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Tikad: Neue Killerdrohne feuert mit Sturmgewehr auf Gegner

22.08.2017 | 15:39 Uhr |

Das israelische Militär hat einen Multikopter gekauft, der schießen kann. Die ferngesteuerte Flugdrohne soll die Infanterie im Nahkampf entlasten.

Tikad heißt eine leistungsfähige Multikopter-Flugdrohne des in Florida beheimateten Start-ups Duke Robotics. Tikad ist aber keine Drohne für Heimanwender, die damit mehr oder weniger harmlose Video-Aufnahmen machen wollen, sondern eine ferngesteuerte Profi-Drohne für das Militär. Denn die Drohne kann schießen und töten, wobei sie das von Menschenhand ferngesteuert macht. Tikad ist derzeit also keine selbstständig kämpfende Drohne mit künstlicher Intelligenz.

Tikad mit Schusswaffe
Vergrößern Tikad mit Schusswaffe
© Duke Robotics

Die Schusswaffe, zum Beispiel ein Sturmgewehr oder ein Maschinengewehr, wird an der Unterseite der Drohne befestigt, wie Daily Mail berichtet. Die Drohne ist so konstruiert, dass sie den Rückstoß der Schusswaffen aushält und ihre Flugbahn trotzdem stabilisieren kann.

Aber auch ein Raketenwerfer oder ein Granatwerfer sollen sich in der Zukunft an der Tikad-Drohne befestigen lassen. Wobei das Gewicht dieser größeren Waffen gegenüber der Standardausführung aber reduziert werden müsste. Derzeit kann die Tikad nur bis zu zehn Kilogramm Nutzlast transportieren. Zum Vergleich: Das MG3, das Standardmaschinengewehr der Bundeswehr, wiegt über elf Kilogramm. Ein typischer Raketenwerfer bringt über eine halbe Tonne auf die Waage. Somit kann Tikad nur speziell angepasste Waffensysteme mit sich führen. Oder eben ein Sturmgewehr. Das deutsche G36, das wegen angeblicher Treffunsicherheit in der Kritik steht, wiegt weniger als vier Kilogramm und ist damit ungefähr genauso schwer wie das US-Sturmgewehr M16.

Tikad im Flug.
Vergrößern Tikad im Flug.
© Duke Robotics

Wobei die israelische Armee bereits erfolgreiche Tests mit 13 Kilogramm schweren Schusswaffen an ähnlichen Drohnentypen von Duke Robotics durchgeführt hat. Seit diesen Versuchen wurde die Drohne bereits weiter entwickelt. Das Gewichtsproblem dürfte also mittelfristig gelöst werden. Bis jetzt befindet sich die Tikad noch in der Erprobungsphase und hat offensichtlich noch keine tatsächlichen Feuergefechte geführt.

Nutzen einer schießenden Drohne

Mit einer Kampfdrohne, die ein Sturmgewehr mit sich führt, könnte das Militär an unzugänglichen Orten Feuergefechte führen, die Infanteristen nicht erreichen können. Und natürlich kann eine Armee damit ihre eigenen Soldaten schonen und deren Leben retten, indem sie stattdessen Drohnen in den Nahkampf schickt. Oder aber die Drohnen eilen einem eingekesselten Grenadiertrupp zu Hilfe. Oder einem Schiff, das von Piraten angegriffen wird.

Die Fernbedienung für Tikad.
Vergrößern Die Fernbedienung für Tikad.
© Duke Robotics

Über große Entfernungen gibt es diesen ferngesteuerten Drohnenkrieg bereits, wie die USA zum Beispiel in Afghanistan oder Syrien zeigen. Dort ersetzen die Drohnen Kampfbomber oder Marschflugkörper. Tikad dagegen ersetzt Infanteristen beziehungsweise Grenadiere oder Jäger.

Die Vorstellung von Tikad dürfte Elon Musk und andere Experten, die ein Verbot von Killer-Robotern fordern, nicht begeistern. Denn es ist nur noch ein kleiner Schritt von Kampf-Drohnen, die von Menschenhand ferngesteuert werden, bis zu selbstständig kämpfenden Kampfrobotern mit künstlicher Intelligenz.

Die US-Armee ist an der Tikad interessiert, die israelische Armee hat sogar schon Tikad-Drohnen bestellt. Israel ist bei der Militärdrohnen-Entwicklung ganz vorn mit dabei und verkauft selbst Flugdrohnen, die in bestimmten Ausführungen auch töten können. Auch die Bundeswehr plant die Anschaffung solcher Kampfdrohnen vom Typ Heron TP. Bisher verwendet die Bundeswehr lediglich Aufklärungsdrohnen.

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