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Ubunsys: Das Admin-Tool für Ubuntu im Überblick

30.01.2018 | 10:12 Uhr |

Zur Administration eines Linux-Systems reicht üblicherweise die Shell. Ubuntu ist da keine Ausnahme. Einsteiger fragen oft, ob das nicht einfacher geht. Das Tool Ubunsys kann trotz langem Beipackzettel hilfreich sein.

Erfahrene Linux-Admins brauchen zum Aufbau und zur Pflege eines Systems selten mehr als vertraute Kommandozeilentools und einen Texteditor. Grafischen Admin-Hilfen hängt nicht zu Unrecht der Ruf nach, zu unflexibel, schnell veraltet und fehleranfällig zu sein. Es ist leicht, aus der Warte eines erfahrenen Sysadmins Tools dieser Art generell zu verdammen: Die Vereinfachung neuralgischer Systemeingriffe macht es einfacher, ein robustes Linux-System völlig lahmzulegen. Gerade im Umkreis Ubuntus, wo sich im Vergleich zu anderen Linux-Distributionen viele Einsteiger und Desktopanwender versammeln, gibt es aber einen stetigen Bedarf an grafischen Administrationshilfen.

Hilfe für Gelegenheits-Admins

Das neueste Programm aus dieser Kategorie ist „Ubunsys“, das speziell auf Ubuntu-Systeme zugeschnitten ist. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verwaltung von Paketquellen (Repositories), ein anderer bei der Konfiguration von sudo zur Delegation von root-Rechten an Benutzer. Für experimentierfreudige Anwender gibt es die Möglichkeit, neuere Kernel-Versionen aus den Ubuntu-Entwicklungszweigen zu installieren. Spätestens hier wird klar, dass Ubunsys fortgeschrittene Desktopanwender und Linux-Bastler bedienen will, die ein System gerne bis ins Details anpassen möchten, aber lange Ausflüge in die Kommandozeile scheuen. So zeigt sich auch gleich ein Dilemma aller Programme dieser Art: Ubunsys hat trotz seines überschaubaren Funktionsumfangs ein großes Potenzial, bei unbedachten Gebrauch das Linux-System zu verkonfigurieren.

Tipp: Die optimale Ubuntu-Installation

Installation und erster Start

Nach diesem obligatorischen Warnhinweis zur Installation: Der Entwickler pflegt den Quellcode von Ubunsys auf Github, stellt aber zur einfachen Einrichtung auch ein PPA bereit. Aus diesem Repository wird Ubunsys mit den Befehlen

sudo add-apt-repository ppa:adgellida/ubunsys sudo apt-get update  sudo apt-get install ubunsys  

unkompliziert in Ubuntu 16.04/17.10 und dessen offiziellen Varianten installiert. Ubunsys ist ein grafisches Front-End in C++, das seine eigentlichen Funktionen in Bash-Scripts ausgelagert hat, die beim Start aktualisiert werden. Ein Aufruf per ubunsys in einem Terminalfenster sollte die bevorzugte Startmethode sein, da sich so die internen Meldungen im Terminal zeigen. Beim ersten Start installiert Ubunsys das Tool apt-fast nach und verlangt dazu die Eingabe des sudo-Passworts.

Die Menüstruktur im englischsprachigen Ubunsys ist in zwei Ebenen unterteilt, mit den Kategorien „Packages“, „Tweaks“, „System“ und „Repair“ jeweils mit Unterkategorien. Während die erste Kategorie zur Installation von Paketen dient, sind die interessantesten Funktionen unter „Tweaks“ sowie „System“ untergebracht. Die folgende Liste zeigt einige Highlights jener Menüpunkte, die eine passable Hilfe oder eine Abkürzung bei der Administration sind.

