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Tesla verlängert Reichweite zur Flucht vor Hurrikan Irma

11.09.2017 | 13:09 Uhr |

Damit Tesla-Fahrer in Florida vor Hurrikan Irma fliehen können, hat Tesla über ein Software-Update die Reichweite der Elektro-Autos verlängert.

Bevor Wirbelsturm Irma Florida erreichte, ergriffen viele US-Amerikaner die Flucht. Darunter anscheinend auch einige Besitzer eines älteren Tesla S Model S oder Model X, die seinerzeit beim Kauf die preiswerteste Variante ihres Elektro-Autos gewählt haben und deshalb nicht die volle Akku-Kapazität nutzen können. Für diese Tesla-Kunden schaltete Tesla kurzfristig die volle Akku-Kapazität frei. Damit den Teslakunden auf der Flucht nicht der Strom ausgeht.

Denn in den günstigeren 60-kWh-Version von Model S und Model X (damit sind nicht die aktuell angebotenen Einstiegsmodelle Model S 75 und Model X 75D mit 75-kWh-Batterie gemeint), nämlich Model S 60 und 60D sowie Model X 60D, hat Tesla zwar bereits eine 75-kWh-Batterie verbaut, die Besitzer können aber nur 60 kWh tatsächlich nutzen. Die restlichen 15 kWh schaltet Tesla für den Besitzer normalerweise nur dann frei, wenn dieser dafür eine saftige Nachzahlung leistet. In den USA kostet diese Freischaltung mehrere Tausend US-Dollar.

Doch im Angesicht von Hurrikan Irma ist nichts mehr normal. Deshalb hatte Tesla die restlichen 15 kWh für alle betroffenen Tesla-Kunden in Florida kostenlos freigeschaltet. Vorausgegangen war anscheinend der Hilferuf eines betroffenen Teslafahrers, der sich an Tesla mit der Bitte um Freischaltung der Restkapazität gewandt hatte, weil er andernfalls die festgesetzte Evakuierungszone nicht verlassen könne.

Dadurch verlängert sich die Reichweite der Elektro-Autos 60 und 60D um bis zu 40 Meilen (rund 64 Kilometer), wie US-Medien berichten. Die Teslafahrer können also leichter in eine Gegend flüchten, in der sie Irma nicht mehr mit voller Wucht trifft. Und bleiben nicht hilflos während der Flucht liegen, um auf dem Highway oder sonst irgendwo im Freien ungeschützt dem Wirbelsturm ausgesetzt zu sein. Das wäre nämlich die denkbar ungünstigste Katastrophen-PR, die sich Tesla vorstellen könnte. Einem Teslasprecher zufolge sollen auch Besitzer eines Tesla Model S 70 das 75-kWh-Update bekommen haben. Betroffene Tesla-Fahrer veröffentlichten Screenshots von der Tesla-App, die die vergrößerte Reichweite zeigt.

Die Freischaltung der zusätzlichen Batterie-Kapazität ist jedoch nicht von Dauer. Nur bis zum 16. September 2017 können die Teslakunden das Gratis-Update für die Rückkehr in das vom Wirbelsturm verwüstete Gebiet nutzen, dann macht es Tesla wieder rückgängig.

Bleibt noch die Frage, wie Tesla die Batterie-Kapazität einfach mal so erhöhen und dann wieder reduzieren kann. Die Antwort: Über Over-The-Air (OTA). Also über den gleichen Weg, über den Tesla auch sonst Software-Updates für seine Fahrzeuge ausliefert. Ein Werkstattbesuch ist dafür nicht erforderlich.

Tesla bietet Model S 60 und 60D sowie Model X 60D mit der nachträglich vergrößerbaren Kapazität nicht mehr an.

Interview mit Automobil-Experten Peter Salzberger zum Thema OTA




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