Damit rudern die USA nur wenige Monate nach einer gegensätzlichen Entscheidung der US-Regulierungsbehörde FCC zurück. Diese hatte im Oktober 2016 beschlossen, dass Breitbandanbieter vor der Erhebung persönlicher Daten eine Zustimmung der Nutzer einholen müssen. 

Laut der Bürgerrechtsorganisation ACLU hätte der Senat damit den Datenschutz von Amerikanern für Gewinne der großen Internetfirmen geopfert. Nach Ansicht der Verbraucherschutzorganisation Public Knowlegde könnten Provider den Browserverlauf ihrer Kunden nun wieder an andere Unternehmen verkaufen.

Gegenüber der New York Times erklärte der FCC-Chef Ajit Pai, dass die gekippte Regelung Provider gegenüber IT-Konzernen wie Facebook oder Google benachteiligt hätte. Die Kontrolle des Datenschutzes bei Inhalteanbietern und Zugangsprovidern soll künftig die US-Handelsbehörde FTC übernehmen. 

Darin sehen die Demokraten jedoch ein Problem: Breitbandanbieter müssten deutlich schärfer reguliert werden, schließlich können die meisten Kunden nicht einfach zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn ihnen der Datenschutz zu lasch ausfällt. Im Vergleich zu Facebook und Co. könnten die Provider zudem deutlich besser erkennen, welche Inhalte ihre Nutzer interessieren.

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