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Test: Dell XPS 15 (9575)

03.07.2018 | 13:34 Uhr |

Intel-CPU mit AMD-GPU: Im Dell XPS 15 werden alte Feinde zu neuen Freunden. Ob daraus etwas Wunderbares wird, klärt der Test.

Das Dell XPS 15 ist das Ergebnis einer unerwarteten Zusammenarbeit: Im Convertible steckt der Core i5-8305G. Dieser Prozessor vereint eine CPU von Intel und eine Grafikeinheit von AMD. Damit soll das Dell XPS 15 locker spieltaugliche 3D-Leistung bringen, ist aber trotzdem deutlich dünner und leichter als ein Gaming-Notebook.

TEST-FAZIT: Dell XPS 15 (9575)

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Dell XPS 15 (9575)

Testnote

Gut ( 2,00)

Preis-Leistung

noch preiswert

Geschwindigkeit (20 %)

1,11

Ausstattung (20 %)

3,09

Bildschirm (20 %)

2,59

Mobilität (20 %)

2,30

Tastatur (10 %)

2,30

Umwelt und Gesundheit (5 %)

1,75

Service (5 %)

3,32

Das Dell-Convertible bietet eine gut balancierte Mischung aus Spielfähigkeit, schickem Design und Mobilität - und ist deutlich günstiger als das Surface Book 2 15, das ähnliche Qualifikationen vorweisen kann.

Pro

+ 3D-Leistung spieletauglich

+ gute Akkulaufzeit

+ Thunderbolt 3

Contra

- lauter Lüfter beim Spielen

- gewöhungsbedürftige Tastatur

- keine Standard-USB-Buchsen

Die AMD-Grafik nennt sich Radeon RX Vega M GL: Sie verfügt über 20 Compute Units mit 1280 Shader-Rechenkernen. Der Grafikspeicher ist 4 GB groß und besteht aus gestapeltem HBM2-Speicher. Im Spieletest schlägt sich die Intel-AMD-Kombination sehr gut: In der maximalen Displayauflösung des XPS von 1920 x 1080 Pixel erreicht sie in Rise of the Tomb Raider 44 Bilder pro Sekunde in hoher Detailstufe. Mit sehr hohen Details sind 36 Bilder pro Sekunde drin.

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Damit liegt die Radeon-GPU hinter einer Geforce GTX 1050TI, aber etwas besser als eine GTX 1050. Genauso ordnet sich der Radeon RX Vega auch im synthetischen 3D Mark ein: Im Test Fire Strike liegt die GPU-Leistung des XPS 15 zum Beispiel rund acht Prozent unter der GTX 1050 Ti, aber 20 Prozent über einer GTX 1050.

Kaby-Lake-CPU plus Vega-GPU

Der CPU-Teil des Core i5-8305G entstammt der aktuellen Kaby-Lake-R-Familie von Intel, ist also ein Quad-Core plus Hyperthreading. Dementsprechend liegt er im System-Benchmark PC Mark 10 auf dem Niveau eines Dell XPS 13 mit Core i5-8250. Bei Anwendungen, die von einer leistungsstarken GPU profitieren, wie Bildbearbeitung und Rendering, liegt es aber vor den Konkurrenten, die nur auf die Grafikeinheit der Intel-CUP setzen. Ähnlich sieht der Vergleich mit Notebooks aus, die einen Vierkerner der siebten Core-Generation nutzen wie dem Dell Inspiron 7000 Gaming: Nur beim Gaming ist dieser Laptop aufgrund der besseren Geforce 1050 Ti etwas schneller.

Als Convertible lässt sich das XPS 15 auch zum Tablet falten.
Vergrößern Als Convertible lässt sich das XPS 15 auch zum Tablet falten.
© Dell

Die Kühlung des Prozessors hat das Dell XPS 15 gut im Griff - solange Sie sich auf Anwendungen beschränken, die die GPU nicht fordern: Im CPU-Test Cinebench kann der Core i5 seine maximale Turbo-Boost-Leistung viel länger halten als es bei anderen, ähnlich dünnen Notebooks der Fall ist. Das Lüftergeräusch ist mit rund 1 Sone nicht störend. Beim Spielen dreht der Lüfter dagegen deutlich auf, das XPS 15 erreicht dann die Lautstärke eines echten Gaming-Notebooks. Im Gaming-Einsatz erwärmt sich das Notebook schon nach kurzer Zeit oben an der Tastatur auf knapp 50 Grad, die Gehäuseunterseite bleibt mit knapp 48 Grad etwas kühler.

Display nur Full-HD

Die Bildschirmauflösung liegt bei 1920 x 1080 Pixel: Das passt optimal zur 3D-Leistung der GPU, ist aber für die Displaygröße von 15,6 Zoll und den Notebook-Preis von 1800 Euro niedrig. Nur die deutlich teureren Varianten des XPS 15 ab 2500 Euro haben ein Display mit 4K-Aufllösung. Die Bildqualität überzeugt dagegen: Die Helligkeit liegt bei rund 380 cd/qm, der Kontrast bei einem sehr guten Wert von 1290:1. Die Farbdarstellung ist angenehm nuanciert und natürlich. Der Bildschirm sitzt beim XPS 15 in einem sehr schmalen Rahmen, der nur unten etwas breiter ist: Dort sitzt deshalb mittig auch die Front-Kamera.

