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Ubuntu 18.10: Mit Gnome 3.30, Kernel 5, Yaru und Android-Integration

31.07.2018 | 12:38 Uhr |

Cosmic Cuttlefish ist der Name der nächsten Ubuntu-Version 18.10. Gnome 3.30 und Kernel 5.0 sind wohl mit dabei. Ebenso Yaru als neues Standard-Theme. Gsconnect soll vom Ubuntu-PC aus den einfachen Zugriff auf Android-Smartphones ermöglichen.

In diesem Artikel sammeln wir alle Informationen zur nächsten Ubuntu-Version Ubuntu 18.10 Cosmic Cuttlefish.

1. Codename: Cosmic Cuttlefish

Wie gewohnt teilte Canonical-Chef Mark Shuttleworth den Namen in seinem Weblog mit. Demnach heißt das im Oktober 2018 erscheinende Ubuntu 18.10 Cosmic Cuttlefish, was so viel wie kosmischer Kuttelfisch (eine Tintenfischart, auch Sepien oder Echte Tintenfische genannt) bedeutet. Shuttleworth ist der Chef von Canonical, das Ubuntu entwickelt.

Hintergrund: So entstehen die Ubuntu-Versionsnamen

Alle Ubuntu-Versionen tragen einen Codenamen, der aus zwei Wörtern besteht, die beide mit demselben Buchstaben beginnen. Das erste Wort ist immer ein Adjektiv und das zweite immer eine gefährdete Tierart beziehungsweise ein mythisches Wesen. Hier finden Sie einen guten Überblick über alle Codenamen von Ubuntu und Informationen zu der dahinterstehenden Logik.

2. Ubuntu 18.10 mit neun Monaten Support

Canonical wird für Ubuntu 18.10 nur neun Monate lang Updates bereitstellen. Nach Ablauf dieser neun Monate müssen Sie auf die nächste Ubuntu-Version das Upgrade machen. Oder aber Sie installieren jetzt Ubuntu 18.04. Denn dabei handelt es sich um eine LTS-Version. Das LTS steht für “Long Term Support”, für die Canonical wieder fünf Jahre lang Updates bereitstellen wird. Canonical bringt alle zwei Jahre eine LTS-Version. Die nächste LTS-Version wird also Ubuntu 20.04 sein, das im April 2020 erscheinen wird.

3. Die Neuerungen von Ubuntu 18.10 Cosmic Cuttlefish

Von Canonical liegen noch keine Aussagen zu den Neuerungen von Ubuntu 18.10 vor. Das für gewöhnlich gut unterrichtete Linux-Weblog Itsfoss spekuliert aber, dass Ubuntu 18.10 nicht allzu viele Neuerungen bringen wird.

3.1 Gnome 3.30: Als Bedienoberfläche beziehungsweise Desktop dürfte Gnome 3.30 zum Einsatz kommen. Gnome 3.30 soll am 5. September 2018 veröffentlicht werden und wäre damit vom Timing her der perfekte Kandidat für das im Oktober erscheinende Ubuntu 18.10.

3.2 Neues Standard-Theme Yaru: Ubuntu 18.10 wird mit dem neuen Community-Theme Yaru als Standard-Theme kommen. Yaru soll Ubuntu aufgeräumter und moderner erscheinen lassen. Das neue Standard-Theme umfasst Log-in-Screen, Desktop, Gnome-Shell und die Suru-Icons. Außerdem gibt es neue Systemklänge.

Die Entwickler haben Yaru jetzt offiziell vorgestellt. Farbe und Form der Buttons sollen heller, schärfer und eleganter wirken. Die Farben der Fenster- und der Sidebar-Hintergründe sollen einen wärmeren und freundlicheren Ton bekommen. Das starke Orange für die Textauswahl ließen die Macher dagegen fallen und wechselten stattdessen zu einem direkten Blau.

Dieses neue Yaru-Theme sollte ursprünglich mit Ubuntu 18.04 eingeführt werden, wurde dann aber verschoben. Ubuntu 18.04 erschien deshalb mit dem jahrealten Ambiance-Theme als voreingestellter Standard. Canonical lässt das neue Standard-Theme zusammen mit der Community entwickeln.

Yaru
Vergrößern Yaru
© https://didrocks.fr/2018/07/24/open-the-cosmic-gate-a-beautiful-theme-gets-a-beautiful-name/

3.3 Kernel und Akku-Laufzeit: Der Kernel ist das Herz jeder Linux-Distribution. Der nächste neue Kernel, nämlich Kernel 5.0, soll laut Itsfoss in den nächsten Monaten fertiggestellt werden. Damit scheint es wahrscheinlich, dass Ubuntu 18.10 mit Linux Kernel 5.0 läuft. Itsfoss spekuliert, dass Canonical versuchen wird, die Batterielaufzeit von Notebooks mit Ubuntu 18.10 zu verlängern. Vor allem dadurch, dass Ubuntu 18.10 Optionen im Linux-Kernel nutzt, um nicht genutzte HDD- und USB-Controller und ähnliches abzuschalten. Dabei muss Canonical aber darauf achten, dass das die Stabilität des Betriebssystems nicht beeinträchtigt.

