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Unbegrenzte Reichweite: Schweden testet Elektro-Autos auf Stromschienen

13.04.2018 | 14:10 Uhr |

Elektro-Autos ohne Reichweiten-Problem! Das testet Schweden jetzt auf einer Fahrbahn mit Stromschiene im Straßenbelag. Das Projekt nennt sich eRoadArlanda.

Elektro-Autos verkaufen sich aus mehreren Gründen schleppend: Der hohe Preis ist eine Hürde, das begrenzte Modellangebot, das bestimmte Fahrzeugklassen fast völlig außen vor lässt – vor allem aber die geringe Reichweite. Jeder Autofahrer, der lange, oft wechselnde Strecken, fahren muss – vielleicht sogar noch abseits der Ballungsgebiete – hat ständig die Angst vor dem Liegenbleiben im Kopf.

Die einfachste Lösung für das Reichweitenproblem bestünde darin, das Elekro-Auto während der Fahrt durchgehend mit Strom zu versorgen. Über einen Stromabnehmer versorgen sich ja auch Straßenbahnen und E-Lokomotiven mit Strom. Beide Verkehrsmittel haben kein Reichweitenproblem.

In Schweden wird nun der Einsatz von Elektro-Autos auf Stromschienen getestet. Die E-Autos holen sich den benötigten Strom also während der Fahrt von einer im Straßenbelag eingelassenen Schiene, die Strom führt. Das Ganze erinnert etwas an eine alte Carrera-Rennbahn.

Das Prinzip
Vergrößern Das Prinzip
© eRoadArlanda.com

Die Teststraße heißt eRoadArlanda. Dabei handelt es sich derzeit um einen zirka zwei Kilometer langen Abschnitt auf der Straße 893 zwischen dem Arlanda Cargo Terminal und dem Rosersberg Logistics Area außerhalb von Stockholm. Die Teststrecke versorgt sowohl Nutzfahrzeuge als auch PKWs während der Fahrt mit Strom. Der aktuelle Testlauf erfolgt allerdings derzeit nur mit LKWs, die über einen ausfahrbaren Stromabnehmer an der Unterseite verfügen. Dieser Stromabnehmer ist seitlich bewegbar und findet selbstständig die stromführende Schiene in der Mitte der Fahrbahn.

Das System mit einer Leitschiene in der Mitte der Fahrbahn eignet sich den Verantwortlichen zufolge zur Nachrüstung für bestehende Fahrbahnen. Einzige Voraussetzung:  Die darüber versorgten E-Autos brauchen natürlich einen passenden Stromabnehmer.

Die Strom leitenden Teile Schiene befinden sich nicht an der Oberfläche, sondern sind tiefer im Boden angebracht, so dass keine Gefahr für Menschen oder Tiere durch einen Stromschlag besteht. Die Stromabnahme erfolgt also via Induktion. Zudem ist immer nur der Bereich direkt unter dem abnehmenden Fahrzeug und etwas davor und danach mit Strom versorgt, der restliche Schienenstrang ist ohne Stromversorgung. Selbst Regen oder Schnee und Eis sollen dem System nichts anhaben können und die Stromschiene für Mensch und Tier nicht gefährlich machen.

Ausfahrbarer Stromabnehmer
Vergrößern Ausfahrbarer Stromabnehmer
© eRoadArlanda.com

Neben der oben erwähnten Teststrecke mit der in der Fahrbahn versenkten Stromschiene gibt es auch noch eine weitere Teststrecke, bei der sich die E-LKWs ihren Strom genauso wie eine Straßenbahn über einen auf dem Fahrzeugdach angebrachten Stromabnehmer besorgen. Bei dieser Methode kooperiert Schweden mit Deutschland, das 2018 ebenfalls eine derartige oberirdisch mit Strom versorgte Teststrecke in Betrieb nehmen will.

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