2289351

Ubuntu 17.10 Artful Aardvark ist verfügbar

19.10.2017 | 16:52 Uhr |

Canonical hat Ubuntu 17.10 Artful Aardvark („schlaues Erdferkel“) am 19. Oktober 2017 veröffentlicht. Mit Gnome 3.26 anstelle von Unity. Die Desktop-Version gibt es nur noch für 64-Bit-Systeme. So klappt das Update auf Ubuntu 17.10.

Update 19.10.: Ubuntu 17.10 ist da

Ubuntu 17.10 ist wie im Release-Plan angekündigt heute, am 19. Oktober 2017, erschienen. Die finale Version von Ubuntu 17.10 steht hier offiziell zum Download zur Verfügung. Die vollständigen Release-Notes finden Sie hier.

Update Ende

Für experimentierfreudige Anwender und Linux-Enthusiasten steht die am 28.9.2017 erschienene Beta 2 schon länger zum Ausprobieren bereit. Außerdem stehen Daily Builds zum Herunterladen bereit. Das finale Ubuntu 17.10 für den Desktop wird es zur Neuinstallation nur noch in der 64-Bit-Version geben. Wer allerdings ein bereits installiertes 32-Bit-Ubuntu auf Ubuntu 17.10 aktualisiert, kann auch weiterhin die 32-Bit-Version verwenden. Kubuntu, Lubuntu und andere Ubuntu-Derivate sollen dagegen laut dem aktuellen Stand auch weiterhin mit 32-Bit und 64-Bit zur Verfügung stehen.

Codename: Artful Aardvark

Artful Aardvark, schlaues Erdferkel, heißt die nächste Version von Ubuntu Linux. Alle Ubuntu-Versionen tragen einen Codenamen, der aus zwei Wörtern besteht, die beide mit dem selben Buchstaben beginnen. Das erste Wort ist immer ein Adjektiv und das zweite immer eine gefährdete Tierart beziehungsweise ein mythisches Wesen.  

Die Anfangs-Buchstaben der beiden Wörter wechseln zudem nach alphabetischer Reihenfolge, weshalb nach Zesty Zapus (begeisterte Hüpfmaus), dem Codenamen von Ubuntu 17.04, der Codename von Ubuntu 17.10 zwangsläufig wieder mit dem ersten Buchstaben des Alphabets, also mit A, beginnen musste. Hier finden Sie einen guten Überblick über alle Codenamen von Ubuntu und Informationen zu der dahinter stehenden Logik.

Gnome 3 statt Unity als Desktop

Bereits in der Alpha-Version von Ubuntu 17.10 kommt Gnome 3 als Desktop-Oberfläche zum Einsatz. Genauer: Gnome 3.26. Mit Wayland als Unterbau, sprich: als Display Server. Denn Canonical entwickelt seinen eigenen Display-Server Mir nicht mehr weiter. Auf dem Gnome-Desktop gibt es künftig auch einen neuen Anmelde-Manager: GDM. Er ersetzt LightDM. Wobei Anwender auch weiterhin optional LightDM nutzen können.

So sieht Gnome 3.26 "Manchester" standardmäßig aus. Unter Ubuntu 17.10 sieht die Oberfläche aber etwas anders aus, weil Canonical sie noch anpasst.
Vergrößern So sieht Gnome 3.26 "Manchester" standardmäßig aus. Unter Ubuntu 17.10 sieht die Oberfläche aber etwas anders aus, weil Canonical sie noch anpasst.
© Gnome

Canonical hat bereits mit Ubuntu 17.04 angekündigt, dass es die Entwicklung seines eigenen Desktops Unity einstellen und zu Gnome zurückkehren werde. Allerdings sollte die Umstellung von Unity zu Gnome 3 nach den ursprünglichen Plänen erst mit Ubuntu 18.04 vollzogen werden, doch Canonical zieht die Umstellung nun bereits auf Ubuntu 17.10 vor. Canonical will den standardmäßigen Gnome-3-Desktop allerdings an der einen oder anderen Stelle optimieren. Den defaultmäßigen Gnome-Desktop können Sie auf Wunsch aber mit dem Paket gnome-session auch installieren - dann fehlen aber die Anpassungen von Canonical.

Gnome 3: Die Ubuntu-Zukunft in der Praxis

Ubuntu-Anwender, die Unity lieb gewonnen haben, sollen diese Bedienoberfläche aber auch weiterhin nutzen können. Denn Canonical will Unity in den Paketquellen von Ubuntu weiterhin anbieten, allerdings nicht mehr weiterentwickeln.

Happy Birthday Gnome!

Übrigens feierte Gnome am 15. August 2017 seinen 20. Geburtstag: Am 15. August 1997 wurde das Gnome-Projekt als Alternative zu KDE erstmals angekündigt.

Snap

Seinem eigenen Containerformat Snap hält Canonical aber die Treue. Snap ist ein neues Containerformat von Canonical, das seine eigenen Bibliotheken mitbringt. Die mit Ubuntu 16.10 erstmals vorgestellten Snaps sollen mit Ubuntu 17.10 ausgeweitet werden. Das bekannte Apt wird aber nicht durch Snap ersetzt, sondern ergänzt.

Weitere Neuerungen in 17.10: Rythmbox, Screenshots, Dock

Der bekannte Audioplayer Rhythmbox bekommt in Ubuntu 17.10 eine neue Optik verpasst. Schuld daran ist ein neues Toolbar-Plugin, das das Entwicklerteam von Ubuntu ausgewählt hat. Damit wird die Sidebar übersichtlicher und aufgeräumter, das Sucheingabefeld wird standardmäßig nicht mehr angezeigt und am unteren Rand des Rythmbox-Fenster gibt es jetzt eine Toolbar zum Abspielen des Liedes. Mit deutlich größeren Icons für Play, Pause etc., wodurch sich die Bedienbarkeit erhöht. Wer trotzdem die weniger übersichtliche alte Optik weiter nutzen möchte, kann diese aber wieder einschalten.

