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Test: Die Fritzbox 7590 auf dem Prüfstand

30.08.2017 | 10:41 Uhr |

Die Fritzbox 7590 wirbt mit noch mehr Tempo und vielen Extras. Wir haben uns den Router angesehen und verraten, was er wirklich kann.

Die neue Fritzbox sieht aus wie eine Mischung aus der flachen Fritzbox 7490 – Anschlüsse und LEDs sind ähnlich angeordnet – und der aufrecht stehenden Fritzbox 7580, von dem sich die Fritzbox 7590 die weiß-rote Farbgestaltung borgt. Die mitgelieferte Wandhalterung für die 7590 hat die gleichen Maße wie bei der Fritzbox 7490.

Die Ausstattung gleicht weitgehend der Fritzbox 7580 (PC-WELT-Test) mit 11ac-WLAN, das vier Streams gleichzeitig übertragen kann und Multi-User-MIMO (MU-Mimo) unterstützt. Es lassen sich zwei analoge Telefone über a/b-Ports oder TAE anschließen, für ISDN-Geräte gibt es eine Buchse, die DECT-Basisstation bindet bis zu sechs Handgeräte an. Außerdem gibt es zwei USB-3.0-Anschlüsse am Gehäuse. Neben den vier LAN-Ports mit Gigabit-Tempo hat die neue Fritzbox wie die 7580, aber anders als die 7490, einen Gigabit-WAN-Port für den Anschluss an ein vorhandenes DSL-, Kabel- oder Glasfasermodem. Das VDSL-Modem hat AVM aufgefrischt: Die 7590 unterstützt jetzt auch Supervectoring für kommende DSL-Anschlüsse mit bis zu 300 MBit/s. Am Gehäuse sitzen drei Knöpfe für WLAN, DECT und WPS.

Für die WLAN-Übertragung sorgt der Qualcomm-Chip QCA9984, der auch in der Fritzbox 7580 sitzt: Daher liegen die Transferraten im Test auf dem guten Niveau der aufrecht stehenden Fritzbox. Gegen ein 2x2-WLAN-Modul von Intel schafft die Fritzbox 7590 über die kurze Messdistanz von drei Metern 347 MBit/s, über 2,4 GHz sind es 92 MBit/s. Auch für größere WLANs ist die Fritzbox geeignet: Beim Test mit drei weiteren aktiven (MU-Mimo-)Clients, die eine Netzwerklast von rund 30 MBit/s erzeugen, sinkt das WLAN-Tempo nicht. Über die längere Messdistanz von rund 25 Metern ist die neue Fritzbox über 2,4 GHz mit 34 MBit/s rund 25 Prozent langsamer als die 7580, bei 5 GHz liegt sie mit 139 MBit/s nur ganz minimal hinter dem Vorgänger.

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Stark auf der längeren Distanz

Für Besitzer einer Fritzbox 7490 lohnt sich der Umstieg auf das neue Modell vor allem, wenn sie ein großes WLAN versorgen wollen: Über die längere Messdistanz überträgt die Fritzbox 7590 deutlich mehr Daten – sie ist 36 Prozent schneller über 5 GHz, sogar über 50 Prozent schneller bei 2,4 GHz. Auch im Nahbereich ist die neue Fritzbox schneller – aber nur ein bisschen.

Um die Fritzbox 7590 auszureizen, testen wir sie auch gegen einen PC mit der PCI-E-Steckkarte Asus PCE-AC88 – die derzeit einzige Gegenstelle, die wie der Router vier Datenströme gleichzeitig übertragen kann. Hier schafft die Fritzbox im Mittel über 420 MBit/s, bei sieben gleichzeitig aufgebauten Verbindungen kratzt sie mit 924 MBit/s an der Gigabit-Grenze. Als echter NAS-Ersatz überzeugt auch die neue Fritzbox nicht wirklich: Sie ist zwar minimal schneller als die 7580, liegt aber immer noch deutlich hinter den schnellsten Routern in dieser Disziplin zurück. Zum Vergleich: Der Netgear R7800 überträgt Daten von einer angeschlossenen USB-SSD rund dreimal so schnell. Fürs Video-Streaming genügt das, umfangreiche Kopieraktionen oder das System-Backup ziehen sich dagegen: Hier ist ein echtes NAS-System besser geeignet, das rund fünfmal schneller arbeitet.

Am Stromverbrauch der Fritzbox 7590 hat AVM dagegen geschraubt: Vor allem bei aktiver WLAN-Übertragung arbeitet die neue Fritzbox sparsamer als der Vorgänger 7580 und zieht im Test 13,6 Watt. Im Ruhemodus geht der Energiebedarf auf 8,6 Watt herunter.

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Mit der getesteten Labor-Firmware Fritz-OS 6.88 ändert sich das Erscheinungsbild des Routermenüs etwas: Es gibt eine neue grafische Heimnetzübersicht, die die Verbindungsart anzeigt (WLAN, LAN, DECT, Powerline), und ein neues Symbol für die sogenannte Mesh- Fähigkeit: Damit bezeichnet AVM eigene Geräte, die sich zentral über die Fritzbox steuern lassen – zum Beispiel können Sie am Router ein Firmware-Update für einen Fritz-Repeater auslösen. Mit dem neuen Schlagwort „Mesh“ reagiert AVM vor allem auf WLAN-Systeme wie Netgear Orbi, Google Wifi oder Devolo Gigagate, die über die Verbindung von WLAN-Basisstation und mehreren Satelliten eine höhere Reichweite für das Funknetz versprechen.

AVM setzt dagegen auf die Kombination aus Fritzbox, Fritz-Repeater und Fritz-Powerline.

Fazit: Die Fritzbox 7590 bietet die gewohnt üppige Ausstattung und einfache Bedienung, die auch die Vorgänger auszeichnet. Das WLAN-Tempo ist sehr ordentlich, die Transferraten am USB-Anschluss nur durchschnittlich. Wem regelmäßige Firmware-Updates mit neuen Funktionen wichtig sind, hat ohnehin keine Alternative zur Fritzbox. Besitzer einer 7490 können über einen Umstieg nachdenken, wer die 7580 hat, kann dabei bleiben.

Testergebnis: Fritzbox 7590

Hersteller: AVM

Pro

Contra

VDSL-Modem für Supervectoring

hochpreisig

DECT-Basis, ISDN-Anschluss

-

hohes WLAN-Tempo

-

Testergebnis

Gewichtung

Note

Tempo

30%

1,81

Sicherheit

25%

1,60

Ausstattung

15%

1,47

Handhabung

15%

1,33

Umwelt und Gesundheit

10%

3,61

Service

5%

1,00

Fazit

Testnote

gut (1,78)

Preisurteil

teuer

Preis (UVP Hersteller)

269 Euro

Die Themen in Tech-up Weekly #92: +++ AMD Radeon Vega FE: Bisher lahmer als der Vorgänger +++ USA: Zwei Fidget Spinner sind explodiert +++ Internetanschluss zu langsam? So wehren Sie sich +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche: London: Drohne bringt Flugverkehr zum Erliegen

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