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Ubuntu 19.04 Disco Dingo: Download und Neuerungen

18.04.2019 | 13:12 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ubuntu 19.04 Disco Dingo steht zum Download bereit. Mit Gnome 3.32 und Kernel 5, aber ohne Gsconnect zur Android-Integration.

Update 18.4.2019 : Ubuntu 19.04 steht in der finalen Fassung zum Download bereit. Update Ende

Nach einer neuen Ubuntu-Version ist vor einer neuen Ubuntu-Version. Im letzten Herbst hatte Canonical Ubuntu 18.10 Cosmic Cuttlefish zum Download bereitgestellt. Mit Gnome 3.30 und Kernel 4.18. Doch wie auch schon bei den vorangegangenen Ubuntu-Updates verrieten die Macher bereits kurz darauf den Namen der nächsten Ubuntu-Version 19.04. Anders als bei Ubuntu 18.10 oder 18.04 veröffentlichte aber nicht Canonical-Chef Mark Shuttleworth den Namen auf seinem Blog. Sondern dieses Mal stand der Name auf dem Launchpad der neuen Ubuntu-Version.

1. Ubuntu 19.04 heißt Disco Dingo

Demnach heißt Ubuntu 19.04 offensichtlich „Disco Dingo“. Dingo ist ein frei lebender Hund, der vor allem in Australien vorkommt. Und mit „Disco“ ist vermutlich das gleichnamige Tanz-Etablissement Diskothek gemeint, wie die auf Linux-Themen spezialisierte Webseite omgubuntu darlegt. Eventuell kann mit Disco auch die entsprechende Stilrichtung der Popmusik gemeint sein. An die berühmte deutsche Musik-Sendung mit Ilja Richter dürfte Canonical dagegen kaum gedacht haben.

Die Zusammensetzung des Codenamens für Ubuntu 19.04 weicht etwas von dem sonst üblichen Schema ab, das Itsfoss hier erklärt. Normalerweise setzt sich ein Ubuntu-Codename aus einem Adjektiv und einem Substantiv (für eine gefährdete Tierart oder ein mythisches Wesen) zusammen, die beide mit dem gleichen Buchstaben beginnen, wie omgubuntu betont. Doch dieses Mal sind es eben zwei Substantive.

2. Support-Zeitraum

Canonical wird für Ubuntu 19.04 Disco Dingo neun Monate Updates bereitstellen. Also genauso lang wie für Ubuntu 18.10. Danach müssen Sie auf eine neue Ubuntu-Version aktualisieren, um weiterhin Updates erhalten zu können. Ubuntu 19.04 wird also keine LTS-Version.

Sofern Sie Wert auf eine längere Support-Zeit legen, sollten Sie Ubuntu 18.04 Bionic Beaver installieren. Dafür stellt Canonical bis April 2023 Updates bereit.

3. Erscheinungstermin

Sofern bei der Entwicklung keine Probleme auftreten, wird Canonical Ubuntu 19.04 im April 2019 zum Download bereitstellen, vermutlich am 18. April 2019. Ab dem 21. Februar 2019 dürfte Canonical keine neuen Funktionen mehr zu Ubuntu 19.04 hinzufügen, die Oberfläche dürfte vermutlich ab dem 14. März 2019 keine weiteren Veränderungen mehr erfahren, wie omgubuntu vermutet. Kernel Freeze wäre dann am 1. April 2019.

Einen Überblick über die bisher erschienenen Versionen von Ubuntu und deren Support-Ende finden Sie hier.

4. Neuerungen

4.1 Oberfläche: Laut Itsfoss wirde Ubuntu 19.04 mit Gnome 3.32 als Oberfläche kommen; allerdings in einer für Ubuntu angepassten Variante. Dann dürfte Ubuntu 19.04 auch den neuen Login-Bildschirm von Gnome 3.32 verwenden. Das mit Ubuntu 18.10 vorgestellte Standard-Theme Yaru wird um Icons für zusätzliche Dritt-Anbieter-Anwendungen erweitert und präsentiert sich damit eher aus einem Guss, wie Itsfoss berichtet .

