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Test: Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition - Raytracing für die breite Masse?

14.01.2019 | 12:37 Uhr |

Mit einem Preis von 369 Euro handelt es sich bei der RTX 2060 um die bisher günstigste Grafikkarte auf Basis der aktuellen Turing-GPUs. Wie sich die Grafikkarte im Vergleich auch mit der Vorgeneration schlägt, erfahren Sie im Test.

Die neue Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition ist mit 369 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) zwar günstiger als die anderen RTX-Modelle, aber im Vergleich mit der Preisgestaltung vor einigen Jahren doch etwas höher angesetzt. Denn die GTX 1060 kostete zum Start im Juli 2016 beispielsweise nur 279 Euro! Aber im Test wird schnell deutlich, warum das so ist. Denn die 2060 liegt in etwa auf dem Niveau einer GTX 1070 Ti, die online etwa 380 Euro kostet!

TEST-FAZIT: Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition

Die Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition bietet jede Menge Leistung fürs Geld und beschleunigt alle aktuellen Spiele in 1080p und 1440p in konstant hohen Bildraten. Außerdem mit an Bord sind neue und wirklich innovative Techniken wie die Deep-Learning-Kantenglättung DLSS oder eben Raytracing.

Klar ist die 2060 deutich teurer als der direkte Vorgänger 1060 und auch der Stromverbrauch ist gestiegen. Doch rein aus Performance-Sicht muss man dieses Modell eher mit einer 1070 und 1070 Ti vergleichen. Und dank der nun gegebenen Unterstützung von Adaptive Sync haben wir keine Bedenken, der Grafikkarte eine klare Empfehlung auszusprechen.

Pro:

+ Hohe Spieleleistung

+ innovative Techniken inklusive

+ hochwertige Founders-Edition-Kühlung

Contra:

- teurer als damals die GTX 1060

- Stromverbrauch gestiegen

Die Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition erhält den PC-WELT-Award "Empfehlung der Redaktion".
Vergrößern Die Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition erhält den PC-WELT-Award "Empfehlung der Redaktion".

Technische Daten der Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition

Die Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition nutzt eine GPU auf Basis der Turing-Architektur mit der Bezeichnung TU106, die auch schon bei der RTX 2070 zum Einsatz kam - natürlich in einer etwas abgespeckteren Variante mit weniger Cuda-Shader-Einheiten. Von letzteren hat die RTX 2060 aber tatsächlich über 30 Prozent mehr als noch die GTX 1060 (siehe Tabelle weiter unten). Mit von der Partie sind auch die neuen Tensor- und RT-Cores, die man unter anderem auch fürs Raytracing braucht. Der Grafikprozessor selbst arbeitet in der Founders Edition mit bis zu 1680 MHz.

Zum Test der Nvidia Geforce GTX 1060

Zum Test der Geforce RTX 2070

Grafikkarten: Technische Daten im Vergleich

Nvidia Founders Edition:

