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Trotz Carplay und Android Auto: Deshalb hält VW an Mirrorlink fest

15.09.2017 | 10:43 Uhr |

VW integriert Mirrorlink selbst in seine neuesten Modelle wie den T-Roc. Obwohl Mirrorlink den Anwender mit einigen Nachteilen nervt. Doch VW hat gute Gründe für sein Festhalten an Mirrorlink.

Volkswagen hält unbeirrt an Mirrorlink als Schnittstelle für die Integration von Android-Smartphones fest. Auch im neuen T-Roc ist Mirrorlink neben Carplay und Android Auto integriert. Obwohl alle Premiumhersteller auf Mirrorlink in ihren Fahrzeugen verzichten und schon länger keine neue Mirrorlinkversion mehr veröffentlicht wurde.

Mirrorlink im T-Roc.
Vergrößern Mirrorlink im T-Roc.

Zudem erwies sich Mirrorlink in allen Auto-Tests als wenig intuitives und ziemlich unübersichtliches System mit vielen Einschränkungen. Obendrein kann Mirrorlink je nach Fahrzeughersteller unterschiedlich aussehen – sogar innerhalb der VW-Gruppe gibt es Unterschiede. So hat Seat eigens eine eigene App für Mirrorlink programmiert, um Mirrorlink intuitiver bedienbar zu machen. In einem VW wie dem Polo sieht Mirrorlink also anders aus als in einem Seat. Als ob das nicht schon verwirrend genug wäre, passen auch noch die Smartphone-Hersteller Mirrorlink an ihre Interessen an, zum Beispiel mit einer eigenen Oberfläche. Das macht beispielsweise Samsung. Warum also hält der Wolfsburger Automobil-Hersteller trotzdem an Mirrorlink fest?

Mirrorlink im T-Roc.
Vergrößern Mirrorlink im T-Roc.

Die Antwort lautet: Südamerika. Oder Asien, beispielsweise China. VW braucht Mirrorlink für außereuropäische Märkte, auf denen Android Auto oder Carplay nicht zur Verfügung steht. So würden die Google Services beispielsweise in China nicht funktionieren.

Zudem sind Google und Apple bei der Zertifizierung von Apps für Android Auto und Carplay nach Meinung von Volkswagen nicht wirklich schnell. VW würde sich eine schnellere Freischaltung von neuen Apps und Funktionen für beide Plattformen wünschen, wie uns VW auf der IAA sagte. Weil es damit aber hapert, versucht VW neuen Funktionen eben mit Mirrorlink umzusetzen, wo es diesen langsamen Zertifizierungsprozess von Apple oder Google nicht gibt. Ein Beispiel dafür ist die Doorbird App, die Volkwagen bereits auf der IFA 2016 vorgestellt hat.  

Diese Sichtweise teilen allerdings keineswegs alle Marken der Volkswagengruppe. Audi beispielsweise verzichtet auf Mirrorlink. Aber auch BMW und Daimler lassen Mirrorlink nicht in ihre Fahrzeuge.

VW zeigt auf der IAA 2017 auch einen Simulator für Eyetracking und Gestensteuerung.
Vergrößern VW zeigt auf der IAA 2017 auch einen Simulator für Eyetracking und Gestensteuerung.
In dem Simulator sitzend muss man die angezeigten Sterne anschauen. Das System erkennt den Blick und reagiert dann.
Vergrößern In dem Simulator sitzend muss man die angezeigten Sterne anschauen. Das System erkennt den Blick und reagiert dann.
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