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Uefi-Know-How: Fünf Tricks, die jeder kennen sollte

23.03.2019 | 09:09 Uhr |

Sofort nach dem Start legt das Basisbetriebssystem fest, wie schnell und stabil Ihr PC arbeitet. Wir zeigen, welche Einstellungen Sie unbedingt kennen müssen und wie Sie das Bios risikolos aktualisieren.

Wenn vom Bios die Rede ist, haben viele Nutzer folgendes Szenario vor Augen: ein grobschlächtiges Menü mit komplexen Fachbegriffen in englischer Sprache, durch das sich nur mit der Tastatur navigieren lässt. Eine falsche Einstellung – und schon startet der Computer nicht mehr. Doch glücklicherweise ist diese Annahme mittlerweile veraltet, da das einfache Bios (Basic Input Output System) vom bedienerfreundlicheren Uefi abgelöst wurde.

Dieses Unified Extensible Firmware Interface (Uefi) übernimmt die Aufgaben des Vorgängers. Es dient also wie das Bios als grundlegendes Betriebssystem für den PC, indem es als zentrale Schnittstelle zwischen dem Betriebssystem und den Hardwarekomponenten vermittelt. Doch ein Uefi-Bios bietet Ihnen mehr Möglichkeiten: Es ist übersichtlicher, lässt sich einfacher mit der Maus bedienen und beinhaltet viele zusätzliche Funktionen, für die im Bios kein Platz war. Dazu zählen unter anderem die vollständige Kompatibilität zu 64-Bit-Architekturen und die Unterstützung von Festplatten, die größer als drei Terabyte sind.

Im Folgenden erklären wir Ihnen, welche Einstellungen wichtig sind und was heutzutage mit Uefi möglich ist, insbesondere in Bezug auf Leistungssteigerung und Sicherheit.

Hinweis: In diesem Ratgeber benutzen wir als Beispiel die Begriffe einer Uefi-Version unseres Test-PCs. Tatsächlich können sich diese von Hersteller zu Hersteller ein wenig unterscheiden. Generell haben jedoch die meisten Uefi-Einstellungen ähnliche Funktionen.

Nur bei Uefi: Secure Boot für mehr Sicherheit

Ein Uefi-Bios wie hier bei einer MSI-Platine ist übersichtlicher und einfacher zu bedienen als ein älteres Bios-Setup.
Vergrößern Ein Uefi-Bios wie hier bei einer MSI-Platine ist übersichtlicher und einfacher zu bedienen als ein älteres Bios-Setup.

Seit Windows 8 beherrscht das Uefi-Bios eine Funktion, die die alte Firmware nicht bietet –den sogenannten „Secure Boot“. Diese Technik sorgt dafür, dass sich nach dem Einschalten keine Schadsoftware in den Bootprozess einklinken kann, um anschließend den Start des Betriebssystems zu manipulieren. Ein Bootvirus ist nämlich besonders gefährlich, da viele Antivirenprogramme nicht anschlagen, wenn der virtuelle Bösewicht schon seit dem Systemstart mit an Bord ist.

In der Praxis funktioniert der Secure Boot folgendermaßen: Anwendungen müssen hierzu über passende, digitale Schlüssel verfügen, die vom Uefi überprüft werden. Wenn kein Schlüssel vorhanden oder ein Schlüssel falsch signiert ist, dann startet das System nicht. Aus diesem Grund kommt es mitunter vor, dass ältere Windows-Versionen oder auch einige Linux-Distributionen nicht von externen Speichermedien starten können. Allerdings lässt sich Secure Boot auch deaktivieren.

Um die Technik auszuschalten, gehen Sie wie hier beschrieben vor: Drücken Sie direkt nach dem Einschalten des Rechners auf der Tastatur mehrmals F2, Entf oder F12. Die korrekte Taste wird beim Systemstart angezeigt – in der Folge erscheint zum Beispiel kurz „Press F2 to enter bios settings“ auf dem Bildschirm. Alternativ schlagen Sie im Handbuch Ihres Mainboards nach. Im Menü angekommen, suchen Sie nach der Option „Erweiterte Einstellungen“. In unserem Beispiel nutzen wir das Mainboard MSI H97 Gaming 3, weshalb es für uns wie folgt zum Secure Boot geht: „Settings -> Erweitert -> Windows 8/8.1 Configuration“. Unter diesem Eintrag lässt sich das Feature ausschalten. Vergessen Sie nicht, beim Verlassen des Uefi-Setups die Änderungen zu speichern.

