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Ubuntu Server: So klappt die Einrichtung

28.09.2017 | 10:40 Uhr |

Die Serverversion von Ubuntu ist schnell installiert und läuft auch auf älterer Hardware. Nutzen Sie das System, wenn Sie beispielsweise einen zentralen Speicherplatz im eigenen Netzwerk benötigen.

Ein Server ist ein PC im Netzwerk, der eine bestimmte Rolle einnimmt. Er bietet Dienste wie Datei-freigaben, Webapplikationen oder Multimedia-Streaming an. Für den privaten Gebrauch mit wenigen Benutzern muss ein Server nicht besonders leistungsfähig sein. Ein älterer PC oder ein Notebook ist ausreichend. Bei Dauerbetrieb sollten Sie aber besser in neuere Hardware investieren, weil hier die Energiekosten geringer sind. Als Betriebssystem kommt ein beliebiges Linux infrage. Die Serverversion von Ubuntu ist jedoch besonders gut geeignet, weil sich hier schon bei Installation nur die für einen Server nötigen Pakete auswählen lassen.

Ubuntu Server installieren

Das Installationstool von Ubuntu lädt alle Pakete über das Internet herunter. Eine kabelgebundene Netzwerkverbindung ist erforderlich. WLAN wird nicht unterstützt. Booten Sie den PC von einer DVD mit dem aufgespielten Image und gehen Sie im Menü auf „Ubuntu Server (64/32) Bit“. In der Regel wählen Sie die 64-Bit-Version. Ein 32-Bit-Linux sollte nur auf älteren PCs bis vier GB, maximal acht GB Hauptspeicher zum Einsatz kommen. Sie können auch aus einer der ISO-Dateien – auf der DVD im Ordner „Image-Dateien“ – einen USB-Stick für die Installation erzeugen. Dazu verwenden Sie das Kommandozeilentool dd.

Die Installation erfolgt über einen Assistenten, den Sie über die Tastatur steuern. Folgen Sie einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm. Die Schritte entsprechen in etwa denen bei einer Standardinstallation von Ubuntu Desktop und sind weitestgehend selbsterklärend.

Eine Besonderheit ist die Auswahl für die automatische Installation von Sicherheitsupdates. Hier sollten Sie die Option „Sicherheitsaktualisierungen automatisch installieren“ wählen, vor allem, wenn der Server auch aus dem Internet erreichbar sein soll. Andernfalls müssen Sie das System selbst regelmäßig updaten. Im Fenster „Softwareauswahl“ können Sie vorbereitete Paketgruppen wählen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, „Basic Ubuntu Server“ und „OpenSSH server“ auszuwählen. Alles Weitere hängt vom Einsatzgebiet ab. Soll der PC als Dateiserver für Linux und Windows dienen, wählen Sie „Samba file server“. Sind Webanwendungen geplant, aktivieren Sie „LAMP server“ (Linux, Apache, My SQL, PHP). Weitere für einen Server wichtige Paketgruppen können „Virtual Machine Host“ und „Mail server“ sein. Standardmäßig wird keine Desktopoberfläche installiert und Konfiguration und Wartung erfolgen ausschließlich über die Kommandozeile beziehungsweise über SSH. Wenn Sie einen Desktop bevorzugen, wählen Sie den gewünschten aus – beispielsweise „Xubuntu desktop“ (XFCE).

Tipp: Der Linux-Server und seine Einsatzmöglichkeiten

Fernzugriff per SSH

Wenn der Ubuntu-Server ohne Bildschirm läuft und Sie vor einem anderen Linux-PC sitzen, öffnen Sie ein Terminalfenster und führen dann folgenden Befehl aus:

ssh [User]@[Servername].local

Den Platzhalter „[User]“ ersetzen Sie durch den Namen des Benutzers, den Sie bei der Installation erstellt haben. Für „[Servername]“ tragen Sie den Rechnernamen des Servers mit einem angehängten „.local“ ein. Bei der ersten Anmeldung müssen Sie den SSH-Schlüssel mit „yes“ bestätigen. Windows-Nutzer verwenden ein Tool wie Putty für die SSH-Verbindung zum Server.

