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Test: Intel Core i3-7350K - Dual-Core-CPU mit 4,2 GHz

25.04.2017 | 16:26 Uhr |

Der erste i3 mit freiem Multiplikator kostet rund 185 Euro. Was die CPU in der Praxis leistet und wie viel Leistungsplus das Übertakten bringt, lesen Sie im Test.

Intel-Prozessoren mit einem X oder einem K in der Modellbezeichnung lassen sich mit dem passenden Mainboard-Chipsatz einfacher Übertakten: Denn bei diesen Varianten genügt es im Prinzip, den Multiplikator anzuheben, der den eigentlichen Systemtakt multipliziert. Durch diese Erhöhung steigt die Taktfrequenz und das Ergebnis ist eine höhere Leistungsfähigkeit. Übrigens: Bei den neuen Ryzen-CPUs von AMD sind alle Multiplikatoren entsperrt, egal ob es sich um den Highend-Chip oder eine günstigere Variante handelt.

Der Intel Core i3-7350K ist dabei die erste CPU, die der eigentlichen i3-Einsteiger-Serie entstammt und sich simpler übertakten lässt. Aktuell ist der Prozessor für rund 185 Euro zu haben.

TEST-FAZIT: Intel Core i3-7350K

Der Intel Core i3-7350K ist wohl einer der schnellsten Zwei-Kern-Prozessoren, die es aktuell auf dem Markt gibt. Die hohe Taktrate von 4,2 GHz macht sich vor allem in Spielen durchaus durchweg positiv bemerkbar: Gaming in Ultra-HD (mit einer entsprechend starken Grafikkarte) ist problemlos möglich. Hinzu kommt der freie Multiplikator für simpleres Übertakten, was ein echtes Novum in der Core-i3-Serie ist. Wenig überraschend ist die Tatsache, dass sich der Stromverbrauch in angenehmen Grenzen hält.

Wenn es allerdings um die Mehrkern-Leistung geht, wie es beim Rendering oder anderen Multimedia-Aufgaben der Fall ist, dann ist der 7350K deutlich überfordert.

Der größte Kritikpunkt ist der Preis von rund 185 Euro. Selbst für eine übertaktbare Dual-Core-CPU ist das viel zu hoch gegriffen. Denn zwei Rechenkerne und vier Threads sind für heutige Verhältnisse nicht mehr zeitgemäß und schon gar nicht zukunftssicher. Eher zu empfehlen wäre der Intel Core i5-7500 mit vier Kernen, der nur 15 Euro teurer ist, aber keinen freien Multiplikator mitbringt. Alternativ ist der rund 205 Euro teure AMD Ryzen 5 1500X mit vier Kernen und acht Threads ebenfalls zu empfehlen - und dessen Multiplikator ist ebenfalls entsperrt.

+ starke Leistung in Spielen

+ freier Multiplikator

+ geringer Stromverbrauch

- zwei Kerne nicht mehr zeitgemäß

- magere Multi-Core-Leistung

Hinweis:  Die technischen Daten und Testergebnisse haben wir am Ende dieses Artikels in übersichtlichen Tabellen abgebildet.

Technische Daten des Intel Core i3-7350K

Bereits ab Werk verfügt der i3-7350K über eine recht hohe Taktfrequenz von 4,2 GHz, auf die automatische Übertaktungs-Technik Turbo Boost muss der Chip aber verzichten. Er arbeitet mit zwei physikalischen Rechenkernen, Intels Hyperthreading-Technik lässt die CPU aber parallel vier Threads abarbeiten. Der für die Rechenkern-Kommunikation so wichtige Level-3-Cache beläuft sich auf vier Megabyte. Aufgrund der hohen Taktrate beläuft sich die TDP (maximale Verlustleistung) auf 60 Watt.

Die Spezifikationen des Intel Core i3-7350K im Überblick.
Vergrößern Die Spezifikationen des Intel Core i3-7350K im Überblick.

