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USA: Deutschland soll auf Huawei bei 5G-Ausbau verzichten

30.11.2018 | 13:32 Uhr |

Die USA drängen Deutschland beim Aufbau des 5G-Netzes auf Netzwerkkomponenten aus China und vor allem von Huawei zu verzichten. Wegen Spionage-Gefahr.

Die USA drängen die Bundesrepublik Deutschland beim Aufbau des 5G-Netzes auf Netzwerkkomponenten aus China und vor allem auf Teile des chinesischen Telekommunikations-Unternehmens Huawei zu verzichten. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Die USA sollen der Bundesregierung diese dringende Bitte übermittelt haben. Die USA begründen das mit der Angst vor chinesischer Spionage. Australien und Neuseeland haben ihren Verzicht auf Huawei-Geräte beim Aufbau des 5G-Netzes bereits erklärt.

Die Deutsche Telekom, die beim Aufbau des 5G-Netzes ganz vorn mit dabei sein wird, verwendet häufig Huawei-Produkte neben Geräten von Nokia, Ericsson und Cisco. Gerade wenn der 5G-Ausbau rasch erfolgen soll, würde sich die Telekom vermutlich schwer tun auf Huawei als Zulieferer zu verzichten.

Deutsche Geheimdienste und das BSI überprüfen schon länger Netzwerkgeräte aus China auf verdächtige Teile. Sie wurden bisher aber nicht fündig. Was natürlich auch daran liegen könnte, dass die Chinesen ihre Schnüffelchips gut verstecken. Die US-Sicherheitsbehörden wiederum haben den deutschen Behörden bis jetzt offensichtlich noch keine Beweise für ihre Spionage-Vorwürfe gegenüber chinesischen Firmen geliefert.

Huawei soll bereits bei der Bundesregierung dagegen protestiert haben, dass es aus dem deutschen Regierungsnetz ausgeschlossen bleibt.

Die USA bekämpfen chinesische Telekommunikations-Unternehmen seit einiger Zeit. Vor allem Huawei und ZTE haben sich den Zorn der US-Regierung zugezogen , US-Geheimdienste raten vom Kauf von Huawei- und ZTE-Geräten ab.   Seit August 2018 dürfen US-Regierungsmitarbeiter keine Geräte von Huawei oder ZTE verwenden, ebenso ist dies Firmen verboten, die mit der US-Regierung zusammenarbeiten, wie die SZ schreibt.

Bei ZTE führte der von der US-Regierung angeordneter Lieferboykott für US-Firmen sogar dazu, dass ein defektes Urinal im Firmengebäude von ZTE nicht mehr repariert werden konnte. Huawei wiederum fürchtet, dass Google sein Android-Betriebssystem vielleicht bald nicht mehr für Huawei-Smartphones zur Verfügung stellen darf. Deshalb versucht Huawei sein eigenes mobiles Betriebssystem zu entwickeln. Der Grund für das harsche Vorgehen der USA gegen Firmen aus der Volksrepublik China liegt aber vermutlich nicht nur in der Angst vor Spionage-Tätigkeit begründet. Die USA führen damit anscheinend auch einen Wirtschaftskrieg gegen die immer stärker werdende chinesische IT-Industrie.

Übrigens: Das deutsche Regierungsnetz (betrieben über Glasfaserkabel in Stahlrohren), das Ministerien und Behörden zwischen Berlin und Bonn via Mail oder Telefon verbindet, wird von der Deutschen Telekom komplett ohne Bauteile aus China betrieben, wie die SZ schreibt. Aus genau dem Grund, dass die deutschen Behörden chinesische Spionage verhindern wollen.

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