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Teslas Autopilot verantwortlich für tödlichen Unfall

13.09.2017 | 15:55 Uhr |

Laut der US-Behörde für Transportsicherheit hatten frühere Versionen von Teslas Autopiloten ein hohes Missbrauchsrisiko.

Im vergangenen Jahr war ein Tesla Model S auf einem mehrspurigen Highway in Florida mit einem LKW kollidiert . Der LKW hatte dem Model S die Vorfahrt genommen. Im Model S war zu diesem Zeitpunkt der Autopilot aktiviert und der Fahrer hatte sich wohl so sehr auf die Automatikfunktion verlassen, dass er im Moment vor der Kollision nicht schnell genug eingreifen konnte. Im Zuge des tödlichen Unfalls hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB die damals aktuelle Version von Teslas Autopiloten unter die Lupe genommen.

Im nun veröffentlichten Abschlussbericht zur Untersuchung findet das National Transportation Safety Board (NTSB) schwerwiegende Mängel in den älteren Versionen des Autopiloten. Die Funktion hätte laut den Gutachtern keine ausreichenden Schutzvorkehrungen. So sei beispielsweise die Freihanderkennung „keine effektive Methode, um die Eingriffsbereitschaft des Fahrers sicherzustellen“, heißt es in dem Bericht. Tesla empfiehlt zwar, das teilautomatisierte System nur auf Schnellstraßen und Autobahnen einzusetzen, aktivieren lässt sich der Autopilot jedoch auch in Innenstädten. Laut der NTSB sollte das Kontrollsystem seinen Betrieb von vornherein auf die Situationen beschränken, für die es konzipiert wurde. Die Möglichkeit, den Autopiloten auch in unpassenden Situationen zu aktivieren, würde ein Missbrauchsrisiko durch den Fahrer bergen.

Weitere Mängel fanden die Experten im Sensorsystem des Tesla. Dieses sei nicht darauf ausgelegt gewesen, den kreuzenden LKW zu erkennen. Aus diesem Grund habe der Autopilot weder die Geschwindigkeit verringert, noch eine Notbremsung eingeleitet, als ihm die Vorfahrt genommen wurde. Der NTSB-Bericht fordert außerdem eine bessere Überwachung des Fahrers. Aktuell genügt es, wenn er kurz das Lenkrad berührt, um vom Autopiloten als aufmerksam eingestuft zu werden. In Zukunft könnte die Verkehrssicherheitsbehörde von Herstellern teilautomatisierter Fahrsysteme eine Videoüberwachung des Fahrers fordern. Bei Unfällen sollen die durch den Autopiloten erfassten Daten zudem über einen einheitlichen Standard einfacher ausgelesen werden können.  

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