Der 7350K unterstützt nativ bis zu DDR4-2400- und DDR3L-1600-Arbeitsspeicher, die er im Dual-Channel-Modus ansteuern kann. Eine integrierte Grafik in Form der Intel HD Graphics 630 ist ebenfalls mit an Bord und erlaubt unter anderem die Darstellung von 4K-Inhalten in 60 Hertz und unterstützt DirectX 12 sowie OpenGL 4.4.

Technische Daten von Desktop-Prozessoren im Vergleich

Intel Core i3-7350K

AMD Ryzen 5 1500X

Intel Core i5-7500

Codename

Kaby Lake

Summit Ridge

Kaby Lake

Anzahl Kerne / Threads

2 / 4

4 / 8

4 / 4

Basis- / Boost-Takt

4,2 GHz

3,5 / 3,7 GHz

3,4 / 3,8 GHz

Level-3-Cache

4 MB

16 MB

6 MB

Fertigungsprozess

14 Nanometer FinFET

Sockel

FCLGA1151

AM4

FCLGA1151

TDP (maximale Verlustleistung)

60 Watt

65 Watt

65 Watt

freier Multiplikator

ja

ja

nein

Straßenpreis

185 Euro

205 Euro

200 Euro

Mehr Infos zur Kaby-Lake-Architektur

Wie sich unschwer erkennen lässt, entstammt der 7350K der mittlerweile siebten Core-Generation von Intel mit dem Codenamen „Kaby Lake“. Die Fertigung erfolgt im 14-Nanometer-FinFET-Verfahren, was bereits für eine gewisse Energieeffizienz spricht. Welche Neuerungen tatsächlich unter der Haube stecken erfahren Sie in unserem Artikel „Kaby Lake: Die siebte Intel-Core-CPU-Generation im Test“.

So testet PC-WELT Desktop-Prozessoren

Wir testen alle CPUs unter gleichen Bedingungen, um faire, transparente und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Welche Hardware und Software wir für unsere Tests benutzen, und wie die Gesamtwertung am Ende zustande kommt, erfahren Sie in folgendem Artikel:   Wie PC-WELT Desktop-Prozessoren testet  

Intel Core i3-7350K in Spielen

Im Vergleich: Die Leistung in Spielen.
Vergrößern Im Vergleich: Die Leistung in Spielen.

Aufgrund des hohen Takts von 4,2 GHz eignet sich die CPU durchaus fürs Spielen von anspruchsvollen Titeln: Beispielsweise läuft Rise of the Tomb Raider in Full-HD mit durchschnittlich über 146 Bildern pro Sekunde! Gepaart mit einer starken Grafikkarte ist sogar eine flüssige Darstellung in Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel) möglich. So erreicht der Prozessor in Kombination mit einer Nvidia Geforce GTX 1080 Founders Edition satte 50 Bilder pro Sekunde. Hier wird tatsächlich deutlich, dass Spiele bisher stark von hohen Taktraten profitieren.

Im Test: AMD Ryzen 5 1500X gegen Intel Core i5-7500

Synthetik- und Computing-Tests

Im Vergleich: Die Synthetik- und Computing-Leistung.
Vergrößern Im Vergleich: Die Synthetik- und Computing-Leistung.

In den Synthetik- und Computing-Tests machen sich die fehlenden Kerne dann doch bemerkbar. In Cinebench R15 beträgt die Multi-Core-Wertung magere 447 Punkte. Zum Vergleich: Der Vierkerner Intel Core i5-7500 kommt im gleichen Test auf 597 Punkte und ist nur rund 15 Euro teurer! Auch bei den restlichen Tests, wo es auf rohe CPU-Leistung ankommt, bekleckert sich der 7350K nicht mit Ruhm.

Die Ergebnisse in Cinebench R15, gemessen mit den Standard-Taktfrequenzen des 7350K.
Vergrößern Die Ergebnisse in Cinebench R15, gemessen mit den Standard-Taktfrequenzen des 7350K.

Intel Core i3-7350K übertaktet

Natürlich haben wir den Intel Core i3-7350K übertaktet. Wir schafften es im Test auf satte und stabile 5 GHz mit einer geschlossenen Flüssigkühlung! In Cinebench R15 sorgt diese Übertaktung im Single-Core-Test für 205 Punkte (vorher 120), womit sogar ein i7-7700K übertroffen wird! Auch das Multi-Core-Ergebnis verbessert sich von 447 auf 522 Punkte. Auch im Fire Strike von 3D Mark steigt die Punktzahl deutlich von 12620 auf 13974.

