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Test: Asus Geforce RTX 2080 Dual OC - Grafikkarte mit großem Kühler

18.10.2018 | 11:20 Uhr |

Die Asus Geforce RTX 2080 Dual OC ist ab Werk bereits leicht übertaktet und besticht durch ein aufwändigen Kühldesign. Der Test klärt, wie viel Leistung Sie tatsächlich erwarten dürfen und wie das Performance-Plus im Vergleich zum Konkurrenzumfeld ausfällt.

Bei der Asus Geforce RTX 2080 Dual OC handelt es sich um eine aktuelle High-End-Grafikkarte aus der überaus leistungsfähigen Geforce-RTX-2000-Familie, allerdings mit einer hauseigenen, ausladenden Kühlung anstelle der Founders Edition (FE) von Nvidia. Ausladend ist auch der heftige Straßenpreis in Höhe von rund 859 Euro. 

TEST-FAZIT: Asus Geforce RTX 2080 Dual OC

Die Asus Geforce RTX 2080 Dual OC befindet sich in etwa auf dem Niveau einer Nvidia Geforce GTX 1080 Ti Founders Edition (nicht übertaktet), und in unseren Tests überholt das neue Modell das ehemalige Flaggschiff sogar meistens. Wer flüssig in Ultra-HD zocken will, der ist hier genau richtig. Nur der Stromverbrauch fällt leicht höher aus und die Kühlung von Asus könnte einen Ticken effektiver arbeiten.

Die wirklich innovativen Techniken wie DLSS oder Raytracing konnten wir allerdings nicht vernünftig testen, da es bisher noch kein Spiel gibt, die die Techniken an Bord haben - das ändert sich allerdings in naher Zukunft, beispielsweise mit Battlefield 5 im November 2018. Finale Aussagen über die tatsächliche Leistungsfähigkeit lassen sich also bisher noch nicht machen.

Doch nach wie vor gilt: Gut betuchte Gamer mit Drang zur stets besten Hardware dürfte der hohe Straßenpreis von knapp 860 Euro nicht abschrecken, dafür erhalten sie auch einer der aktuell schnellsten Grafikkarten. Pfennigfuchser oder etwas vernünftiger veranlagte Zeitgenossen schnappen sich noch eine GTX-1000-Grafikkarte, die ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Pro:

+ Rechenleistung satt, auch fürs Gaming in Ultra-HD

+ semipassive Kühlung

+ innovative Grafiktechniken...

Contra:

- ...die in der Praxis noch keine Rolle spielen

- sehr hoher Preis

Test: Die besten Grafikkarten ab 400 Euro fürs UHD-Gaming (2160p)

Asus Geforce RTX 2080 Dual OC: Dual-Lüfter und Übertaktung inklusive

Der Hersteller hat die Asus Geforce RTX 2080 Dual OC schon ab Werk mit leicht höheren Taktraten ausgestattet, die sich im Boost nun auf mindestens 1800 MHz belaufen. Dank der integrierten, vollautomatischen Übertaktungstechnik von Nvidia klettern die Frequenzen aber locker höher, wenn das Netzteil viel Energiereserven hat und der Airflow im Gehäuse stimmt. Weitere Änderungen an GPU oder Speicher nimmt Asus nicht vor. So beläuft sich der physikalische Speichertakt des acht Gigabyte großen GDDR6-Speichers weiterhin auf 1750 MHz. Alle Informationen auf einen Blick erlaubt der folgende Screenshot des Gratis-Tools GPU-Z.

Die technischen Daten der Asus Geforce RTX 2080 Dual OC im Überblick.
Vergrößern Die technischen Daten der Asus Geforce RTX 2080 Dual OC im Überblick.

Asus setzt nicht auf die Kühlung der Founders Edition, sondern auf ein selbstentwickeltes Design. Es besteht aus zwei Lüftern, einem großen Aluminium-Kühlkörper sowie Heatpipes. Ähnlich wie bei Nvidias FE-Modellen erfolgt der Abtransport der Abwärme zu den Seiten, und nicht klassisch durch die Frontblende. Außerdem arbeiten die beiden 90-Millimeter-Lüfter semipassiv - stehen bei geringer Rechenlast also still. Erst wenn die GPU etwa 55 Grad Celsius erreicht, springen sie an.

