2302561

US-Regierung verlangt Facebook-Daten von Trump-Kritikern

29.09.2017 | 13:22 Uhr |

Die US-Regierung will von Facebook mit 3 Durchsuchungsbefehlen Zugriff auf die Daten von rund 6000 Trump-Gegnern bekommen.

Die Trump-Regierung hat drei Durchsuchungsbefehle erwirkt, die es ihr erlauben die Facebook-Daten von rund 6000 potenziellen Trump-Kritikern zu durchsuchen. Die Regierung hat Facebook die Durchsuchungsbefehle zustellen lassen, wie CNN berichtet.

Die drei Durchsuchungsbefehle betreffen zunächst einmal drei Facebook-Nutzer. Eine der Facebook-Nutzer, deren Daten die Regierung haben will, nämlich Emmelia Talarico, betreut die Trump-kritische Seite disruptj20. Bei den beiden anderen Facebookkonten handelt es sich um die Seiten von Lacy MacAuley, and Legba Carrefour. Die drei Betroffenen erfuhren zuinächst einmal nichts von den Anfragen der Regierung an Facebook, weil die Regierung Facebook verbieten wollte, die Betroffenen zu informieren. Facebook wehrte sich gegen diesen Maulkorb und so erfuhren die drei Facebook-Nutzer von dem Ansinnen der Regierung.

Über disruptj20 soll der Protest für den Tag der Amtseinführung von Donald Trump organisiert worden sein. Diese Seite besuchten rund 6000 Menschen, deren Daten die Regierung nun haben will. Die in Visier genommenen Trump-Kritiker hatten die Anti-Donald-Trump-Facebook-Seite disruptj20 mit Like markiert.

Talarico wehrt sich gerichtlich gegen die Herausgabe ihrer Daten, weil darin ihre persönlichen Passwörter, Sicherheitsfragen und -antworten und Kreditkartendaten hinterlegt sind. Außerdem private Einladungslisten und die Listen von Besuchern von politischen Veranstaltungen, die über disruptj20 organisiert wurden.

Facebook hat sich noch nicht dazu geäußert, ob und wie es auf die Durchsuchungsbefehle reagieren will.

Die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union ACLU kritisiert die Ausstellung der Durchsuchungsbefehle. Für besonders verwerflich hält die ACLU, dass die Ansichten und Meinungen von Regierungskritikern ausgerechnet von der Regierung überprüft werden sollen, die sie kritisieren. Die durch den Durchsuchungsbefehl angeforderten Daten reichen zurück bis zum 1. November 2016, also bis zu einer Woche vor dem Tag der US-Präsidentenwahl. Die ACLU versucht die Durchsuchungsbefehle vor dem D.C. Superior Court zu stoppen.

In einem ähnlichen Fall hatte die Trump-Regierung auch von dem Hoster Dreamhost die Herausgabe von Nutzer- und Besucherdaten für die Domain Disruptj20.org verlangt. Der Richter entschied in diesem Fall, dass der Hoster Besucherdaten von Anti-Trump-Seite unter Auflagen an die Behörden übergeben muss.






PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2302561