Die Balance zwischen Leistung, Akkulaufzeit und Gewicht bekommt das XPS 15 sehr gut hin: Es hält im WLAN-Test knapp elf Stunden durch - fast so lange wie der 13-Zöller Dell XPS 13 ohne leistungsstarke Grafik und etwas länger als das Surface Book 2 15 von Microsoft, das ungefähr so viel wiegt wie das XPS 15 mit 1976 Gramm. Die Akkulaufzeit ist deutlich besser als bei den meisten Spiele-Notebooks. Und gegenüber ausdauernden Gaming-Laptops wie dem Dell Inspiron 15 7000, das knapp über 11 Stunden Akkulaufzeit vorweisen kann, hat das XPS 15 einen Gewichtsvorteil von rund 800 Gramm.

Alles läuft über Typ-C

Das Dell-Notebook sitzt in einem eleganten und relativ dünnen Gehäuse mit knapp unter 2 Zentimeter Bauhöhe. Dafür müssen Sie aber mit zwei wesentlichen Einschränkungen leben: Zum einen verzichtet das XPS 15 auf Standard-Schnittstellen mit größeren Buchsen wie USB und HDMI. Der Anschluss der Wahl ist Typ-C: Rechts sitzen zwei USB-Typ-C-Anschlüsse, links zwei Typ-C-Buchsen mit Thunderbolt 3, die passende Peripherie mit USB-3.1-Tempo anschließen. Ein Adapterkabel auf USB-Typ-A legt Dell bei, für den Anschluss weiterer Peripherie wie etwa Monitor oder Netzwerkgeräte benötigen Sie zusätzliche Adapterkabel oder eine Typ-C-Docking-Station.

Zum anderen setzt Dell beim XPS 15 auf eine flache Magnet-Tastatur, die an das Butterfly-Keyboard des Apple Macbook Pro erinnert. Sie hat zwar einen deutlichen Druckpunkt, aber einen unangenehm flachen Tastenhub. Außerdem verursachen die Tasten ein deutlich hörbares Klickgeräusch, das beim Test für genervtes Stirnrunzeln der Kollegen am Nebentisch sorgte. Wie bei Apple gewöhnt man sich im besten Fall nach einiger Zeit an die veränderte Tastatur-Ergonomie. Das Touchpad überzeugt mit deutlichem Druck-Feedback bei Mausklicks, die Oberfläche wirkt etwas glatt, der Mauszeiger lässt sich aber präzise bewegen und positionieren.

DIE TECHNISCHEN DATEN

Dell XPS 15 (9575)

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i5-8305G (2,80 GHz, Turbo-Boost: 3,40 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

8003 MB (8192 MB), DDR4-2400

Grafikchip (Grafikspeicher)

AMD Radeon RX Vega M GL (4096 MB)

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

15.6 Zoll (39.6 Zentimeter), 1920 x 1080, spiegelnd

Akkukapazität

75 Wh

Festplatte

223,6 GB (nutzbar); SSDToshiba XG 5 (M.2, NVMe)

optisches Laufwerk

- (-)

Betriebssystem

Windows 10 Home (64 Bit)

LAN

nicht vorhanden

WLAN

802.11ac (2x2)

Bluetooth

Bluetooth 4.1

Schnittstellen Peripherie

1x Kartenleser (links, Micro-SD), 2x Typ-C mit Thunderbolt 3 (links), 2x Typ-C (rechts), 1x Fingersensor (im Einschaltknopf)

Schnittstellen Video

1x Webcam

Schnittstellen Audio

1x analoger Audioeingang/-ausgang (rechts)

GESCHWINDIGKEIT

Dell XPS 15 (9575) (Note: 1,11)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

107 Punkte (maximal 112)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

130 Punkte (maximal 130)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

100 Punkte (maximal 100)

Startzeit

15 Sekunden

BILDSCHIRM

Dell XPS 15 (9575) (Note: 2,59)

Größe

39,6 Zentimeter / 15,6 Zoll

Auflösung

1920 x 1080 Bildpunkte

Punktedichte Höchste Punktedichte im Test

141 dpi 276 dpi

Helligkeit

381 cd/m²

Helligkeitsverteilung

82 %

Kontrast

1232:1

Entspiegelung

gering

MOBILITÄT

Dell XPS 15 (9575) (Note: 2,30)

Akkulaufzeit

10:50 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil Leichtestes Notebook im Test

1976 / 448 Gramm
0,91 Kilogramm

UMWELT UND GESUNDHEIT

Dell XPS 15 (9575) (Note: 1,75)

Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last

0,1 / 2,0 Sone

Temperatur unter Last: Unterseite / Oberseite

47,8 / 49,2 Grad Celsius

ALLGEMEINE DATEN

Dell XPS 15 (9575)

Internetadresse von Dell

www.dell.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

1799 Euro / 1799 Euro

Technische Hotline

069/97927200

Garantiedauer

12 Monate

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