Das Kühldesign von Asus fällt üppiger aus, außerdem arbeiten die beiden Lüfter semipassiv.
Vergrößern Das Kühldesign von Asus fällt üppiger aus, außerdem arbeiten die beiden Lüfter semipassiv.
© Asus

Insgesamt fällt die Kühlung sehr umfangreich aus und benötigt deshalb auch mehr Platz als nur zwei PCIe-Slot-Blenden. Asus spricht hier von 2,7-Slots, in der Praxis belegt die Karte aber quasi drei Steckplätze. Achten Sie also darauf, dass genug Platz im Gehäuse vorhanden ist. Außerdem müssen Sie eine ausreichende Stromversorgung gewährleisten, indem Sie einen 8- und einen 6-Pin-Stromstecker vom Netzteil anschließen.

Für den Betrieb müssen Sie die Karte zusätzlich über einen 8- und einen 6-Pin-Anschluss mit Strom versorgen.
Vergrößern Für den Betrieb müssen Sie die Karte zusätzlich über einen 8- und einen 6-Pin-Anschluss mit Strom versorgen.
© Asus

Anschlüsse am Slotblech

Die Videoschnittstellen entsprechen der Founders Edition: Zur Verfügung stehen dreimal Displayport 1.4, einmal HDMI 2.0b und der USB-Typ-C-Buchse namens VirtualLink, der als Anschluss für künftige Virtual-Reality-Headsets (VR) dient. Denn neben USB 3.1 Gen 2 bietet die Schnittstelle genug Kapazität für 4K-Inhalte in 120 Hertz pro Auge und übernimmt dabei auch noch die Stromversorgung der HMDs (Head Mounted Displays). Eine Besonderheit gibt es beim Slotblech: Es ist nicht wie üblich aluminiumfarben, sondern schwarz.

Die Schnittstellen am schwarzen (!) Slotblech.
Vergrößern Die Schnittstellen am schwarzen (!) Slotblech.
© Asus

Die besten VR-Brillen

Turing-Architektur sorgt für noch komplexere GPUs

Die für die GPU eingesetzte Turing-Architektur von Nvidia hat es in sich und vereint unter anderem auch zwei neue Prozessor-Typen namens RT- und Tenscor-Cores neben den Turing-SM (Streaming Multiprozessoren). Erstere zeigen sich für das Berechnen der Raytracing-Effekte verantwortlich, um ein nahezu realistisches Spiel von Licht und Schatten in Spielen zu ermöglichen - in Echtzeit, versteht sich. Die Tensor-Cores übernehmen vor allem die Berechnungen für die Funktionen, die auf Deep Learning und künstliche Intelligenzen (KI) setzen. Mehr Informationen zu Turing und den neuen Techniken erhalten Sie in unserem Artikel "Nvidia Geforce RTX 2080 & 2080 Ti im Test: Schnell, innovativ & teuer".

OC Scanner übertaktet Grafikkarte vollautomatisch

Asus bietet auch eine Gratis-Software namens GPU Tweak II an, mit der Sie nicht nur alle relevanten Daten der GPU im Blick behalten können, wie zum Beispiel die Taktraten, sondern es lässt sich auch dank einer neuen Funktion noch ein wenig mehr Leistung aus der Grafikkarte kitzeln, ohne dafür komplizierte und aufwendige Einstellungen vornehmen zu müssen. In das Tool integriert ist der mit der RTX-2000-Serie eingeführte "OC Scanner" von Nvidia, der die Grafikkarte vollautomatisch und auf Knopfdruck testet und stabile Maximalwerte selbst findet - und auf Wunsch auch anwendet. Hierfür belastet die Technik die Grafikkarte mit fordernden, mathematischen Algorithmen und hebt währenddessen stufenweise die Taktraten der GPU. Damit lassen sich einige zusätzliche Megahertz herausholen. Eine Anpassung der Speicher-Taktfrequenzen und Spannungen erfolgt aber nicht.

Der Vorgang nimmt etwa fünf bis zehn Minuten in Anspruch. Tipp: Laut Profi-Übertaktern wie Roman "der8auer" Hartung bringt auch das Übertakten der Speicher-Taktraten ein gutes Leistungsplus. Im Übrigen funktioniert auch bei RTX-Grafikkarten der sogenannte Powermod (mehr Details) für noch mehr Performance.