3.4 Gsconnect: Ubuntu integriert Android-Smartphones perfekt

Laut OMGUbuntu soll Ubuntu 18.10 fast nahtlos Android-Smartphones integrieren. Möglich macht das die Gnome-Erweiterung Gsconnect. Will Cooke, Ubuntu Desktop Manager, hat vorgeschlagen Gsconnect standardmäßig in Ubuntu 18.10 zu integrieren.

So soll Gsconnect auf einem Ubuntu-Rechner mit einem gekoppelten Motorola-Androiden aussehen.
Vergrößern So soll Gsconnect auf einem Ubuntu-Rechner mit einem gekoppelten Motorola-Androiden aussehen.
© omgubuntu.co.uk

Gsconnect ist die Umsetzung von KDE Connect für Gnome. Die Erweiterung wurde in Javascript  programmiert, Sie müssen für die Benutzung von Gsconnect weder KDE noch Qt-Bibliotheken installieren. Gsconnect integriert sich in die Gnome Shell, aber auch in den Dateimanager Nautilus sowie in die Browser Firefox und Chrome.

Über Gsconnect können der Ubuntu-PC und ein Android-Smartphone direkt miteinander kommunizieren. Einzige Voraussetzung: Sie müssen die kostenlose Android-App KDE Connect auf dem Smartphone installieren. Sie können dann also kabellos Dateien zwischen dem Androiden und dem Ubuntu-Rechner hin- und herschieben und im Dateiverzeichnis des Smartphones browsen, Whatsapp-Nachrichten und andere Benachrichtigungen auf dem Ubuntu-Desktop lesen. Informationen zum Androiden auf dem PC abrufen (Akku-Ladestand, Datei-Manager, Lokalisierung des Androiden über Alarmton) und die Geräteeinstellungen des Androiden auf dem Rechner einsehen. Außerdem können Sie vom Rechner aus das Abspielen der Musik vom Androiden steuern.

3.5 Fingerabdrucksensor, Snap, Booten: Zudem soll Ubuntu 18.10 Support für Fingerprintsensoren zum Entsperren des Notebooks mitbringen. Anwendungen, die Canonicals neues Paketformat Snap verwenden, sollen schneller starten - nämlich genauso schnell wie herkömmliche Desktop-Anwendungen. Den Bootvorgang von Ubuntu 18.10 will Canonical ebenfalls beschleunigen; möglich machen sollen das neue LZ4- und ztsd-Algorithmen zur Komprimierung, wie Itsfoss spekuliert.

3.6 DLNA, Videoplayer und Sound: Wichtig für das Home-Entertainment: Ubuntu 18.10 soll DLNA unterstützen. Damit können Sie Multimedia-Inhalte wie zum Beispiel Filme auf allen DLNA-kompatiblen Geräten wie Smart-TVs oder Tablets abspielen. Außerdem könnten die Soundeinstellungen und der Videoplayer verbessert werden.

3.7: Neuer Installer : Itsfoss hält es zudem für möglich, dass Canonical den Installer neu entwickelt.

4. Erscheinungstermin

Ubuntu 18.10 erscheint im Oktober 2018, vermutlich am 18. Oktober 2018, wie Itsfoss schreibt. Dieses Datum gilt als ziemlich sicher, kann aber von Canonical auch noch verschoben werden, falls das aus technischen Gründen nötig werden sollte.

5. Download

Download Daily Builds von Ubuntu 18.10 (derzeit hochgradig experimentell, nicht für Produktivsysteme geeignet). Übrigens: Die von den bisherigen Ubuntu-Versionen gewohnten Alpha- und Beta-Meilensteine werden durch „Testwochen“ ersetzt. Im September 2018 dürfte eine Beta-Version von Ubuntu 18.10 erscheinen.

6. Ubuntu-Derivate

Lubuntu 18.10 ersetzt LXDE durch LXQt: Das Ubuntu-Derivat Lubuntu wird ab Lubuntu 18.10 nicht mehr die schlanke Desktop-Umgebung LXDE verwenden. LXDE eignet sich bestens für alte, wenig leistungsstarke Hardware. Doch statt LXDE wird Lubuntu 18.10 mit der neueren Desktop-Oberfläche LXQt kommen. Zwar erfordert LXQt als Portierung von LXDE ebenfalls keine besonders leistungsstarke Hardware. Doch die Lubuntu-Entwickler wollen laut Betanews ab Lubuntu 18.10 ihren Fokus nicht mehr auf die Unterstützung besonders alter Hardware legen. Stattdessen soll Lubuntu modularer werden und die Benutzer möglichst viel einbeziehen.

Weitere Ubuntu-Derivate sind zum Beispiel  Xubuntu mit XFCe und Kubuntu mit KDE als Oberfläche.

7. Trivia

Shuttleworth betont in diesem Zusammenhang die enorme Bandbreite von Einsatzbereichen für Ubuntu. Die Linux-Distribution werde für Mainframe-Rechner in einem großen Finanzunternehmen ebenso eingesetzt wie auf einem winzigen Raspberry Pi, der mit einem Klebeband an der Rückseite eines Prototypen irgendwo in der Mitte von Nirgendwo angebracht sei, wie es Shuttleworth flapsig formuliert. Und natürlich auf Desktop-Rechnern und bei Clouddiensten sowie auf IoT-Geräten.

Shuttleworth bedankt sich außerdem noch bei allen, die bei der aktuellen LTS-Version Ubuntu 18.04 Bionic Beaver mitgeholfen haben. Was Bionic Beaver bedeutet, erklären wir hier.

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