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Käufer eines Tesla Model 3 bekommen 4000 Euro

22.01.2019 | 15:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Tesla will ab Februar 2019 mit der Auslieferung des Model 3 in Europa beginnen. Dann wird es spannend für Audi, BMW und Daimler. Update: Für das Tesla Model 3 gibt es 4000 Euro Zuschuss.

Update 23.1.: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat das Tesla Model 3 jetzt auf die Liste der förderfähigen Elektro-Autos gesetzt. Und zwar sowohl das Model 3 Long-Range Dual Motor AWD als auch das Model 3 Performance Dual Motor AWD. Das teilte das Bafa via Twitter mit. Update Ende

Tesla hat von der niederländischen Zulassungsbehörde RDW die Straßenzulassung für das Model 3 erhalten – die Europazentrale von Tesla befindet sich in den Niederlanden. Damit darf Tesla das Model 3 in der EU auf die Straßen bringen. Das berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg.

Vorbestellungen für das Model 3 waren seit Frühjahr 2016 gegen eine Anzahlung von 1000 Euro möglich. Doch zunächst verzögerte sich die Auslieferung des Model 3 komplett und danach startete Tesla die Auslieferung zunächst nur in den USA. Außerdem verkauft Tesla bisher nur die höherpreisigen Varianten des Model 3, nicht aber die anfangs aggressiv beworbene 35.000-Dollar-Einstiegsvariante. Aus einem einfachen Grund: An den höherpreisigen Model-3-Versionen verdient Tesla einfach mehr.

Da Tesla bis vor kurzem keinen Gewinn, sondern ständig Verlust machte, musste Tesla-Chef Elon Musk auf die Marge schauen und ließ beziehungsweise lässt nur die Margen-starken Versionen des Model 3 bauen. Zudem entlässt Tesla auch tausende Mitarbeiter, um die Profitabilität zu steigern.

Tesla will die ersten Model 3 bereits ab Februar 2019 in der EU an die Kunden ausliefern. Wie schon in den USA verkauft Tesla auch in Europa zunächst nicht die relativ günstige Einstiegsvariante, sondern die höherpreisige Long Range Version (Allrad mit Dualmotor, 192 kW/261 PS, theoretische Reichweite nach WLTP: 560 km, Beschleunigung von 0-100 km/h: 4,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 233 km/h, Batteriekapazität: 75kWh) für 58.300 Euro. Das Model 3 Performance (Allrad mit Dualmotor, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h 3,5 Sekunden, theoretische WLTP-Reichweite: 530 km) wiederum kostet laut Tesla-Webseite in Europa 66.100 Euro.

Der Preis für das Model 3 lässt sich bis Mitte 2019 durch die Kaufprämie zur Förderungen von Elektro-Autos um 4000 Euro senken. Denn die Fördergrenze liegt bei 60.000 Euro Netto-Listenpreis (also zuzüglich Mehrwertsteuer). Da das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) das Tesla Model 3 jetzt auf die Liste der förderwürdigen E-Fahrzeuge gesetzt hat, bekommen Käufer 4000 Euro Fördergelder (je 2000 Euro von Tesla und vom Staat).

Tesla Model 3: Preise.
Vergrößern Tesla Model 3: Preise.
© Tesla

Ab Februar wird es also spannend für den wichtigen und großen Auto-Markt Deutschland: Werden Deutschlands Auto-Fahrer das Model 3 genauso begeistert annehmen, wie es in den USA der Fall ist? Und werden Fahrer von BMW 3er, Audi A4 oder Mercedes-Benz C-Klasse zum Model 3 als direkten Konkurrenten wechseln? In den USA hat sich Tesla unter anderem wegen des Model 3 bei den Verkaufszahlen für Oberklassemodelle bereits vor Audi und nur knapp hinter BMW und Lexus (der Premiummarke von Toyota) platziert. Noch beeindruckender: Das relativ teure Tesla Model 3 verkauft sich in den USA sogar besser als der deutlich günstigere Nissan Leaf.

Die deutschen Automobil-Hersteller können dem Model 3 zu dessen Auslieferungsstart im Februar 2019 keinen gleichwertigen elektrisch angetriebenen Konkurrenten gegensetzen. Der BMW i3 ist kleiner und bietet deutlich weniger Reichweite und weniger Fahrspaß. Das gilt auch für den e-Golf. Fahrzeuge mit vergleichbarem oder noch mehr Fahrspaß sind von den Platzhirschen Audi, BMW und Daimler derzeit nur angekündigt. Audi wird als erster Hersteller liefern: Der E-tron soll ab Frühjahr 2019 erhältlich sein. Allerdings handelt es sich dabei um ein SUV, vom Formfaktor her also kein direkter Konkurrent zum Model 3 als Sport-Limousine. Das gilt auch für den EQC von Daimler. Und BMWs iNext Vision soll sogar erst 2021 starten. Zudem kosten alle diese deutschen Elektro-Autos deutlich mehr als das Model 3 selbst in dessen stärkster Variante: Der Audi e-tron kostet ab 79.900 Euro, der EQC über 70.000 Euro.

In den USA macht das Model 3 übrigens nicht nur den Limousinen der traditionellen Premiummarken Konkurrenz. Sondern dort wechseln auch viele Fahrer eines Toyota Prius 3 zum Model 3, wie Bloomberg erläutert. Ebenso steigen Fahrer eines Honda Accord oder eines Civic oder eines Nissan Leaf um und kaufen ein Model 3. Alle diese Fahrzeuge sind günstiger als ein Model 3.

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