2370617

Teslas Gigafactory: Drogenhandel und Mitarbeiterüberwachung

17.08.2018 | 16:00 Uhr |

Heute packt der zweite Tesla-Whistleblower aus. Ein Ex-Mitarbeiter berichtet von Drogenhandel in der Gigafactory.

Nachdem in dieser Woche bereits der ehemalige Tesla-Verfahrenstechniker Martin Tripp auf Twitter Fotos von beschädigten Batterien veröffentlichte , die angeblich in Tesla Model 3 Autos verbaut worden seien, packt mit Karl Hansen nun ein zweiter Whistleblower aus. Hansen, ein ehemaliges Mitglied von Teslas Sicherheitsteam, hat Beschwerde bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission eingelegt. Laut Hansen habe Tesla interne Ermittlungen wegen Drogenhandels in der Gigafactory in Nevada gestoppt und Mitarbeiter bespitzelt.

Hansen erklärt in seiner Beschwerde, dass Tesla im Mai von der Drug Enforcement Administration (DEA) und dem zuständigen Büro des Sheriffs darüber in Kenntnis gesetzt worden sei, dass mehrere Mitarbeiter in Geschäfte mit einem Drogenhändlerring verstrickt seien. Die Verdächtigen würden beträchtliche Mengen an Kokain und Crystal Meth in der Gigafactory in Nevada im Auftrag eines mexikanischen Drogenkartells aus Sonora verkaufen. Hansen ermittelte eigenen Aussagen zufolge in diesem Fall und konnte Verbindungen zwischen Mitarbeitern aufdecken. Tesla habe ihm jedoch untersagt, seine Recherche-Ergebnisse an die DEA weiterzugeben. Die DEA selbst wollte den Fall in dieser Woche nicht näher kommentieren. Die Behörde betonte jedoch, dass Unternehmen nicht über anhaltende Ermittlungen informiert würden.

Hansen und ein Team hätten außerdem aufgedeckt, dass im Zeitraum von Januar bis Juni 2018 große Mengen Kupfer und andere Edelmetalle im Wert von 37 Millionen US-Dollar aus der Gigafactory gestohlen wurden. Tesla habe dem Sicherheitsbeauftragten jedoch auch in diesem Fall verboten, sich an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden. Hansen solle seine Ermittlungen umgehend einstellen. Hansen behauptet, er sei als Folge seiner Ermittlungen im Juli gefeuert worden.

In seiner Beschwerde behauptet Hansen weiterhin, Tesla habe die Mobilgeräte seiner Mitarbeiter bespitzelt. Dafür habe der Konzern in der Gigafactory in Nevada spezielles Router-Equipment installiert, um sämtliche Kommunikation abzufangen. Hansen bestätigt außerdem, dass der Whistleblower Martin Tripp selbst nach seiner Entlassung von Tesla noch weiter überwacht wurde.

Tesla verfolgt bei Hansen die selbe Strategie wie bei Tripp. Auch diesen ehemaligen Mitarbeiter versucht das Unternehmen die Glaubwürdigkeit zu nehmen. Ebenso wie Tripp soll auch Hansen laut Tesla-Chef Elon Musk „nicht alle Tassen im Schrank haben“. Wie schon der Verfahrenstechniker soll auch er nach seiner Entlassung so verärgert sein, dass er sich nun an Tesla rächen wolle. An seinen Behauptungen sei laut Tesla natürlich nichts Wahres dran.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2370617