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US-Haushaltsstreit könnte IT-Sicherheit der USA gefährden

29.01.2019 | 10:09 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die wochenlange Haushaltssperre könnte IT-Experten vergrault haben, die bisher für den US-Staat gearbeitet haben. Das könnte die USA anfälliger für Hackerangriffe machen.

Vorerst haben die USA den längsten Shutdown ihrer Geschichte beendet. Doch die wochenlange Haushaltssperre könnte IT-Experten vergrault haben, die bisher für den US-Staat gearbeitet haben. So berichtet Spiegel Online, dass sich IT-Experten, die bisher in Staatsdiensten standen, einen neuen Job gesucht hätten oder sich noch suchen könnten.

Falls IT-Experten bei den Behörden fehlen, könnte das zu Sicherheitsproblemen führen. Bereits während des 35 Tage andauernden Shutdowns hätten Angreifer leichter in die Netzwerke und Server von US-Regierungseinrichtungen eindringen können, als es unter normalen Umständen der Fall wäre. Zumindest sagte das ein Sicherheitsexperte gegenüber Spiegel Online. Außerdem wurden abgelaufene Sicherheitszertifikate für Webseiten erst einmal nicht erneuert, weshalb die Regierungswebseiten in modernen Browsern aufgrund derer strengen Sicherheitsvorgaben zunächst einmal nicht mehr erreichbar waren. Einige US-Regierungswebseiten mit wichtigen Serviceleistungen wiederum wurden während des Shutdowns regelrecht offline genommen.

Während des Shutdowns hätten zwar „Hunderte Mitarbeiter des für die Abwehr von Cyberattacken zuständigen National Cybersecurity and Communications Integration Center (NCICC) [...] trotz fehlender Bezahlung" einen Notbetrieb aufrechterhalten. Doch einige Projekte, bei denen es zum Beispiel um die IT-Sicherheit bei Wahlen oder um Spionage- und Hackerabwehr geht, lagen während des Shutdowns auf Eis.

35 Tage ohne Gehalt würde sich negativ auf die Motivation auswirken das Land vor Hackerangriffen schützen zu wollen, vermutet der Cybersicherheitsexperte Beau Woods. IT-Sicherheitsexperten sind gefragt, sie können in der Wirtschaft jederzeit gut bezahlte Jobs finden. Obendrein könnte der Shutdown Berufseinsteiger davon abhalten überhaupt erst beim Staat anzuheuern. Konkrete Zahlen dazu, wie viele IT-Experten sich tatsächlich einen neuen Arbeitgeber gesucht haben, nennt der Bericht jedoch nicht.

Da viele der vom Shutdown betroffenen IT-Fachleute nicht direkt beim Staat angestellt sind, sondern Dienstleister oder freie Mitarbeiter sind, sei keineswegs garantiert, dass sie genauso eine Nachzahlung für den Verdienstausfall erhalten, wie es bei den Festangestellten der Fall ist: Diesen wird das bisher vorenthaltene Gehalt nachträglich ausgezahlt.

Der Shutdown könnte übrigens eine Fortsetzung bekommen, falls sich Donald Trump und die Demokraten bis zum 15. Februar nicht einigen.

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