Sollte das nicht funktionieren, installieren Sie – wenn noch nicht vorhanden – auf allen PCs und dem Ubuntu-Server folgendes Paket

sudo apt update
sudo apt install avahi-daemon

Alternativ können Sie statt des Servernamens immer auch die IP-Adresse des Servers verwenden. Sie sehen diese in den Infomeldungen, wenn Sie sich auf dem Server bei einer Konsole anmelden.

Netzwerkfreigaben einrichten

Softwarevorauswahl: Bereits bei der Installation lässt sich das Einsatzgebiet des Servers festlegen. Wählen Sie „Samba file server“ für einen Dateiserver.
Vergrößern Softwarevorauswahl: Bereits bei der Installation lässt sich das Einsatzgebiet des Servers festlegen. Wählen Sie „Samba file server“ für einen Dateiserver.

Samba verwendet als globale Konfigurationsdatei „/etc/samba/smb.conf“. Darin sind die allgemeinen Einstellungen für den Samba-Server und die Freigaben festgelegt. Öffnen Sie die Datei im Terminalfenster etwa mit

sudo nano /etc/samba/smb.conf

Wenn Sie eine die grafische Oberfläche XFCE nutzen, setzen Sie statt „nano“ den Editor „mousepad“ ein.

Standardmäßig sind bereits die wichtigsten Optionen in der Datei enthalten und Kommentare beschreiben deren Bedeutung. Mit der Zeile „workgroup=WORKGROUP“ im Abschnitt „[global]“ legen Sie die Arbeitsgruppe fest.

Windows verwendet diese Gruppe ebenfalls standardmäßig, so dass Sie die Einstellung belassen können. Wenn Sie eine andere Bezeichnung wünschen oder in Ihrem Netzwerk bereits verwenden, ändern Sie den Wert entsprechend.

Samba lässt sich ausschließlich mit einem Gastkonto verwenden, also ohne Anmeldung. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie jedoch zumindest den Schreibzugriff auf authentifizierte Benutzer beschränken. Samba verwendet eine eigene Passwortdatenbank. Damit Benutzer auf die Freigaben zugreifen können, muss für jeden Benutzer auch ein Samba-Passwort festgelegt sein. Dazu verwenden Sie folgende Befehlszeile:

sudo smbpasswd -a [User]

Für „[User]“ setzen Sie einen Benutzernamen ein, der ein Konto auf dem PC besitzen muss. Um die Verwaltung zu vereinfachen, sollten alle Benutzer auf allen PCs dieselbe Kombination von Benutzernamen und Passwort verwenden.

Netzwerkfreigaben konfigurieren: Alle Samba-Einstellungen sind in der Datei „/etc/samba/smb.conf“ enthalten. Hier legen Sie auch die Arbeitsgruppe fest.
Vergrößern Netzwerkfreigaben konfigurieren: Alle Samba-Einstellungen sind in der Datei „/etc/samba/smb.conf“ enthalten. Hier legen Sie auch die Arbeitsgruppe fest.

Verzeichnisse freigeben: Wenn die angelegten Benutzer über das Netz Zugriff auf ihr Home-Verzeichnis auf dem Server erhalten sollen, entfernen Sie alle Kommentarzeichen („;“) im Abschnitt „[homes]“. Ändern Sie „read only = yes“ auf „read only = no“, um den Schreibzugriff zu erlauben. Eine neue Freigabe für ein beliebiges Verzeichnis lässt sich beispielsweise über diese vier Zeilen erstellen:

[Filme]
path = /shares/videos
writeable = no
guest ok = yes

Fügen Sie den Block ganz am Ende der Konfigurationsdatei ein. In diesem Beispiel wird das Verzeichnis „/shares/videos“ unter der Bezeichnung „Filme“ freigegeben. Mit den genannten Samba-Optionen gewähren Sie nur Lesezugriff („writeable = no“), eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich („guest ok = yes“).

Speichen und anwenden: Nachdem Sie die gewünschten Änderungen in der Datei „/etc/samba/smb.conf“ durchgeführt haben, drücken Sie in nano Strg-O und bestätigen mit der Enter-Taste. Beenden Sie nano mit Strg-X. Damit die neuen Optionen wirksam werden, muss Samba die Konfigurationsdatei neu einlesen. Dafür verwenden Sie den Befehl

sudo service smbd reload

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