In unseren Tests konnten wir den i3-7350K stabil von 4,2 auf 5 GHz übertakten.
Vergrößern In unseren Tests konnten wir den i3-7350K stabil von 4,2 auf 5 GHz übertakten.

Entscheidender ist natürlich die Frage, inwieweit sich die Übertaktung auf die Bildraten in Spielen auswirkt. Tatsächlich messen wir allerdings kaum Unterschiede, die sich in typische Messungenauigkeiten einordnen lassen.

Die Übertaktung macht sich vor allem positiv auf die Single-Core-Leistung bemerkbar.
Vergrößern Die Übertaktung macht sich vor allem positiv auf die Single-Core-Leistung bemerkbar.

CPU übertakten für mehr Leistung

Stromverbrauch und Temperaturen

Im Vergleich: Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform.
Vergrößern Im Vergleich: Die Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform.
Im Vergleich: Die Betriebstemperaturen der wassergekühlten CPUs.
Vergrößern Im Vergleich: Die Betriebstemperaturen der wassergekühlten CPUs.

Der Stromverbrauch unserer Testplattform beläuft sich in Spielen auf maximal 242 Watt - das ist für die gezeigte Leistung sogar noch recht zurückhaltend. Die Betriebstemperatur testen wir mit einer geschlossenen Wasserkühlung (siehe Test-Hardware weiter oben im Kasten). Deshalb beläuft sich die Maximaltemperatur auf nur 46 Grad Celsius.

Intel Core i3-7350K

Testkategorien 100%

Anwendung

Ergebnisse

Durchschnittliche Punktzahl

Gesamtpunkte

Spieleleistung 60 %

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

146

83

948

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

53

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

123

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

50

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

73

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

55

Benchmarks 40 %

3D Mark: Fire Strike (Gesamtpunktzahl)

12.620

2.245

Cinebench: Alle Kerne (Punkte)

447

Cinebench: Einzelkern (Punkte)

120

SiSoftware Sandra 2016: Arithmetik (GOPS)

70,88

SiSoftware Sandra 2016: Multimedia (MPIX/s)

206,90

SiSoftware Sandra 2016: Kryptographie (GB/s)

5,19

Aufwertung/Abwertung

keine

Straßenpreis vom 24.04.2017

185 Euro

Spieleleistung in durchschnittlichen Bilder pro Sekunde

Intel Core i3-7350K

AMD Ryzen 5 1500X

Intel Core i5-7500

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

146

118

128

Rise of the Tomb Raider: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

53

53

51

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

123

95

95

Witcher 3 - Wild Hunt: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

50

42

37

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 1920 x 1080 Pixel

73

76

95

GTA 5: Durchschnittliche Bildrate in 3480 x 2160 Pixel

55

50

57

Synthetik- und Computing-Leistung

Intel Core i3-7350K

AMD Ryzen 5 1500X

Intel Core i5-7500

3D Mark: Fire Strike (Gesamtpunktzahl)

12.620

15.415

15.170

Cinebench: Alle Kerne (Punkte)

447

815

597

Cinebench: Einzelkern (Punkte)

120

153

158

SiSoftware Sandra 2016: Arithmetik (GOPS)

70,88

113,00

86,73

SiSoftware Sandra 2016: Multimedia (MPIX/s)

206,90

221,50

257,00

SiSoftware Sandra 2016: Kryptographie (GB/s)

5,19

11,66

8,47

Leistungsaufnahme

Intel Core i3-7350K

AMD Ryzen 5 1500X

Intel Core i5-7500

Leistungsaufnahme Testplattform: Last in Watt

242

259

253

Leistungsaufnahme Testplattform: Leerlauf in Watt

39

43

41

Betriebstemperaturen

Intel Core i3-7350K

AMD Ryzen 5 1500X

Intel Core i5-7500

Temperatur: Last in Grad Celsius

46

66

47

Temperatur: Leerlauf in Grad Celsius

27

28

26

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