Gnome hat Version 3.32 der gleichnamigen Desktop-Oberfläche am 13. März 2019 veröffentlicht. Gnome 3.32 „Taipei“ kommt mit neuen App-Icons und einer überarbeiteten Oberfläche, die sich zusammen mit Wayland auch bei 150 und 175 Prozent Vergrößerung besser skalieren lässt. Das App-Menü am oberen Bildschirmrand fehlt jetzt bei Gnome 3.32, stattdessen sollen alle Menü-Punkte im Fenster der App untergebracht werden. Bei dem für Ubuntu 19.04 angepassten Gnome 3.32 soll das zentrale App-Menü laut Itsfoss aber erhalten bleiben.

In Gnome 3.32 sehen Sie genau, welche Rechte eine Anwendung hat (Application permission control). Diese Rechte können Sie gezielt sperren, wie Its Foss schreibt.

Die neue Night Light Funktion soll das abendliche Sitzen vor dem Computer angenehmen machen. Sie können die Intensität des Nachtlichts in den Gnome-Einstellungen beeinflussen.

4.2 Kernel: Ubuntu 19.04 dürfte mit Kernel 5.0 ausgestattet sein. Der neue Kernel verspricht bessere Hardware-Unterstützung und gesteigerte Performance, vor allem für zusätzliche Grafikkarten.

4.3 Keine Android-Integration: Nachdem bereits für Ubuntu 18.10 mit der Android-Integration via Gsconnect gerechnet wurde, Canonical diese Funktion aber dann doch verschob, wurde lange vermutet, dass Gsconnect Einzug in Ubuntu 19.04 halten könnte. Doch mittlerweile sieht es so aus, als ob Gsconnect standardmäßig nicht Bestandteil von Ubuntu 19.04 sein wird.

Gsconnect ist die Umsetzung von KDE Connect für Gnome. Die Erweiterung wurde in Javascript programmiert, Sie müssen für die Benutzung von Gsconnect weder KDE noch Qt-Bibliotheken installieren. Gsconnect integriert sich in die Gnome-Shell, aber auch in den Dateimanager Nautilus sowie in die Browser Firefox und Chrome.

Über Gsconnect können der Ubuntu-PC und ein Android-Smartphone direkt miteinander kommunizieren. Einzige Voraussetzung: Sie müssen die kostenlose Android-App KDE Connect auf dem Smartphone installieren. Sie können dann also kabellos Dateien zwischen dem Androiden und dem Ubuntu-Rechner hin- und herschieben und im Dateiverzeichnis des Smartphones browsen, Whatsapp-Nachrichten und andere Benachrichtigungen auf dem Ubuntu-Desktop lesen. Informationen zum Androiden auf dem PC abrufen (Akku-Ladestand, Datei-Manager, Lokalisierung des Androiden über Alarmton) und die Geräteeinstellungen des Androiden auf dem Rechner einsehen. Außerdem können Sie vom Rechner aus das Abspielen der Musik vom Androiden steuern.

4.4 Weitere Verbesserungen: Vielleicht verpasst Canonical auch seinem Software-Center eine neue Oberfläche. Der Chromium-Browser und der Gaming-Client Steam könnten zudem als Snap-Apps im Snap Store erscheinen. Snap ist ein neues Containerformat von Canonical, das seine eigenen Bibliotheken mitbringt. Die mit Ubuntu 16.10 erstmals vorgestellten Snaps hat Canonical immer mehr ausgeweitet. Das bekannte Apt wird aber nicht durch Snap ersetzt, sondern ergänzt.

Das Terminalfenster bekommt wohl Tabs und ein Suchfenster. Updates sollen zudem ohne Systemneustart über Live Patching eingespielt werden, wie Its Foss schreibt. Die Audio-Einstellungen haben die Macher ebenfalls überarbeitet. Die Open Source 3D Grafik Bibliothek Mesa steht in Version 19 zur Verfügung, wie Its foss erklärt.

Weitere Verbesserungen könnten die Gnome-Uhr und die Stummschalten-Funktionen betreffen. Und natürlich wird es wie gehabt Verbesserungen bei der Performance, bei der Boot-Geschwindigkeit und beim Stromsparmanagement geben.

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