RTX 2060

GTX 1060

GTX 1070 Ti

GTX 1070

RTX 2070

Architektur

Turing

Pascal

Pascal

Pascal

Turing

Fertigung

12nm FinFET

16nm FinFET

16nm FinFET

16nm FinFET

12nm FinFET

GPU

TU106

GP106

GP104

GP104

TU106

Basistakt

1365 MHz

1506 MHz

1607 MHz

1506 MHz

1410 MHz

Boosttakt

1680 MHz

1709 MHz

1683 MHz

1683 MHz

1620 MHz

Shader

1920

1280

2432

1920

2304

TMUs

120

80

152

120

144

ROPs

48

48

64

64

64

RT-Kerne

30

keine

keine

keine

36

Tensor-Kerne

240

keine

keine

keine

288

SP-Leistung

6,5 TFlops

4,4 Tflops

8,2 TFlops

6,5 TFlops

7,9 TFlops

Speicher

6 GB GDDR6

6 GB GDDR5

8 GB GDDR5

8 GB GDDR5

8 GB GDDR6

Anbindung

256 Bit

192 Bit

256 Bit

256 Bit

256 Bit

Speichertakt

1750 MHz

2002 MHz

2002 MHz

2002 MHz

1750 MHz

Bandbreite

336 GB/s

192 GB/s

256 GB/s

256 GB/s

448 GB/s

TDP

160 Watt

120 Watt

180 Watt

150 Watt

175 Watt

Marktstart

15.01.2019

19.07.2016

02.11.2017

10.06.2016

17.10.2018

Preis

369 Euro

190 Euro

379 Euro

300 Euro

499 Euro

Hinzu kommt ein neuer Grafikspeichertyp in Form von GDDR6, die Kapazität bleibt mit sechs Gigabyte jedoch gleich. Für manche Spiele in 1440p könnte das aber doch recht knapp werden. Nvidia ist sich dessen natürlich bewusst, betont allerdings, dass aktuell eine höhere Speicherbandbreite für den Großteil der Games (noch) wichtiger sei. Und die ist mit stolzen 336 Gigabyte pro Sekunde auch vorhanden.

Die technischen Daten der Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition.
Vergrößern Die technischen Daten der Nvidia Geforce RTX 2060 Founders Edition.

Mehr Details zur Turing-Architektur erhalten Sie in unserem Test der RTX 2080 Ti.

Das Design der Kühlung entspricht weitestgehend den größeren Modellen.
Vergrößern Das Design der Kühlung entspricht weitestgehend den größeren Modellen.
© Nvidia

Höherer Strombedarf und kein SLI

Zur Grafikkarte selbst: Die Founders Edition entspricht in Sachen Design den größeren Modellen und kommt beispielsweise auch mit zwei Lüftern und einer Aluminium-Backplate daher. Schraubt man die Backplate jedoch ab fällt auf, dass die Platine (PCB) deutlich kürzer ausfällt als die eigentliche Kühlung. Die 2060 muss über einen einzelnen, 8-poligen Stromanschluss mit extra Energie versorgt werden, denn die TDP liegt bei 160 Watt.

Nimmt man das Backplate (links oben) ab dann wird deutlich, dass das PCB der 2060 eigentlich kürzer ist.
Vergrößern Nimmt man das Backplate (links oben) ab dann wird deutlich, dass das PCB der 2060 eigentlich kürzer ist.
© Nvidia

Bei den Anschlüssen gibt es eine kleine Überraschung: Neben Displayport, HDMI und dem VirtualLink für VR-Headsets (USB Typ-C) gibt es auch wieder einen DVI-Stecker. Kleiner Wemutstropfen: Die 2060 besitzt keinen SLI-Anschluss. Der Multi-GPU-Betrieb ist in der RTX-2000-Serie nur der 2080 (Ti) vorbehalten.

Neu: Unterstützung von Adaptive Sync

Etwas überraschend für den Endverbraucher ist die Ankündigung, mit einem neuen Treiber (ab 15. Januar 2019) nun auch den offenen VESA-Standard Adaptive Sync zu unterstützen, sozusagen den Grundbaustein von AMDs Freesync. Hierbei erfolgt (ähnlich wie eben bei G-Sync) eine Synchronisation der Bildausgabe auf dem Monitor mit der GPU, um ein flüssigeres, besseres Bild ohne Tearings und Ruckler zu ermöglichen.

Flüssigeres Bild dank AMD Freesync und Nvidia G-Sync

Das bedeutet jedoch nicht, dass automatisch alle Freesync-Monitore problemlos unterstützt werden. Nvidia hat über 400 dieser Monitore getestet und nur 12 davon mit einem neuen Standard namens "G-Sync Compatible" zertifiziert. Bei allen anderen Modellen lässt sich G-Sync zwar auch manuell über den Treiber aktivieren, aber hier sind Darstellungsfehler nicht ausgeschlossen.

