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Ubuntu 17.10 Artful Aardvark: Neuerungen & Erscheinungstermin

16.08.2017 | 10:29 Uhr |

Canonical will Ubuntu 17.10 Artful Aardvark („schlaues Erdferkel“) am 19. Oktober 2017 veröffentlichen. Mit Gnome 3 anstelle von Unity.

Ubuntu 17.10 wird im Oktober 2017 erscheinen. Für experimentierfreudige Anwender und Linux-Enthusiasten steht bereits eine Alphaversion für 32- und 64 Bit-Systeme zum Ausprobieren bereit.

Codename: Artful Aardvark

Artful Aardvark, schlaues Erdferkel, heißt die nächste Version von Ubuntu Linux. Alle Ubuntu-Versionen tragen einen Codenamen, der aus zwei Wörtern besteht, die beide mit dem selben Buchstaben beginnen. Das erste Wort ist immer ein Adjektiv und das zweite immer eine gefährdete Tierart beziehungsweise ein mythisches Wesen.  

Die Anfangs-Buchstaben der beiden Wörter wechseln zudem nach alphabetischer Reihenfolge, weshalb nach Zesty Zapus (begeisterte Hüpfmaus), dem Codenamen von Ubuntu 17.04, der Codename von Ubuntu 17.10 zwangsläufig wieder mit dem ersten Buchstaben des Alphabets, also mit A, beginnen musste. Hier finden Sie einen guten Überblick über alle Codenamen von Ubuntu und Informationen zu der dahinter stehenden Logik.

Gnome 3 statt Unity als Desktop

Bereits in der Alpha-Version von Ubuntu 17.10 kommt Gnome 3 als Desktop-Oberfläche zum Einsatz. Mit Wayland als Unterbau; Canonical entwickelt seinen eigenen Display-Server Mir nicht mehr weiter. Auf dem Gnome-Desktop gibt es künftig auch einen neuen Anmelde-Manager: GDM. Er ersetzt LightDM. Wobei Anwender auch weiterhin optional LightDM nutzen können.

Canonical hat bereits mit Ubuntu 17.04 angekündigt, dass es die Entwicklung seines eigenen Desktops Unity einstellen und zu Gnome zurückkehren werde. Allerdings sollte die Umstellung von Unity zu Gnome 3 nach den ursprünglichen Plänen erst mit Ubuntu 18.04 vollzogen werden, doch Canonical zieht die Umstellung nun bereits auf Ubuntu 17.10 vor. Canonical will den standardmäßigen Gnome-3-Desktop allerdings an der einen oder anderen Stelle optimieren.

Ubuntu-Anwender, die Unity lieb gewonnen haben, sollen diese Bedienoberfläche aber auch weiterhin nutzen können. Denn Canonical will Unity in den Paketquellen von Ubuntu weiterhin anbieten, allerdings nicht mehr weiterentwickeln.

Happy Birthday Gnome!

Übrigens feierte Gnome am 15. August 2017 seinen 20. Geburtstag: Am 15. August 1997 wurde das Gnome-Projekt als Alternative zu KDE erstmals angekündigt.

Snap

Seinem eigenen Containerformat Snap hält Canonical aber die Treue. Snap ist ein neues Containerformat von Canonical, das seine eigenen Bibliotheken mitbringt. Die mit Ubuntu 16.10 erstmals vorgestellten Snaps sollen mit Ubuntu 17.10 ausgeweitet werden. Das bekannte Apt wird aber nicht durch Snap ersetzt, sondern ergänzt.

Rythmbox wird übersichtlicher

Der bekannte Audioplayer Rhythmbox bekommt in Ubuntu 17.10 eine neue Optik verpasst. Schuld daran ist ein neues Toolbar-Plugin, das das Entwicklerteam von Ubuntu ausgewählt hat. Damit wird die Sidebar übersichtlicher und aufgeräumter, das Sucheingabefeld wird standardmäßig nicht mehr angezeigt und am unteren Rand des Rythmbox-Fenster gibt es jetzt eine Toolbar zum Abspielen des Liedes. Mit deutlich größeren Icons für Play, Pause etc., wodurch sich die Bedienbarkeit erhöht. Wer trotzdem die weniger übersichtliche alte Optik weiter nutzen möchte, kann diese aber wieder einschalten.

Kernel 4.13

Als technisches Herzstück soll das finale Ubuntu 17.10 den Kernel 4.13 verwenden. Canonical verspricht Verbesserungen für den Support von WLAN und Bluetooth.

Aktueller Zeitplan

Für den 24. August ist der Feature-Freeze geplant, am 31. August 2017 soll die erste Beta erscheinen. Die finale Beta will Canonical nach dem aktuellen Planungsstand am 28. September 2017 veröffentlichen. Der Kernel Freeze ist für den 5. Oktober 2017 vorgesehen, den Release Candidate will Canonical dann am 12. Oktober veröffentlichen. Das Final Release von Ubuntu 17.04 ist schließlich für den 19. Oktober 2017 geplant.

Für Ubuntu 17.10 wird Canonical nur neun Monate lang Updates bereit stellen. Danach müssen Sie ein Distributions-Update dirchführen. Denn Ubuntu 17.10 ist genauso wie Ubuntu 17.04 keine LTS-Version, für die Canonical fünf Jahre Support gibt.

Wenn Sie sich das Distributions-Update sparen wollen, sollten Sie besser Ubuntu 16.04 LTS installieren beziehungsweise installiert lassen. Damit bekommen Sie bis zum Jahr 2021 Updates.

Ausblick auf Ubuntu 18.04 LTS

Interessierte Ubuntu-Nutzer können über dieses Online-Formular Canonical mitteilen, welche Standardanwendungen wie Browser, Mailclient oder Terminal in Ubuntu 18.04 LTS enthalten sein sollen.

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