Passwortloses sudo: Der Menüpunkt „Tweaks -> Security -> sudo without pass all -> Enable“ ist gleich eine der potenziell gefährlichsten Einstellungen in Ubunsys. Mit dieser Einstellung darf der aktuell angemeldete User nach der Eingabe von sudo im Terminal als root schalten und walten, ohne dazu noch sein Passwort angeben zu müssen. Diese Konfiguration kommt nur auf lokalen Systemen zu Hause infrage, wenn keinerlei Einbruchsgefahr über eine Netzwerkverbindung besteht. Untergebracht ist die Einstellung recht geschickt in der separaten Konfigurationsdatei „/etc/ sudoers.d/all_sudoers_addition“. Ein Klick auf „Disable“ aktiviert die Passwortabfrage wieder und entfernt die genannte Datei.

Ubuntu Server: So klappt die Einrichtung

Einzelne Programme ohne Passwort: Weniger riskant als ein generell passwortloses sudo ist die Definition eines einzelnen Kommandozeilenprogramms, das der aktuell angemeldete User ohne Passwort aufrufen darf. Der Menüpunkt „Tweaks -> Security -> sudo without pass all -> Enable“ öffnet ein Terminal, das erst den Namen des gewünschten Programms und dann dessen Pfad abfragt.

Sterne für sudo-Passwörter: Aus Sicherheitsgründen verzichtet sudo auf eine Rückmeldung bei der Passworteingabe. Die Punkte unter „Tweaks -> Security -> Passwords asterisks on terminal“ aktivieren beziehungsweise deaktivieren die Anzeige von Sternchen nach dem Aufruf von sudo.

Alte Kernel-Versionen entfernen: Beim Wechsel in Ubuntu 16.04 auf einen neuen Hardware Enablement Stack (HWE) mit neuer Kernel-Version behält das System zunächst auch die ältere Kernel-Version. Unter dem Punkt „System -> Advanced user -> Clean ancient kernels“ kann Ubunsys obsolete Kernel deinstallieren. Diese Funktion nutzt im Hintergrund das Ubuntu-Tool byob und entfernt tatsächlich nur veraltete Linux-Kernel.

Zusätzliche Kernel installieren: Für jede Ubuntu-Ausgabe gibt es einen ausgiebig getesteten, offiziell unterstützten Kernel. Darüber hinaus baut das Entwicklerteam Ubuntus aber auch laufend weitere Kernel-Versionen zu Testzwecken und stellt diese als DEB-Paket unter http://kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/v4.13.9 bereit. Wenn aktuelle Hardware, etwa AMDs Ryzen-Prozessoren, mit einem älteren Kernel instabil laufen, dann kann der Wechsel auf eine neue Kernel-Version weiterhelfen. Allerdings ist die manuelle Installation neuerer Kernel als DEB-Paket nicht ganz einfach. Unter „System -> Developer -> Install mainline kernels“ hilft das eigenständige Tool Ukuu bei der Auswahl und Installation einer neueren Kernel-Version weiter. Der Menüpunkt installiert sie bei Bedarf aus einem weiteren PPA und startet sie anschließend.

Fazit: Nützlich bis riskant

Nach einigen Experimenten mit Ubunsys, die man tunlichst nicht auf einem produktiv eingesetzten Ubuntu-System unternehmen sollte, wird klar, dass es sich noch um Betaware handelt. Die Funktionen unter „Tweaks -> Power“ sind in einigen Ubuntu-Versionen wirkungslos und sollten lieber über die verwendete Desktopumgebung konfiguriert werden. Auch der Schalter unter „Tweaks -> Security -> Firewall“ ist ohne eine vorherige manuelle Konfiguration der „Uncomplicated Firewall“ (ufw) Ubuntus nicht sinnvoll. Der Entwickler, der übrigens nach unserem Test seines Tools erfreulich schnell auf Bugreports reagiert hat, muss noch einige Unstimmigkeiten beheben, damit Ubunsys eine universale Administrationshilfe für Ubuntu-Systeme wird. Davon abgesehen hat Ubunsys einige nette Abkürzungen auf Lager, die erfahrenen Desktopanwendern einige Handgriffe abnehmen.

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