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Tesla: USA verbieten gefährliches Zubehör für Autopilot

20.06.2018 | 14:22 Uhr |

Die US-Behörden verbieten ein gefährliches Zubehör, mit dem man die Sicherheits-Maßnahmen von Tesla austricksen und die Hände vom Lenkrad nehmen kann, während der Autopilot den Wagen steuert.

Der Autopilot Buddy ist ein kleiner magnetischer Plastikgriff, den man am Lenkrad eines Tesla Model S, Model X oder Model 3 anbringt. Er täuscht vor, dass sich die Hand des Fahrers am Lenkrad befindet. Damit kann man die von Tesla eingebauten Sicherheitsmaßnahmen austricksen, die verhindern sollen, dass der Fahrer bei eingeschaltetem Autopilot während der Fahrt für längere Zeit die Hände vom Lenkrad nimmt. Der Autopilot bemerkt dann also nicht, dass der Fahrer gar keine Hand am Lenkrad hat und sendet dementsprechend keine akustischen oder optischen Warnhinweise an den Fahrer. Reagiert der Fahrer dann immer noch nicht, würde sich der Autopilot abschalten – auch das verhindert der Autopilot Buddy somit.

Der Autopilot Buddy wird nicht von Tesla verkauft, sondern von einem von Tesla unabhängigen Zubehörlieferanten, nämlich von Dolder, Falco and Reese Partners LLC.

Die US-Regierung will dieses Zubehör nun verbieten, wie Techcrunch berichtet. Mehrere Unfälle, darunter auch solche mit Todesfolge, dürften der Grund für das Verbot sein. Denn bei diesen Unfällen stellten die untersuchenden Experten meist fest, dass die Tesla-Fahrer längere Zeit voll auf den Autopilot vertraut und ihre Hände nicht mehr am Lenkrad gehabt haben.

Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) des U.S. Department of Transportation hat einen sogenannten „cease and desist letter“ an das Unternehmen Dolder, Falco and Reese Partners LLC geschickt. Darin fordert die NHTSA, dass das Unternehmen sämtlich Marketing-, Sales- und Vertriebsaktionen für den Autopilot Buddy beendet und dies der NHTSA gegenüber bestätigt.

Heidi King, NHTSA Deputy Administrator: „Indem dieses Produkt das Sicherheitssystem davon abhält, den Fahrer aufzufordern, dass dieser seine Hände auf das Lenkrad legt, schaltet es eine wichtige Schutzvorrichtung aus und kann damit Kunden und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.”

Dolder, Falco and Reese Partners LLC scheint auf das Verbot bereits reagiert zu haben. Laut dem Text auf seiner Webseite akzeptiert es nur noch Bestellungen von außerhalb der USA.

Teslas Autopilot ist nur ein Fahrerassistenzsystem

Tesla selbst betont immer wieder, dass der Autopilot kein System sei, um das Tesla-Fahrzeug autonom zu steuern. Stattdessen ist der Tesla-Fahrer durchgehend für sein Fahrzeug verantwortlich und muss immer die Hände am Lenkrad haben und bremsbereit sein. Der Autopilot kann also letztendlich nicht mehr als die Fahrerassistenzsysteme beispielsweise von Audi, BMW oder Mercedes-Benz. Der Autopilot ist nur eine von Tesla optimierte Kombination aus den bekannten Fahrerassistenzsystemen ACC, Spurwechselassistent und Spurhalteassistent sowie Staupilot und einer intelligenten Einparkhilfe.

Unglücklicherweise hat Tesla die Bezeichnung Autopilot offensichtlich aus Marketinggründen aber bewusst so gewählt, dass sie suggeriert, dass der Autopilot den Tesla eben doch autonom steuern kann. Das Bundesverkehrsministerium hat deswegen Tesla kritisiert.

Tesla-Fahrer missbrauchen den Autopilot denn auch immer wieder für haarsträubende Aktionen: Sie verlassen während der Fahrt den Fahrersitz oder schlafen sogar, während der Tesla rollt.

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