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Telekom will gegen teilweisen StreamOn-Stopp vorgehen

18.12.2017 | 16:05 Uhr |

Die Deutsche Telekom will gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur, StreamOn teilweise zu stoppen, rechtlich vorgehen.

In der vergangenen Woche hatte die Bundesnetzagentur Teile der Telekom-Zubuchoption StreamOn untersagt . Die Bundesnetzagentur verlangt, dass die Telekom StreamOn-Kunden Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stellt. Die Zubuchoption soll außerdem nach dem Roam-Like-At-Home-Prinzip auch im EU-Ausland uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden. Aktuell wird bei StreamOn bei einigen Tarifen die Datenübertragungsrate für Videostreaming gedrosselt, ohne dass dafür ein technischer Grund vorliegt. Im EU-Ausland funktioniert StreamOn zwar, hier wird jedoch das Datenvolumen vom Inklusivvolumen des MagentaMobil-Tarifs abgezogen. Beide Umstände entsprechen der Bundesnetzagentur zufolge nicht den Vorgaben zu Roaming und zur Netzneutralität. Die Telekom hat nun bis März 2018 Zeit, entsprechende Nachbesserungen vorzunehmen, sonst droht ein Zwangsgeld.

Die geforderten Änderungen will die Deutsche Telekom jedoch nicht ohne weiteres vornehmen. Wie das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung betont, sei die Entscheidung der Bundesnetzagentur für die Telekom „absolut nicht nachvollziehbar“. Würde die Telekom den Vorgaben des Regulierers nachkommen, könnte StreamOn in Zukunft nicht mehr kostenlos angeboten werden, heißt es weiter. „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass unser Angebot nicht gegen EU-Recht verstößt. Das werden wir jetzt rechtlich klären lassen,“ so Corporate Blogger Andreas Middel.

Die Erfolgsgeschichte von StreamOn sei der Bundesnetzagentur „ein Dorn im Auge“ echauffiert sich der Konzern weiter. StreamOn über Roaming kostenlos für deutsche Telekom-Kunden auch im EU-Ausland anzubieten, sei für das Unternehmen wirtschaftlich nicht machbar. StreamOn sei ein rein nationales Angebot für deutsche Kunden. Die Telekom ist sich sicher, dass der Dienst als „kostenloser Zusatzvertrag in Deutschland nicht EU-weit angeboten werden muss“. Wie mit der Anordnung umgegangen wird, wolle die Telekom noch final bewerten.

Auch an der SD-Qualität für Streaming-Videos will die Telekom bei StreamOn festhalten. Die Darstellung in DVD-Qualität sei für die Darstellung auf mobilen Endgeräten absolut ausreichend. Auch hier sieht die Telekom „keinen Verstoß gegen EU-Recht“. „Darum werden wir Widerspruch gegen den Bescheid der Bundesnetzagentur einlegen – um StreamOn zu erhalten, im Interesse unserer Kunden und unserer Partner,“ so Middel. Mit dem Beschreiten des Rechtsweges will die Telekom eigenen Aussagen zufolge, dafür kämpfen, dass StreamOn auch während der rechtlichen Klärung für alle Kunden nutzbar bleibt. Es bleibt abzuwarten, ob der Konzern mit seinem Widerspruch Erfolg haben wird.  

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