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US-Marine druckt U-Boot mit 3D-Drucker aus

31.07.2017 | 09:47 Uhr |

Die US-Marine hat erstmals ein U-Boot beziehungsweise Tauch-Boot mit einem 3D-Drucker erstellt. In nur vier Wochen war das kleine Tauch-Boot fertig.

Die US-Marine experimentiert nicht nur mit Railguns und Laserkanonen, sondern auch mit Waffensystemen aus dem 3D-Drucker. So hat die Marine der Vereinigten Staaten jetzt ein U-Boot, genauer gesagt einen Tauchboot-Prototypen vorgestellt, der aus einen 3D-Drucker kommt – der Drucker ist zugegebenermaßen größer als herkömmliche 3D-Drucker wie zum Beispiel der zusammenbaubare 3D-Drucker von Fischertechnik.

Der U-Boot-Prototyp der US-Marine hört auf den Namen Optionally Manned Technology Demonstrator. Er entstand in Zusammenarbeit mit dem Oak Ridge National Laboratory. Der Ausdruck dauerte weniger als vier Wochen, wobei die erste Woche allein der Entwurf des Designs in Anspruch nahm.

Pate für das Tauchboot stand ein Unterwasserfahrzeug vom Typ Mark 8 Mod 1 SEAL Delivery Vehicle, das die Elitetruppe Navy Seals verwendet. Die Arbeiten begannen im August 2016 mit einem riesigen industriellen 3D-Drucker vom Typ Big Area Additive Manufacturing BAAM. Doch selbst dieser große Drucker konnte das ganze Unterwasser-Boot nicht in einem Rutsch auf einmal ausdrucken, sondern er erstellte sechs große Teile aus Kohlenstofffaser. Diese sechs großen Bauteile wurden dann zu dem rund neun Meter langen und rund 1,4 Meter im Durchmesser großen U-Boot-Prototyp zusammengesetzt. Das Fahrzeug ist derzeit das größte 3D-Projekt der US-Marine.

3D-Druck ist für Militärs eine spannende Option. Denn mit 3D-Druckern könnten überall an den Einsatzorten der Truppen Ersatzteile, Waffen und ähnliches ausgedruckt werden. Das würde die Nachschubversorgung vereinfachen.

Besonders beeindruckend soll aber die Kostenersparnis durch den 3D-Druck sein. Laut dem US-Energieministerium kostet allein die Hülle eines traditionell gebauten Tauchbootes zwischen 600.000 und 800.000 US-Dollar. Diese klassische Produktion dauert zwischen drei und fünf Monate. Der Prototyp aus dem 3D-Drucker dagegen soll um 90 Prozent günstiger sein und wurde wie bereits gesagt innerhalb von vier Wochen fertig gestellt. Der Prototyp ist allerdings nicht einsatzfähig, damit kann man also nicht auf Tauchfahrt gehen. Jetzt läuft die Planungsphase für einen zweiten Ausdruck, der vollständig wasserdicht sein soll. Dieses Modell soll dann tatsächlich auch Unterwassertests unterzogen werden.

Die US-Marine geht davon aus, dass bereits im Jahr 2019 U-Boote gedruckt werden können, die tatsächlich im realen Einsatz tauchen können.

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