So testet PC-WELT Grafikkarten

Wir testen alle Grafikkarten unter gleichen Bedingungen, um faire, transparente und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Welche Hardware und Software wir für unsere Tests benutzen, und wie die Gesamtwertung am Ende zustande kommt, erfahren Sie im folgenden Artikel:  Wie PC-WELT Grafikkarten testet

Testergebnisse: Meist schneller als eine GTX 1080 Ti FE

Nach den Bildratenmessungen in Full- und Ultra-HD (oberstes Diagramm) lässt sich sagen, dass sich die Asus Geforce RTX 2080 Dual OC mindestens auf dem Niveau einer Nvidia Geforce GTX 1080 Ti FE befindet - in den meisten Spielen schlägt die aktuelle Karte das ehemalige Flaggschiff sogar: Verschlüsselungsvorgänge klappen schneller und die GPU kann mehr Gigapixel an Multimedia-Daten in der Sekunde verarbeiten. Auch bei den GPGPU- und synthetischen Tests ergibt sich ein klares Bild, die das Asus-Modell als deutlich leistungsfähiger ausweisen. Hinweis: Mit einem Klick auf "Zum Original-Bild" in der rechten unteren Ecke gelangen Sie zu einer besser lesbaren Version der Diagramme.

Die durchschnittlichen Bildraten in Spielen im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bildraten in Spielen im Vergleich.
Die Ergebnisse der GPGPU-Tests im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse der GPGPU-Tests im Vergleich.
Die Ergebnisse der Synthetik-Tests im Vergleich.
Vergrößern Die Ergebnisse der Synthetik-Tests im Vergleich.

Eine komplett neue Technik ist DLSS (Deep Learning Super Sampling), das im Vergleich zur bisherigen Kantenglättung TAA (Temporal Anti Aliasing) eine bessere Bildqualität oder eine bessere Leistung bei gleicher Bildqualität bietet. Denn dank der Deep-Learning-Funktionalität und den Informationen aus neuronalen Netzwerken erkennt der Treiber selbstständig die gezeigten Bilder und optimimiert die Qualität selbstständig, ohne dafür extrem viel Rechenleistung in Anspruch zu nehmen.

Die durchschnittlichen Bildraten der DLSS- und TAA-Messungen im Vergleich.
Vergrößern Die durchschnittlichen Bildraten der DLSS- und TAA-Messungen im Vergleich.

Unsere Tests zeigen zwar, dass die Behauptungen von Nvidia stimmen, jedoch handelt es sich bei der Testszene um die sogenannte Infiltrator-Demo, die Nvidia extra in der Unreal Engine 4 hat anfertigen lassen. Die Ergebnisse sind also mit Vorsicht zu genießen, da die Demo eventuell explizit auf eine bessere Leistung in DLSS getrimmt wurde. Echte Spieletests lassen sich mangels PC-Titel leider noch nicht durchführen - und ein Vergleich zu den Vorgänger-Modellen ist ebenfalls nicht möglich, da sie DLSS nicht unterstützen.

Umwelt-Eigenschaften: Gestiegener Strombedarf bei eher moderater Kühlung

Die Asus Geforce RTX 2080 Dual OC verbraucht im Spiel mit 227 Watt sogar weniger Strom als eine GTX 1080 Ti FE, dafür aber deutlich mehr als der eigentliche, direkte Vorgänger in Form der GTX 1080 FE, die im selben Szenario nur 186 Watt aus der Steckdose zieht. Bei der sprunghaft gestiegenen Mehrleistung ist das aber kaum verwunderlich. Tatsächlich hält sich der Stromverbrauch aber immer noch in vertretbaren Grenzen, von einem Stromfresser zur sprechen wäre schlichtweg falsch.

Die Leistungsaufnahme der Grafikkarten im Vergleich.
Vergrößern Die Leistungsaufnahme der Grafikkarten im Vergleich.

Die Kühung hingegen könnte etwas besser Arbeit erledigen. Wir messen maximal 82 Grad Celsius, was zwar noch in Ordnung geht, aber je kühler die GPU, desto höher das automatische Übertaktungspotenzial.

Die GPU-Temperaturen im Vergleich.
Vergrößern Die GPU-Temperaturen im Vergleich.

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