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Tests erfolgreich: Google will zurück nach China

17.10.2018 | 12:36 Uhr | René Resch

Google hat seine Suchmaschine in China erfolgreich testen können. Eine Rückkehr ist aber noch nicht garantiert.

Die Arbeiten an einer speziell für den chinesischen Markt zensierten Suchmaschine wurden lange geheim gehalten. Die nun durchgeführten Tests laufen in China jedoch erfolgreich, erklärte der Google-CEO Sundar Pichai am Montag auf der Konferenz zum 25. Geburtstag des Tech-Magazins Wired in San Francisco.

Bei den Tests konnte Google herausfinden, dass rund 99 Prozent der Nutzeranfragen beantwortet werden können. Dadurch soll die Verfügbarkeit von Informationen für chinesische Nutzer in vielen Bereichen deutlich verbessert werden. 99 Prozent heißt jedoch immer noch, dass jeder hundertste Nutzer keine Informationen zu seinen gestellten Suchanfragen erhält oder diese zumindest zensiert werden müssen.

Rückzug vom Rückzug - Projekt „Dragonfly“

Schon zwischen 2006 und 2010 hatte Google eine zensierte Suchvariante seiner Suchmaschine in China angeboten, nach großer Kritik dann jedoch eingestellt. Pichai stellt sich hinter den geplanten Kurswechsel und das umstrittene Projekt mit dem Arbeitstitel „Dragonfly“. Google möchte den gesamten Globus mit Informationen versorgen, China mache immerhin 20 Prozent der gesamten Weltbevölkerung aus.

Die Entscheidung macht sich Google nicht leicht, Pichai ergänzte: „Googles Rückkehr nach China ist nicht garantiert“. Bei Markteintritt in jedem Land geht es darum, verschiedene Wertvorstellungen rund um den Zugang zu Informationen, Meinungsfreiheit und Datenschutz auszuloten. China sei ein „toller, innovativer Markt“. Google möchte auf dem chinesischen Markt möglichst langfristig denken, fühlt sich allerdings auch dazu verpflichtet, die Probleme des chinesischen Marktes anzugehen. 

Googles Belegschaft steht nicht geschlossen hinter dem Projekt

Auch die Belegschaft von Google steht nicht komplett hinter dem Projekt . Die chinesische Suchmaschine wird teilweise als Angriff auf die Internetfreiheit gewertet. Interne Proteste hatten bereits dazu geführt, dass Googles Projekt Maven auf Eis gelegt wird. Hier sollte gemeinsam mit dem US-Militär an Fähigkeiten zur biometrischen Erkennung und KI für Drohnen des Militärs gearbeitet werden. Laut Pichai war das allerdings nicht der Hauptgrund für den Rückzug. Angestellte bei Google hätten zwar eine große Stimme, der Konzern wird aber nicht auf Basis von Abstimmungen geführt.

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