Das sind die aktuellen Freesync-Monitore die reibungslos mit G-Sync funktionieren. Weitere sollen folgen.
Vergrößern Das sind die aktuellen Freesync-Monitore die reibungslos mit G-Sync funktionieren. Weitere sollen folgen.
© Nvidia

Neben dem neuen Label "G-Sync Compatible" wird es noch zwei weitere neue Zertifikate geben: "G-Sync Ultimate" steht für die quasi handverlesenen High-End-Modelle, die mit qualitativ hochwertigen Panels und Oberklasse-Funktionalitäten aufwarten können. Das zweite Zertifikat heißt einfach nur "G-Sync" und steht für Monitore, die den tatsächlichen Hardware-Scaler für die Bildsynchronisation von Nvidia verbaut haben.

Testergebnisse: Auf den Fersen einer GTX 1070 Ti

In unseren Spiele-Tests in Full- und Ultra-HD wird deutlich: Rein von den Bildraten her lässt sich die RTX 2060 am ehesten mit einer GTX 1070 Ti vergleichen, die zum aktuellen Zeitpunkt sogar noch etwas teurer ist.

Vergleich der durchschnittlichen Bildraten in Full-HD.
Vergrößern Vergleich der durchschnittlichen Bildraten in Full-HD.
Vergleich der durchschnittlichen Bildraten in Ultra-HD.
Vergrößern Vergleich der durchschnittlichen Bildraten in Ultra-HD.

Natürlich haben wir auch die Raytracing-Leistung in Spielen getestet. Aktuell ist Battlefield 5 das einzig verfügbare Spiel, das diese Grafiktechnik unterstützt. Wenig überraschend kostet das hübsche Feature einiges an Bilder pro Sekunde, bei unseren Messungen (in Full-HD) sind es fast 50 Prozent weniger Frames, wenn man sich für die "Ultra"-Einstellung der Reflexionen entscheidet.

Vergleich der Raytracing-Leistung in Form der durchschnittlichen Bildrate in Battlefield 5 .
Vergrößern Vergleich der Raytracing-Leistung in Form der durchschnittlichen Bildrate in Battlefield 5 .

Auch bei den Computing- und Synthetik-Tests tritt die RTX 2060 eher in die Fußstapfen einer 1070 Ti. Bei letzteren Benchmarks ist nun übrigens auch der brandneue Raytracing-Test "Port Royale" von 3D Mark aufgeführt, der mit verschiedenen Szenarien die Leistungsfähigkeit prüft.

Vergleich der Ergebnisse aus verschiedenen Computing-Tests.
Vergrößern Vergleich der Ergebnisse aus verschiedenen Computing-Tests.
Vergleich der Ergebnisse aus verschiedenen Synthetik-Tests.
Vergrößern Vergleich der Ergebnisse aus verschiedenen Synthetik-Tests.

In Sachen DLSS hält Nvidia nach wie vor seine Versprechen: Die von Deep Learning unterstützte Kantenglättungstechnik sorgt für ähnlich hübsche Ergebnisse wie TAA, ohne dabei die Bildrate so stark zu beeinflussen.

Vergleich der Bildraten mit verschiedenen Kantenglättungstechniken (TAA und DLSS).
Vergrößern Vergleich der Bildraten mit verschiedenen Kantenglättungstechniken (TAA und DLSS).

Umwelt-Eigenschaften: Gestiegene Leistungsaufnahme

Die viele Leistung hat ihren Preis, denn die 2060 verbraucht deutlich mehr Energie als noch die 1060. Die GPU-Temperaturen sind unter Last gerade noch in Ordnung.

Vergleich der GPU-Betriebstemperaturen von Grafikkarten.
Vergrößern Vergleich der GPU-Betriebstemperaturen von Grafikkarten.
Vergleich des Stromverbrauchs von Grafikkarten.
Vergrößern Vergleich des Stromverbrauchs von Grafikkarten.

So testet PC-WELT Grafikkarten

Wir testen alle Grafikkarten unter gleichen Bedingungen, um faire, transparente und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Welche Hardware und Software wir für unsere Tests benutzen, und wie die Gesamtwertung am Ende zustande kommt, erfahren Sie im folgenden Artikel: Wie PC-WELT Grafikkarten testet

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