Sicherheit ab Start: Uefi-Bios mit Passwort schützen

Der Secure Boot ist erst ab Windows 8 und mit einem Uefi-Bios möglich. Er sorgt für einen sicheren Systemstart.
Vergrößern Der Secure Boot ist erst ab Windows 8 und mit einem Uefi-Bios möglich. Er sorgt für einen sicheren Systemstart.

Wenn Sie nicht möchten, dass jemand in Ihren Bios-Einstellungen herumpfuscht, lässt sich der Zugriff auf die Firmware mit einem Passwort schützen. Leider ist jedoch auch die Passwortvergabe nicht zu hundert Prozent sicher, da sich die Kennwortvergabe durch einen Bios-Reset (siehe dazu Kasten) löschen lässt. Haben Sie Ihren PC allerdings auch mechanisch vor dem Zugriff auf das Innere gesichert, so ist ein Bios-Passwort eine gute Ergänzung, die folgendermaßen umgesetzt wird:

Unter „Security“ können Sie Passwörter vergeben, die sich in Administratoren und Benutzer unterteilen lassen. So ist es zum Beispiel möglich, kritische Bios-Bereiche zu sperren, auf die dann nur der Administrator Zugriff hat. Darüber hinaus oder stattdessen lässt sich ebenfalls ein Startpasswort vergeben, das direkt nach dem Einschalten des Rechners erscheint und den Systemstart erst fortsetzt, wenn es korrekt eingegeben wurde.

Tipp: Linux und Windows parallel auf dem PC - so geht's

So geht’s ohne Risiko: Update für das Uefi-Bios einspielen

Neue Versionen bringen beispielsweise die Unterstützung für neue CPUs oder schnelleren Arbeitsspeicher oder enthalten Stabilitätsverbesserungen. Manchmal statten die Hersteller das Uefi auch mit zusätzlichen Funktionen aus. Allerdings birgt der Aktualisierungsvorgang ein gewisses Risiko. Denn wenn er nicht erfolgreich ist, kann das im schlimmsten Fall bedeuten, dass das System nicht mehr startet. Wenn Sie aber die folgenden Schritte beachten, dann sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite.

Generell ist Folgendes wichtig: Stellen Sie sicher, dass Sie die korrekte Uefi-Version für Ihr Mainboard heruntergeladen haben. Dafür müssen Sie zunächst die exakte Modellbezeichnung Ihres Mainboards in Erfahrung bringen – die sollte im Handbuch stehen und auf der Platine selbst aufgedruckt sein. Oder Sie greifen zu dem Gratis-Tool CPU-Z : Nachdem Sie das Programm installiert haben, erhalten Sie unter der Registerkarte „Mainboard“ die notwendigen Informationen für Ihr Uefi-Update. Die erste Anlaufstelle für eine neue Version sollte die offizielle Website des Rechner-herstellers sein – bei Komplett-PCs oder Notebooks zum Beispiel ein Anbieter wie Acer oder HP. Die stellen keine Mainboards her, lassen sich von den jeweiligen Herstellern aber mit speziellen, funktional meist etwas abgespeckten Versionen für ihre Komplettsysteme beliefern. In diesem Fall benötigen Sie daher auch eine spezielle Bios-Version. Ebenfalls sehr wichtig beim Uefi-Update: Unterbrechen Sie den Vorgang auf keinen Fall! Ansonsten kann es zum eingangs erwähnten Systemdefekt kommen.

Sofort mehr Tempo: Schneller starten durch Fast Boot

Die Funktion „Fast Boot“ kann das Hochfahren des PCs um bis zu 70 Prozent beschleunigen, weil sich das Uefi-Bios dann den Hardware-Check spart.
Vergrößern Die Funktion „Fast Boot“ kann das Hochfahren des PCs um bis zu 70 Prozent beschleunigen, weil sich das Uefi-Bios dann den Hardware-Check spart.

Aufgabe des Uefi-Bios ist es unter anderem, alle Systemkomponenten beim Start auf ihre Lauffähigkeit hin zu prüfen. Erst wenn diese Initialisierung erfolgreich ist, leitet die Firmware das Laden des Betriebssystems ein. Diese Hardwareüberprüfung kostet aber wertvolle Zeit, vor allem bei Systemen mit zahlreichen Schnittstellen und eingebauten Erweiterungskarten oder angehängter Peripherie wie etwa Drucker, Webcam oder Speicherkartenleser.

