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Terra: iRobots erster Rasenmäh-Roboter braucht kein Kabel

02.09.2019 | 09:18 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Zu iRobots erstem Rasenmäh-Roboter, dem Terra, liegen neue Informationen vor. Beacons machen den Terra unabhängig von Kabeln, doch deren Installation erfordert Fachwissen.

Zum Terra, den ersten Rasenmähroboter von iRobot, hat die US-IT-Nachrichtenseite The Verge einige Neuigkeiten zusammengetragen. Demnach muss der Roboter ständig in Sichtweite von drei Beacons sein, um optimal arbeiten zu können. Diese Beacons soll der Benutzer nicht selbst aufstellen, sondern die Aufstellung muss durch einen geschulten Mitarbeiter erfolgen. Die Beacons bekommen ihren Strom von je zwei AA-Batterien, die einmal pro Jahr gewechselt werden müssen. Via Bluetooth soll der Anwender den Roboter bei bestimmten Modellen auch aus der Ferne steuern können; eine passende Fernbedienung liegt den entsprechenden Modellen bei. Vermutlich wird der Terra auch bei Regen arbeiten können, was allerdings auch andere Rasenmähroboter bereits können. Über die Winterperiode sollen Terra und die Beacons nicht im Freien bleiben.

Zwei von anderen Rasenmähroboter bereits bekannte Features soll auch der Terra bieten: Der Grasschnitt fällt so fein aus, dass er nicht beseitigt werden muss, sondern den Rasen als Mulch düngt. Und der Roboter fährt automatisch zur Ladestation um seinen Akku aufzuladen und danach setzt er seine Arbeit fort. Sollte jemand den Terra stehlen, dann soll er sich nicht weiter benutzen lassen. Denn der Terra soll nur in dem Garten arbeiten können, für den er anfänglich eingerichtet wurde. Die Mäharbeit des Terra scheint man in der App nicht in Echtzeit verfolgen zu können, laut The Verge ist kein Echtzeittracking vorgesehen.

Fasst man das bisher Bekannte zum Terra zusammen, dann bleiben die Beacons (siehe unten) anstelle der sonst üblichen Begrenzungskabel als einziges Alleinstellungsmerkmal. Somit könnte sich der Terra für Benutzer empfehlen, die bisher Probleme mit durch Wühlmäuse oder Maulwürfe durchgebissenen Begrenzungskabeln haben.

iRobot hatte seinen ersten Rasenmähroboter zwar öffentlichkeitswirksam bereits im Januar 2019 vorgestellt. Doch auf unsere Nachfrage im Frühsommer 2019, wann der Terra denn nun erhältlich sein wird, äußerte sich iRobot ausweichend. Tatsächlich verpasste iRobot die Rasenmähsaison 2019 dann aber komplett. Derzeit befindet sich der Terra im Betatest. Der Verkaufsstart des Terra wird in den USA für 2020 erwartet. Zum Preis machte iRobot keine Angaben.

Hintergrund : Saugroboter-Pionier iRobot hatte im Januar 2019 seinen ersten autonomen Rasenmäh-Roboter vorgestellt. Er hört auf den Namen Terra (lateinisch für Erde), wie The Verge schreibt. Die Erwartungshaltung an iRobot ist groß, dementsprechend hat sich iRobot viel Zeit mit der Entwicklung gelassen: Laut eigenen Angaben hat das US-Unternehmen seit zehn Jahren an seinem ersten Rasenmäh-Roboter gearbeitet.

Keine Kabel nötig: Der Terra unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt von den bekannten Rasenmäh-Robotern von Husqvarna, Gardena, Bosch oder Honda: Der Nutzer muss keinen Draht auf oder unter dem Rasen verlegen, um das Einsatzgebiet des Rasenmäh-Roboters einzugrenzen. Stattdessen verwendet iRobot mindestens kleine Beacons zur Markierung des zu mähenden Bereichs. Diese Beacons, also kleine Sender, die in den Rasen gesteckt werden und per Funk mit dem Rasenmäh-Roboter kommunizieren, helfen dem Roboter bei der Standortbestimmung.

Dann fahren Sie zunächst mit dem Roboter und der App mindestens einmal den gesamten zu mähenden Bereich ab, damit der Terra eine digitale Karte des Rasens erstellen kann. Bereiche, die der Roboter nicht mähen soll, markieren Sie bei dieser Initialisierungsfahrt in der App. Danach soll der Roboter automatisch nur den erfassten Bereich mähen.

So soll die erstellte Karte aussehen.
Vergrößern So soll die erstellte Karte aussehen.
© iRobot

Der Vorteil gegenüber der Draht/Kabellösung herkömmlicher Rasenmäh-Roboter: Die Beacons lassen sich viel schneller und leichter verlegen. Sie müssen den Rasen nicht mühsam aufgraben und es gibt auch kein Kabel, das Maulwürfe oder andere Nagetiere durchknabbern können – denn dadurch wird der Rasenmäh-Roboter außer Gefecht gesetzt.

Der Terra braucht zudem kein Führungskabel, um den Weg zurück zur Ladestation zu finden. Er findet sich dank der App von überall aus zurecht und den Weg zur Ladestation, so lange der sich innerhalb des kartografierten Bereichs befindet.

Den Terra-Rasenmäh-Roboter können die Nutzer wie gehabt per App steuern. In der App lässt sich die Schnitthöhe für das Gras einstellen, der Zeitplan für den Einsatz des Roboters anpassen und dessen Route überwachen. Die Verbindung zum Terra soll via WLAN erfolgen, wobei iRobot aber nicht sagt, wie sich der Roboter bei schwachem WLAN-Signal verhält. Außerdem legt iRobot eine Fernbedienung bei.

Laut iRobot soll der Terra mit einer Akku-Ladung eine Stunde lang mähen. Das komplette Aufladen des Akkus dauert rund zwei Stunden. Sobald der Terra während des Mähens bemerkt, dass sich die Akku-Kapazität dem Ende zuneigt, fährt er selbstständig zur Ladestation. Ist er wieder aufgeladen, fährt er selbstständig zu der Stelle zurück, an der er das Mähen unterbrochen hat und setzt dort seine Arbeit fort.

Der Roboter soll wasserfest sein und zwei modulare Scheren besitzen, die federnd gelagert sind. Stoßen die Messer auf ein festes Hindernis wie einen Stein, sollen sie zurückfedern und nicht kaputtgehen. Eine Art Stoßfänger an der Vorderseite soll Schäden am Terra vermeiden helfen.

Das Video zeigt die Funktionsweise.

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