2325466

Test: Samsung C34H890 – 34-Zoll-Design-Display im 21:9-Format mit gebogenem Panel

22.01.2018 | 14:45 Uhr |

Der Samsung C34H890 möchte ein moderner Monitor fürs Büro sein, der mit einem 34 Zoll großen gebogenem Panel im 21:9-Kinoformat eine üppige digitale Arbeitsleinwand offeriert und dank USB-C einfach und schnell kommuniziert. Wir hinterfragen die Mac-Praxistauglichkeit des Schreibtischmittelpunktes.

Zur IFA vergangenen Jahres hat Samsung ein neues Monitor-Flaggschiff für das professionelle Büro vorgestellt, den C34H890. Das in der Diagonale 34 Zoll (86,4 cm) messende Display im Cinemascope-Format hat einen Wölbungsradius von 1,8 Metern. Mit einer Auflösung von 3440 x 1440 Pixel beherbergt das AH-IPS-Panel knapp 5 Millionen Bildpunkte, dessen Blickwinkelstabilität auch in den Randbereichen noch gewährleistet ist. Die Hintergrundbeleuchtung besteht aus weißen LEDs. Daher kann der C34H890 lediglich den Standard-Farbraum respektive sRGB und PAL/HDTV zufriedenstellend abbilden, AdobeRGB, DCI-P3 oder Rec.2020 für UHD-Inhalte jedoch nicht. Um den großen digitalen Schreibtisch effizienter nutzen zu können, liefert Samsung eine Split-Screen-Anwendung mit, die Easy Setting Box, die jedoch nur unter Windows läuft. Über sie lässt sich der Bildschirm in mehrere Teilbereiche unterteilen. Hier können entweder mehrere unterschiedliche Dokumente einer Anwendung nebeneinander dargestellt oder jeweils ein Dokument von vier verschiedenen Programmen nahtlos aneinander geheftet werden.

➤ Samsung C34H890 auf Amazon.de ab 610 Euro.

Der Pixel-Millionär gibt sich recht kommunikativ und kann über USB-C, HDMI oder DisplayPort mit diversen mobilen, Desktop- und AV-Geräten interagieren. Dank der Picture-by-Picture genannten Funktion können die Bilder mehrerer Quellen (Mac, PC, Camcorder, Kamera, Smartphone) gleichzeitig wiedergegeben werden. Über das OSD des Monitors lassen sich noch zwei weitere interessante Funktionen steuern. So können etwa Gamer die Reaktionszeit des Panels mittels des OverDrive in drei Geschwindigkeiten beschleunigen. Die „Augenschonmodus“ genannte Bildvoreinstellung soll die Augen beim Lesen von Texten entlasten, indem sie Blauanteile der Hintergrundbeleuchtung reduziert und somit eine papierähnliche Bilddarstellung verspricht. Ein kleiner Augenschmaus ist das Design des Monitors. Es ist nicht nur ergonomisch durchdacht – das Display lässt sich neigen, schwenken und in der Höhe verstellen – sondern komplett in Anthrazit mit seinem dreibeinigen Fuß und dem sehr schmalen Rahmen auch ausgesprochen formschön. Das Display kostet 950 Euro (OVP), wird aber bereits für 750 Euro gehandelt.

Inbetriebnahme

Der Zusammenbau eines Displays mit gewölbtem Panel sollte mit etwas Demut durchgeführt werden, da mit zu viel Druck an der falschen Stelle schnell etwas irreversibel zerstört werden kann. Akademische Weihen braucht man aber nicht. Über das OSD lassen mittels des an der rechten Rückseite des Displays angebrachten Joysticks verschieden Bildparameter anpassen. Für die schnelle Orientierung bietet Samsung die Modi Standard, Kino und Optimalkontrast an. Einzelne Parameter wie Gamma und Farbtemperatur lassen sich individuell anpassen, sind aber mit nichtssagenden Begriffen wie 1, 2, 3 (Gamma) oder warm, normal, kalt (Farbtemperatur) bezeichnet. Konkrete Angaben wie 1,8, 2,2 oder 2,6 resp. 5000K, 5800K oder 6500K wären hilfreicher. Die Primärfarben lassen sich anpassen, passende Messmittel einmal vorausgesetzt. Die Standardauflösung von 3440 x 1440 Pixel wird mit drei Timings angeboten, 50 Hz (HDMI), 60 Hz (USB-C) und über Displayport sogar bis 100 Hz. Über HDMI werden 480p, 720p und 1080p angeboten, jeweils aber nur mit 60 Hz, nicht mit 50 Hz.

Test

Der Bildschirm kommt mit drei halbwegs brauchbaren Voreinstellungen (Standard, Kino, Optimalkontrast). Irritierend ist, dass „Optimalkontrast“ den geringsten Kontrastumfang aller drei Presets aufweist (2907:1), während „Kino“ 18.946:1 bietet. Hier ist er mit 286 Cd/qm sehr hell ausgeleuchtet – obwohl das Preset eigentlich für dunkle Umgebungen konzipiert ist – und erreicht einen Schwarzwert von nur 0,02 Cd/qm. Allerdings ist das große Display nicht sonderlich homogen ausgeleuchtet und kommt auf Helligkeitsschwankungen von bis zu 36 Prozent! und diese Schwankungen sind mit bloßem Auge sichtbar.

Farbraumabdeckung
Vergrößern Farbraumabdeckung

Wie bereits erwähnt, lässt sich die Reaktionszeit der Flüssigkristalle im Panel anpassen. Der OverDrive kennt drei Stufen: Standard, Schneller und Schnellstens. Damit kommt das Panel auf Schaltzeiten beim Wechsel von Schwarz auf Weiß und zurück von 19,4/18,2/16,4 ms. Das sind zwar für VA-Panel akzeptable Schaltzeiten, doch im Vergleich zu TN-Panels sind sie eher indiskutabel (1-3 ms).

Die Energieaufnahme des C34H890 ist aufgrund der aus weißen LEDs bestehenden Hintergrundbeleuchtung recht sparsam. Bei maximaler Helligkeit beträgt sie 51,7 Watt, bei praxisrelevanten 120 cd/qm sind es nur noch 34,8 Watt, im Standby 0,0 Watt und ausgeschaltet ebenfalls 0,0 Watt.

Fazit

Edle Materialien, schickes Design, gute Verarbeitung sowie sinnvolle Schnittstellen machen den C34H890 zu einem echten Hingucker. Dank USB-C ist er vor allem für Besitzer aktueller mobiler Macs eine interessante Option, da Apples Thunderbolt Display technisch obsolet ist. Professionelle Anwender werden neben der großen Bilddiagonale auch die matte Displayoberfläche schätzen. Wermutstropfen ist der auf sRGB beschränkte Farbraum sowie die recht inhomogene Helligkeitsverteilung.

Samsung C34H890

Breitbild-Bildschirm für anspruchsvolle Anwender

Preis:

€ 950 (OVP), € 750 (Straße)

Note:

1,6 gut

Leistung (60 %)

1,6

Ausstattung (20 %)

2,2

Handhabung (10 %)

1,0

Ergonomie/Verbrauch (10 %)

1,4

Vorzüge:

Sehr kontraststark, sinnvolle Anschlüsse

Nachteile:

Farbraum nur sRGB, recht inhomogen

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2325466