Glücklicherweise lässt sich dieser Vorgang jedoch unterbinden, indem Sie einfach die Funktion „Fast Boot“, auch „Quick Boot“ genannt, aktivieren. Diese Einstellung finden Sie in den erweiterten Einstellungen oder in der Boot-sektion des Uefi. Im Anschluss daran stellt die Firmware dem Windows-System spezielle Uefi-Treiber zur Verfügung, die sich schneller laden lassen. Allerdings muss die angeschlossene Hardware diese Funktion auch unterstützen. Die Zeitersparnis mit der Uefi-Fast-Boot-Option kann bis zu 70 Prozent betragen.

Eine andere Möglichkeit, das Hochfahren des Rechners zu beschleunigen, ist eine Neuanordnung der Bootreihenfolge. So prüft die Firmware beispielsweise die USB-Anschlüsse und das optische Laufwerk, ob der PC davon booten soll. Wenn mehrere Festplatten verbaut sind, werden auch diese nach dem Betriebssystem durchsucht. Setzen Sie also die Systemfestplatte an die erste Stelle, um auf diese Weise die Suche nach weiteren Startmöglichkeiten zu unterbinden.

Hierfür navigieren Sie nun im Bios in das Menü „Boot“ und setzen auf „Boot Option #1“ das entsprechende Medium. Wenn die Platte, auf der das Betriebssystem installiert ist, dort nicht wählbar ist, müssen Sie vorab noch die „Uefi Hard Disk Drive BBS Priorities“ ändern und den Systemspeicher dort auf den ersten Platz setzen. Beachten Sie aber, dass Sie diese Reihenfolge wiederum entsprechend ändern müssen, wenn Sie von einem USB-Stick starten wollen. Beispielsweise wenn Sie ein Notfallsystem einsetzen möchten, um Fehler zu beheben.

Fehler beheben: Uefi auf Werkseinstellungen zurücksetzen

Setzen Sie die Bootreihenfolge korrekt, damit das Uefi nicht erst alle anderen Optionen prü-fen muss – auch das beschleunigt den Systemstart.
Vergrößern Setzen Sie die Bootreihenfolge korrekt, damit das Uefi nicht erst alle anderen Optionen prü-fen muss – auch das beschleunigt den Systemstart.

Die Einstellungen, die Sie im Uefi-Bios vornehmen, speichert das System in einem Chip, der auf die Abkürzung CMOS hört. Hierbei handelt es sich um einen flüchtigen SRAM-Speicherchip, den der Hersteller auf der Hauptplatine integriert. Flüchtig bedeutet, dass sämtliche Einstellungen des Uefi gelöscht und auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden, sobald auf dem Baustein keine Betriebsspannung mehr anliegt. Deshalb steht dem CMOS eine eigene Batterie zur Seite, die für die erforderliche Spannung sorgt, auch wenn der Rechner komplett vom Strom getrennt ist. Standardmäßig kommt dafür meistens eine Knopfbatterie des Typs CR2032 zum Einsatz.

Manchmal kann es allerdings sein, dass Sie das Uefi zurücksetzen müssen. Das liegt möglicherweise an fehlerhaften Einstellungen, nach denen das System nicht mehr startet, oder auch am Einbau neuer Hardware. Wenn Sie also zum Beispiel einen neuen Prozessor oder RAM einsetzen, dann sollten Sie die Firmware tatsächlich zurücksetzen, damit es nicht zu Konflikten zwischen den alten Bios-Einstellungen und der neuen Komponente kommt.

Teurere Mainboards machen es einem dabei sehr leicht, denn hier genügt häufig ein Knopfdruck. Die entsprechende Taste befindet sich direkt auf der Hauptplatine oder an der I/O-Blende. Um diese Taste ausfindig zu machen, müssen Sie im Handbuch nachlesen.

Ein Bios-Passwort schützt die Firmware vor unbefugten Zugriffen. Wenn Sie aber die Werkseinstellungen wieder herstellen, ist auch das Kennwort gelöscht.
Vergrößern Ein Bios-Passwort schützt die Firmware vor unbefugten Zugriffen. Wenn Sie aber die Werkseinstellungen wieder herstellen, ist auch das Kennwort gelöscht.

Wer ein günstiges Mainboard im PC hat, muss ein klein wenig mehr tun. In diesem Fall müssen Sie meist einen sogenannten Jumper versetzen: Dieser kleine Stecker verbindet auf dem Mainboard zwei freistehende Pins miteinander und ermöglicht so den Stromfluss. Für gewöhnlich läuft der Vorgang folgendermaßen ab: Drei bestimmte Pins befinden sich auf dem Mainboard, auf zwei davon sitzt ab Werk der Jumper. Um das Uefi zurückzusetzen, ziehen Sie den Jumper ab und stecken ihn so auf, dass der bisher freiliegende Pin und der Pin in der Mitte verbunden werden. Nach einigen Sekunden können Sie den Jumper auf die gewohnte Position zurückstecken. Wo sich diese Pins und der Jumper bei Ihrem Modell befinden, steht im Handbuch des PCs oder der Hauptplatine.