Die Office-Suite LibreOffice ist in Version 5.4 enthalten, wie man den Release Notes entnehmen kann. Firefox liegt derzeit als Firefox 55.0.2 vor. Nach dem Upgrade auf Ubuntu 17.04 landen zum Beispiel Screenshots, die Sie mit der Drucktaste erstellen, direkt im Ordner Bilder. Die Steuerzentrale rechts oben für Helligkeit, Lautstärke, WLAN etc. zeigt sich in neuer Optik. Das Einstellungenmenü ist ebenfalls neu angeordnet. Das Dock am linken Bildschirmrand mit dem Launcher ist ebenfalls neu. Über das Dock können Sie wie gehabt oft benötigte Anwendungen schnell starten. Das Icon links unten im Dock zeigt alle installierten Programme an. Icons, Anwendungen und Dateien können Sie direkt auf dem Desktop ablegen. Die Bedien-Icons für die Fenster sind nun rechts oben statt links oben über jedem Fenster angebracht.

Kernel 4.13

Als technisches Herzstück soll das finale Ubuntu 17.10 den Kernel 4.13 verwenden. Canonical verspricht Verbesserungen für den Support von WLAN und Bluetooth.

Upgrade von Ubuntu 17.04 auf 17.10 Beta.
Vergrößern Upgrade von Ubuntu 17.04 auf 17.10 Beta.

Am 24. August war der Feature-Freeze. Die finale Beta will Canonical nach dem aktuellen Planungsstand am 28. September 2017 veröffentlichen. Der Kernel Freeze ist für den 5. Oktober 2017 vorgesehen, den Release Candidate will Canonical dann am 12. Oktober veröffentlichen. Das Final Release von Ubuntu 17.04 ist schließlich für den 19. Oktober 2017 geplant. Diesen bereits vor einigen Wochen veröffentlichten Zeitplan hält Canonical nach wie vor aufrecht. Experimentierfreudige Anwender können sich den aktuellen Daily Build von Ubuntu 17.10 hier herunterladen.

Upgrade von Ubuntu 17.04 auf 17.10 Beta.
Vergrößern Upgrade von Ubuntu 17.04 auf 17.10 Beta.

Support-Ende

Für Ubuntu 17.10 wird Canonical nur neun Monate lang Updates bereit stellen. Der Support endet also im Juli 2018. Danach müssen Sie ein Distributions-Update durchführen. Denn Ubuntu 17.10 ist genauso wie Ubuntu 17.04 keine LTS-Version, für die Canonical fünf Jahre Support gibt.

Wenn Sie sich das Distributions-Update sparen wollen, sollten Sie besser Ubuntu 16.04 LTS installieren beziehungsweise installiert lassen. Damit bekommen Sie bis zum Jahr 2021 Updates.

Upgrade von Ubuntu 17.04 auf 17.10 Beta.
Vergrößern Upgrade von Ubuntu 17.04 auf 17.10 Beta.

So aktualisieren Sie ein älteres Ubuntu auf Ubuntu 17.10 Beta 2

Sie haben eine ältere Ubuntu-Version installiert und wollen das neue Ubuntu 17.10 Beta 2 bereits ausprobieren? Kein Problem, Sie können von einem älteren Ubuntu problemlos auf Ubuntu 17.10 Beta 2 upgraden. Auf unserem schon etwas älteren Tuxedo-Notebook klappte das Upgrade von dem vorhandenen Ubuntu 14.04 LTS auf Ubuntu 17.10 Beta 2 problemlos.

Vorbereitungen: Unter "Einstellungen, Anwendungen & Aktualisierungen" müssen Sie im Reiter „Aktualisierungen“ Ubuntu so einstellen, dass auf jede neue Ubuntu-Version hingewiesen wird. Also nicht nur auf LTS-Versionen, wie es bei Ubuntu 14.04 LTS eigentlich eingestellt ist. Zudem soll Ubuntu das Vorhandensein von Aktualisierungen sofort anzeigen.

So wie auf diesem Screenshot müssen Sie die Software- und Aktualisierungsverwaltung von Ubuntu konfigurieren, damit Sie alle neuen Funktionen angezeigt bekommen.
Vergrößern So wie auf diesem Screenshot müssen Sie die Software- und Aktualisierungsverwaltung von Ubuntu konfigurieren, damit Sie alle neuen Funktionen angezeigt bekommen.

Falls Sie noch nicht Ubuntu 17.04 installiert haben, müssen Sie Ubuntu so lange von Distributionsversion zu Distributionsversion aktualisieren, bis Sie 17.04 erreicht haben. Das machen Sie am einfachsten in einem Terminalfenster unter Eingabe folgender Befehlsfolge.

sudo apt-get update sudo apt-get upgrade sudo update-manager –d

Wenn Sie schließlich bis zu Ubuntu 17.04 aktualisiert haben, können Sie mit dem oben genannten Vorgang anschließend auf die Beta von Ubuntu 17.10 Beta 2 upgraden.

Die Aktualisierung läuft auf unserem Tuxedo-Notebook.
Vergrößern Die Aktualisierung läuft auf unserem Tuxedo-Notebook.

Ausblick auf Ubuntu 18.04 LTS

Interessierte Ubuntu-Nutzer konnten über dieses Online-Formular Canonical mitteilen, welche Standardanwendungen wie Browser, Mailclient oder Terminal in Ubuntu 18.04 LTS enthalten sein sollen. Diese Umfrage ist mittlerweile beendet, ihre Ergebnisse finden Sie hier.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2289351