Eine zusätzliche Möglichkeit, das Bios wiederherzustellen, ist das Entfernen der erwähnten Knopfbatterie. Bauen Sie diese aus und warten Sie mindestens zehn Minuten, damit jegliche Spannung auf dem Mainboard verloren geht. Daraufhin kommt die Batterie an ihren Platz zurück. Im Übrigen ist die Betriebsdauer der Batterie natürlich nicht unendlich. Wenn Ihnen also auffallen sollte, dass sich die Uefi-Einstellungen ständig von selbst auf die Werksvorgaben zurücksetzen, die Uhrzeit im Bios-Menü nicht stimmt oder der PC erst nach mehrmaligem Einschalten hochfährt, dann ist das ein Hinweis auf eine leere CMOS-Batterie. Ersetzen Sie den kleinen Energiespender also, um einen einwandfreien Betrieb herzustellen. Eine passende Knopfbatterie kostet nur einige Euro.

Relevant: Bios-Update in 8 Schritten - gefahrlos und schnell

Leistungssteigerung: Per Uefi den PC übertakten

Links die bequeme Variante des Bios-Resets über einen einfachen Knopfdruck. Rechts die Variante mit dem Umsetzen des Jumpers.
Vergrößern Links die bequeme Variante des Bios-Resets über einen einfachen Knopfdruck. Rechts die Variante mit dem Umsetzen des Jumpers.

Um die Leistungsfähigkeit Ihres Rechners zu steigern, lässt sich dieser im Uefi übertakten. Hauptsächlich erfolgt dabei eine Erhöhung der Taktfrequenzen des Prozessors sowie des Arbeitsspeichers. Doch dieses Overclocking funktioniert lediglich mit bestimmten CPUs und Mainboard-Chipsätzen. Bei Intel sind dies die Prozessoren mit einem „K“ oder „X“ in der Modellbezeichnung. Diese verfügen über einen freien Multiplikator: Sein Wert mal dem grundlegenden Systemtakt ergibt die Taktfrequenz der CPU. Erhöhen Sie den Multiplikator, steigt natürlich auch der Prozessortakt und somit die Rechenleistung. Doch der Chipsatz muss ebenfalls mitspielen, denn besonders günstige Intel-Chipsätze kennen diese Funktion nicht. In der Regel ist das Übertakten ausschließlich mit Z-oder X-Chipsätzen möglich, allerdings gibt es hierbei auch Ausnahmen, die Sie im Internet recherchieren können.

Bei AMD lassen sich die Prozessoren mit dem Zusatz „Black Edition“ über den Multiplikator übertakten. Bei den aktuellen Ryzen-Prozessoren ist übrigens bei allen Modellen der Multiplikator grundsätzlich entsperrt. Hier müssen Sie lediglich auf den korrekten Chipsatz achten – das Übertakten funktioniert ab dem AMD B350. Wenn Sie Ihr System übertakten, soll-ten Sie unbedingt auf ausreichende Kühlung achten, wie beispielsweise in Form eines großen Luftkühlers oder einer (Kompakt-)Wasser-kühlung in Kombination mit Gehäuselüftern – denn ein höherer Takt bedeutet auch eine gesteigerte Leistungsaufnahme.

Übertakten sollten Sie aber stets mit Vorsicht, zudem sollten Sie den Multiplikator nur schrittweise anheben: Falsche Einstellungen können nämlich schnell zu beschädigten Komponenten führen. Bei einigen Platinen können Sie es deshalb dem Uefi überlassen, das System zu übertakten. Hierfür stellen die Hersteller entsprechende Assistenten bereit, die die Hardware vollautomatisch übertakten. Diese Funktion nennt sich bei MSI „OC Genie“, Asus nennt den Assistenten „EZ Tuning Wizard“. Die Funktionsweise dieser Tools ist im Prinzip immer gleich: Der Hersteller hat in internen Tests das System mit verschiedenen Komponenten geprüft und dann die am besten funktionierenden Übertaktungswerte abgespeichert. Diese Ergebnisse gleicht der Assistent mit der eingebauten Hardware ab und wendet sie entsprechend an. Hierbei beachtet er ebenfalls Spannungs-und Temperaturwerte. Das Übertakten beschränkt sich nicht nur auf das Anheben des Multiplikators, sondern passt auch Spannungswerte, Speicher-Timings und die Umdrehungsgeschwindigkeit von Lüftern an.

Aktuelle Mainboards mit Uefi-Bios gewähren umfassende Übertaktungsmöglichkeiten. Laien sollten deshalb auf Overclocking-Assistenten vertrauen.
Vergrößern Aktuelle Mainboards mit Uefi-Bios gewähren umfassende Übertaktungsmöglichkeiten. Laien sollten deshalb auf Overclocking-Assistenten vertrauen.

Geht das Übertakten dennoch schief, brauchen Sie sich keine Sorgen machen, denn die Assistenten stellen bei einem Absturz automatisch die Standardwerte wieder her. Bei einigen OC-Tools ist es sogar möglich, den Grad der Übertaktung zu wählen, unter anderem in Abhängigkeit von der eingebauten Kühlung. Dennoch sollten Sie auch hier nicht zu forsch vorgehen und zunächst die niedrigste Übertaktungsstufe auswählen. Danach spielen und arbeiten Sie einige Stunden mit dem System, um komplett sicher zu sein, dass der übertaktete Rechner stabil läuft. Wenn dies der Fall ist, können Sie sich überlegen, ob Sie auf die nächsthöhere Stufe wechseln möchten.

Anwender, die bis zum Anschlag Overclocking betreiben möchten, benötigen neben einem guten Kühlsystem auch ein standesgemäßes Mainboard, für das schon mal bis zu 500 Euro fällig werden können. Diese Modelle sind mit verbesserten Spannungswandlern, belastbareren Materialien und einer optimierten Stromversorgung ausgestattet.

Doch es geht auch umgekehrt: Wenn Sie die Rechenleistung reduzieren wollen, um Strom zu sparen, bieten viele Uefi-Versionen passende Einstellungen. Sogenannte Eco-Modi reduzieren dann die Leistungsaufnahme und Temperaturentwicklung im Gehäuse, indem sie beispielsweise die Taktfrequenzen für CPU und Speicher nach unten setzen oder Erweiterungskarten und Festplatten erst aktivieren, wenn sie wirklich benötigt werden. Außerdem wechseln PCs im Eco-Modus schneller in den Standby, um nicht unnötig Strom zu ziehen.

So geht‘s unter Windows: Uefi bequem aktualisieren

Mittlerweile bietet jeder Mainboard-Produzent Update-Tools für das Uefi-Bios an. Sie erkennen die Hauptplatine selbstständig und ziehen sich die richtigen Versionen von den Servern der Hersteller. Anschließend erfolgt auch die Aktualisierung – entweder direkt auf dem Desktop oder nach einem Neustart des Systems. Die Tools finden Sie auf der Treiber-DVD, die der Platine beiliegt oder auf der Support-Seite des Herstellers. Auch in vielen Uefi-Varianten selbst gibt es die Möglichkeit, die Firmware automatisch aktualisieren zu lassen. Bei MSI finden Sie die Funktion im Uefi-Setup unter „M-Flash“, bei Asus heißt sie „EZ-Flash“ und bei Gigabyte „Q-Flash“.

Alternativ können Sie die Uefi-Update-Datei selbst herunterladen, auf einen USB-Stick packen und die genannten Flash-Tools entsprechend anweisen, sich die Update-Datei vom Stick zu schnappen. Wichtig: Der USB-Stick muss dafür mit dem Dateisystem FAT32 formatiert sein. Das erledigen Sie unter Windows sehr einfach: Nach einem Rechtsklick im Windows-Explorer auf das Medium wählen Sie „Formatieren“ und unter „Dateisystem“ die Option „FAT32“. Durch die Formatierung werden alle auf dem Stick vorhandenen Dateien gelöscht. Häufig erkennen die Flash-Programme das Update-Paket nur, wenn der Dateiname ohne Dateiendung acht Zeichen nicht überschreitet.

Viele teure Hauptplatinen oder Komplettsysteme für Geschäftskunden verfügen über eine sogenannte Dual-Bios/Uefi-Lösung: Der Hersteller verbaut in diesem Fall zwei Chips, auf denen sich das Mini-Betriebssystem befindet. Einer davon ist schreibgeschützt, um das Bios immer wieder auf eine stabile Version zurücksetzen zu können. Zerschießen Sie sich also zum Beispiel durch ein fehlerhaftes Update das Uefi auf dem ersten Chip, können Sie über einen Schiebeschalter auf der Platine oder über eine Taste zum Sicherheits-Backup wechseln und von dort aus eine neue Aktualisierung starten. Somit ist sichergestellt, dass der PC weiterhin funktioniert.

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